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StartRegion 2"Brüder - KulturErben ostdeutscher Malerei" Geschichte, Farben, Emotionen

“Brüder – KulturErben ostdeutscher Malerei” Geschichte, Farben, Emotionen

Bernhard Heisig (1925 – 2011) war als Rektor der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) sehr einflussreich. Neben Werner Tübke, Wolfgang Mattheuer und Willi Sitte war er der wichtigste Vertreter ostdeutscher Kunstentwicklung. Ein Künstler, der Realismus, Expressionismus und historische Reflexion miteinander verband, eine prägende Persönlichkeit für Generationen von Malern in der DDR. Er übte seinen Einfluß auf den Ebenen: ästhetisch (espressive Figuration, dramatische Komposition, psychologische Verdichtung), institutionell (Lehrpläne, förderte Talente, setzte Standards) und kulturell (definierte, was „ostdeutsche Malerei“ im Kern sein konnte) aus.

Seine Söhne Johannes Heisig (*1953) und Walter Eisler (1954 – 2015) wurden durch ihn und an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig ausgebildet. Arbeiten im Spannungsfeld von Realismus, Expressivität und Gesellschaftsbezug. Trotz unterschiedlicher Handschrift teilen sie eine gemeinsame Haltung zur figurativen Malerei.
Johannes Heisig, ein Vertreter des kritischen Realismus mit starkem gesellschaftlichem Bewusstsein. Seine Porträts und Szenen sind psychologisch dicht, oft dramatisch, von einer präzisen, aber expressiven Handschrift geprägt. Walter Eisler mit erzählerischem, introspektivem Blick. Seine Figuren wirken nach innen gekehrt, die Farbigkeit ist weicher, die Atmosphäre poetisch und manchmal melancholisch.

Hartwig Ebersbach (*1940) und Wolfram Ebersbach (*1943) auch diese beiden Brüder sind mit den vorgenannten tief mit der Tradition von Bernhard Heisig und der Kunstentwicklung in Leipzig, verbunden, in der DDR
künstlerisch sozialisiert worden. Der ostdeutsche Kulturraum, war geprägt durch staatliche Vorgaben in der Kunstauffassung, dennoch gelang durch die Tolerierung von Bernhard Heisig, bei Pflege der figürlichen, expressiven oder realistischen Bildsprache, eine eigenständige, existenzielle Themenwahl, ein Ausweichen von vorgegebenen gesellschaftlichen Themen und damit eine gemeinsame geistige Haltung zur Kunst zu teilen.
Hartwig Ebersbach, der große Expressive der ostdeutschen Kunst. Seine pastosen, fast skulpturalen Farbaufträge
machen die Malerei zu einem physischen Ereignis. Energie, Material und Geste stehen im Vordergrund.
Wolfram Ebersbach, der ruhige, lyrische Gegenpol. Seine Landschaften und Szenen sind atmosphärisch, farblich fein abgestimmt und poetisch verdichtet.

Lutz Heyder (1950 – 2000) & Jost Heyder (*1954), diese beiden, ebenfalls Brüder, teilen: eine starke Bindung an figürliche Darstellung, eine Verwurzelung in der ostdeutschen Kunsttradition, eine expressive, oft erzählerische Bildsprache. Nicht nur leibliche Brüder, sondern wie alle anderen, sind sehr gut als „Brüder im Geiste“ zu beschreiben – zusätzlich zur familiären Verbindung. Jost Heyder arbeitet mit klarer Form, ruhiger Komposition
und einem realistischen Zugriff, der dennoch emotionale Tiefe besitzt. Seine Bilder wirken konzentriert und strukturiert. Lutz Heyder expressiv, farbintensiv und gestisch. Die Malerei ist emotional und körperlich.

  • Die Ausstellung “Brüder KulturErben ostdeutscher Malerei” ist anlässlich der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 in der Villa Bergstraße 50 (Nähe Naturfreundehaus) • im Navigationsgerät bitte Bergstraße 48 eingeben • 63517 Rodenbach/Oberrodenbach, Öffnungszeiten: SA 6.6. – SO 7.6.2026, FR 12.6. – SO 14.6.2026 jeweils 13.00 – 18.00 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.
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johannes heisig (*1953), "nachtwächter", 2015 – 2025, öl auf leinwand, 150 x 90 cm
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jost heyder (*1954). "mann mit hund", 2025, acryl auf leinwand, 150 x 90 cm

Quelle: Egbert V.F. Erbe

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