Die SPD-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung Gelnhausen unterstützt mit Nachdruck den Antrag der Fraktion Bürger für Gelnhausen (BG) zur Bekämpfung der invasiven Drüsenameise in Meerholz. Mit einem Ergänzungsantrag will die SPD dafür sorgen, dass aus den ersten Schritten vor Ort dauerhaft mehr wird – ohne dass sich dadurch etwas verzögert.
Im Stadtteil Meerholz hat sich eine sogenannte Superkolonie der Großen Drüsenameise ausgebreitet. Anders als heimische Ameisenarten bilden diese Kolonien ein engmaschiges Netz aus zahlreichen Königinnen und miteinander kooperierenden Nestern, das sich über Grundstücksgrenzen hinweg ausdehnt. Betroffene Anwohnerinnen und Anwohner berichten von unterhöhlten Pflasterflächen und Schäden an technischer Infrastruktur. Der BG-Antrag sieht vor, dass der Magistrat das Ausmaß des Befalls erfasst, gemeinsam mit Main-Kinzig-Kreis, Land Hessen und Fachleuten ein Bekämpfungskonzept erarbeitet, die Bevölkerung informiert und regelmäßig an den Bau- und Umweltschutzausschuss berichtet.
Der Ergänzungsantrag der SPD setzt dort an, wo die erste Bekämpfung aufhört: Er soll sicherstellen, dass die Zusammenarbeit mit Kreis, Land und Wissenschaft nicht mit diesem einen Fall endet, sondern dass die Stadt beim nächsten invasiven Befall vorbereitet ist. Dass es diesen nächsten Fall geben wird, ist keine Vermutung: Waschbären zählen schon jetzt im Main-Kinzig-Kreis zu den am dichtesten vorkommenden Arten in ganz Hessen, die Nutria breitet sich an hessischen Flüssen aus und gilt EU-weit als invasive Art, und auch aus Gärten verwildernder Kirschlorbeer verdrängt in Wäldern zunehmend heimische Frühblüher. Für all das braucht die Stadt keine neue Behörde, sondern eine feste Ansprechstelle in der Verwaltung, eine Informationsseite und Hotline für Betroffene sowie die Prüfung, ob sich Kreis und Land an den Kosten beteiligen.
„Der Antrag der Bürger für Gelnhausen packt ein Problem an, das viele Menschen in Meerholz zu Recht umtreibt. Genau deshalb wollen wir ihn nicht kleinreden, sondern stärker machen”, erklärt die SPD-Fraktionsvorsitzende Victoria Schmidt. „Unser Ergänzungsantrag zielt darauf ab, dauerhafte Strukturen zu schaffen und so zu verhindern, dass beim nächsten invasiven Befall alles wieder von neuem aufgebaut werden muss.”
Ausdrücklich lobt die SPD-Fraktion in diesem Zusammenhang die Arbeit des Ortsbeirats Meerholz, der vor Ort präsent ist und den Kontakt zu den Betroffenen hält. „Ich bin regelmäßig mit Anwohnerinnen und Anwohnern der betroffenen Straßenzüge im Gespräch und weiß, wie sehr sie das Thema beschäftigt”, sagt der Meerholzer Stadtverordnete Klaus Brune. „Die Menschen wollen aber nicht nur, dass etwas passiert. Sie wollen wissen, dass alle verfügbaren Kräfte zusammenarbeiten: die Stadt, der Kreis, das Land, die Wissenschaft. Genau das sichert unser Ergänzungsantrag ab.”
Die SPD betont, dass die Drüsenameise kein Problem einzelner Grundstücke sei, sondern ein biologisches Infrastrukturrisiko, das koordinierte und wissenschaftlich fundierte Maßnahmen erfordere. Ziel sei ein dauerhaftes Monitoring- und Bekämpfungssystem, das über den akuten Fall hinaus auch für künftige invasive Arten nutzbar bleibe.
Quelle: SPD-Fraktion Gelnhausen

