Freitag, März 20, 2026
Bericht einreichen
Werbung schalten
StartHessen„Wir werden kaputt gespart"

„Wir werden kaputt gespart”

Apotheken aus der Region beteiligen sich am Protesttag am Montag, 23. März

Die flächendeckende Arzneimittelversorgung ist akut gefährdet: Das sagen zahlreiche Apothekerinnen und Apotheker aus der Region und beteiligen sich deshalb am bundesweiten Protesttag am Montag, 23. März.

„Wir wollen die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum sicherstellen und für die Menschen da sein. Wir protestieren nicht zum Spaß, es geht um die wirtschaftliche Existenz unserer Apotheken”, betont Dr. Thomas Fendert von der Fliedener Marien-Apotheke.

Aus der Region beteiligen sich neben der Marien-Apotheke noch viele weitere an dem bundesweiten Streik, darunter die easyApotheke in Bad Soden-Salmünster, die Lotichius-Apotheke sowie die Rathaus- und Bergwinkel-Apotheke aus Schlüchtern, die Einhorn- und die Löwen-Apotheke in Sinntal sowie die Steinauer Brüder-Grimm-Apotheke.

„Der Staat hat uns eine Aufgabe zugeteilt und muss auch die Grundlage dafür schaffen, dass wir wirtschaftlich arbeiten können. Sonst finden wir bald keine Leute mehr, die noch Lust auf diesen tollen Beruf haben”, befürchtet Philipp Merz von der Brüder-Grimm-Apotheke in Steinau.

Das Problem: Seit mehr als zehn Jahren wurde das Honorar für Arzneimittel nicht mehr angepasst, während die Kosten der Apothekenbetriebe um 65 Prozent gestiegen sind. „Das ist einfach nicht mehr zu stemmen. Wir werden kaputt gespart. Es drohen dramatische Versorgungslücken, gerade hier bei uns im ländlichen Raum”, sagt Marc Brauer, der in Sinntal die Einhorn- und Löwen-Apotheke leitet.

Bundesweit ist in den vergangenen Jahren fast jede fünfte Apotheke verschwunden. In Hessen sind es knapp 20 Prozent weniger als noch vor 13 Jahren. Und in mehr als 20 hessischen Kommunen gibt es gar keine Apotheke mehr. Deshalb fordert auch die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände eine Anpassung und regelmäßige Dynamisierung des Honorars von der Regierung.

Apotheken erfüllen eine enorm wichtige Aufgabe, gerade im ländlichen Raum, unterstreicht Christopher Rindt von der Schlüchterner Lotichius-Apotheke: „Wir sind nicht einfach nur Ausgabestelle für Medikamente. Wir beraten die Patientinnen und Patienten, wir mischen individuelle Rezepturen an und leisten 24-Stunden-Nacht- und Notdienste. Wir sind da für die Menschen in der Region.” Und jetzt müsse die Regierung für die Apotheken da sein.

An dem Protesttag beteiligen sich Tausende Apotheken im ganzen Bundesgebiet: In Düsseldorf und Hannover, aber auch am Fuldaer Bahnhofsvorplatz finden sogar Demonstrationen statt. Am Dienstag haben die Apotheken dann wieder geöffnet. Für Notfälle übernehmen in der Region drei Apotheken am Montag, 23. März, den Notdienst (siehe Infokasten).

Abschließend betont Marc Brauer: „Wir demonstrieren am kommenden Montag, damit wir auch in Zukunft für unsere Patientinnen und Patienten da sein können. Damit wir die Menschen gut versorgen können, benötigen wir eine leistungsgerechte Anpassung. Um nichts anderes geht es.”

Infokasten:

Notdienstapotheken:

Jossa Apotheke (Frankfurter Str. 44, 63637 Jossgrund)

Schwan-Apotheke (Altstadt 14, 97769 Bad Brückenau)

Bären Apotheke (Dalbergstraße 22, 36037 Fulda)

Quelle: BENSING & REITH KOMMUNIKATIONSAGENTUR

Ähnliche Artikel
- Werbung -
- Werbung -
- Werbung -
- Werbung -
- Werbung -
- Werbung -

Am beliebtesten