Ein mächtiger Sockel aus Bruchstein, ein Obergeschoss aus Fachwerk und ein Dach aus Biberschwanzziegeln und Schiefer: Seit dem 15. Jahrhundert thront der Hexenturm über Windecken. Doch eines der markantesten Wahrzeichen des einstigen Grafenstädtchens ist in die Jahre gekommen: Löcher im Dach, angefaulte Fachwerkbalken, kaputte Gefache, ausgewaschene Fugen. Doch dank des bemerkenswerten Engagements eines Vereins kann das Gemäuer bald wieder im alten Glanz strahlen.
Die Heimatfreunde Windecken unterstützen die Sanierung mit einer beträchtlichen Summe. Vorsitzende Silvia Herrmann, Kassiererin Waltraud Interwies und Heimatmuseumsleiter Wolfgang Interwies überreichten an die Stadt Nidderau einen Scheck über 17.000 Euro. „Wir sind unheimlich dankbar für diese außergewöhnliche hohe Zuwendung“, sagte Bürgermeister Andreas Bär im Beisein von Windeckens Ortsvorsteher Heinz Homeyer, Ortsbeiratsmitglied Stefan Hotz und dem Kulturausschussvorsitzenden Sam Pfeifer.
Auch der Ortsbeirat Windecken hatte sich vehement dafür eingesetzt, dass die Sanierung des kulturhistorischen Denkmals mit seiner Bedeutung als Wahrzeichen und „identitätsstiftendes Bauwerk“ angegangen wird. Das Ergebnis: Im Etat der Stadt Nidderau sind für die Ertüchtigung von Hexenturm und Stadtmauer knapp 40.000 Euro bereitgestellt. Dank der Spende der Heimatfreunde ist es nun möglich, alle Schwachstellen des Turms zu beseitigen, weil ein Handwerksbetrieb aus Nidderau die Dachsanierung für knapp 20.000 Euro erledigen würde. Das Baugerüst steht schon.
Die Heimatfreunde mit ihren knapp 150 Mitgliedern verstehen sich als „Hüter der Kultur“, so die Vorsitzende Silvia Herrmann. 2010 übernahm der Verein die Patenschaft für den Hexenturm. Spenden, Mitgliedsbeiträge und der Betrieb des Museumscafés machten es darüber hinaus möglich, sich bei der Gestaltung des Wartbaum-Umfelds zu engagieren und die Buchchronik „Die Geschichte Windeckens“ substanziell zu fördern. „Wir befinden uns in einer glücklichen Situation, dass die Stadt sich auf die Heimatfreunde als Paten verlassen kann“, sagte Bürgermeister Bär. Und vielleicht reichen die Mittel aus, einen weiteren Wunsch der Heimatfreunde zu realisieren: Strahler für den Hexenturm, damit das Wahrzeichen nicht nur in neuem Glanz erstrahlt, sondern auch nachts erleuchtet wird. „Zur Not zahlen wir auch noch die Glühbirnen“, sagte Silvia Herrmann.
Magistrat der Stadt Nidderau
Quelle: Stadt Nidderau

