Landrat Thorsten Stolz informiert sich über Kunstrasenplatz in Altenmittlau
Main-Kinzig-Kreis. – Er ist tiefgrün und hat immer die perfekte Länge – und das ganz ohne den Einsatz eines Rasenmähers. Am Sportplatz im Freigerichter Ortsteil Altenmittlau hat der SV Altenmittlau 1912 e. V. in den zurückliegenden sechs Monaten einen Kunstrasenplatz anlegen lassen – und dabei auch sehr viel Eigenleistung eingebracht.
Zu einem Informationsbesuch hat sich Landrat Thorsten Stolz kürzlich mit Vorstandsmitglied Joachim Lucas und Freigerichts Bürgermeister Waldemar Gogel getroffen. Noch sind die Arbeiten an der Außenanlage nicht vollständig abgeschlossen. Zudem fehlen die neuen Fußballtore. Diese werden Rollen haben, damit der Kunstrasen nicht beschädigt wird, wenn die Tore bewegt werden müssen.
„Was hier entstanden ist, ist mehr als ein neuer Platz. Es ist ein klares Signal für den Amateurfußball, die Sportbegeisterung und für das Ehrenamt im Main-Kinzig-Kreis. Der SV Altenmittlau hat die Idee entwickelt und umgesetzt – wir als Kreis haben dieses Projekt sehr gern unterstützt“, sagte Landrat Thorsten Stolz bei der Besichtigung der neu gestalteten Anlage.
Bis zur Umgestaltung befand sich auf dem Sportgelände neben der Landestraße ein Hartplatz. Für Fußballspielerinnen und Fußballspieler bedeutete das: höheres Verletzungsrisiko und größere Belastung der Gelenke als bei einem Rasenplatz. Im Zuge der Bauarbeiten wurde die Asche abgetragen und eine Drainage gelegt. Die Kunststoffmatten selbst sind wasserdurchlässig, als Füllmaterial wird Quarzsand verwendet. Der Rasen wird auf diese Weise beschwert und ist stabiler.
„Der Platz ist seit Januar in Betrieb und wird gut angenommen. Hier kann schon gespielt werden, wenn es auf allen anderen Spielfeldern noch nicht möglich ist, zum Beispiel, weil sie vereist sind “, berichtete Joachim Lucas. Die Trainingsbereitschaft habe zugenommen und es gebe Anfragen von Clubs aus Hanau und Gelnhausen-Haitz und sogar aus Offenbach, die den Kunstrasen nutzen möchten.
„Mit den Einnahmen, die wir dadurch generieren, sowie den Einnahmen aus der Vermietung des Vereinsheims können wir die Unterhaltungskosten stemmen“, so Vorstandsmitglied Joachim Lucas. Schließlich muss der Kunstrasen regelmäßig gereinigt werden. Einmal im Monat sollten Blätter und grober Schmutz entfernt werden, einmal im Jahr muss er maschinell grundgereinigt werden. Das erhöht die Lebensdauer, die Joachim Lucas auf etwa 25 Jahre schätzt. Er dankte Landrat Thorsten Stolz und dem Freigerichter Bürgermeister für die finanzielle Unterstützung und hob das Engagement von Vorstandsmitglied Thomas Priebsch hervor, der gemeinsam mit dem Projektteam Großartiges geleistet habe.
Knapp 450.000 Euro kostet die neue Anlage. Einen Zuschuss von 75.000 Euro hat der Main-Kinzig-Kreis dazu beigetragen, weitere 75.000 Euro die Gemeinde Freigericht und das Land Hessen steuerte 50.000 Euro Fördermittel bei. Spendengelder wurden eingeworben und mit der „Kauf einen Quadratmeter Platz für 19,12 Euro“-Aktion, die an das Gründungsjahr des Fußballvereins erinnerte, wurde zusätzlich Geld für die Umgestaltung eingenommen. Bürgermeister Waldemar Gogel nannte die Crowdfunding-Aktion des Vereins „beeindruckend“: Hier sei ein Anlaufpunkt für ganz Freigericht entstanden. „Die Gemeinde Freigericht hat den Verein bei diesem Projekt sehr gern unterstützt – finanziell, aber auch indem wir eine dem Gelände benachbarte Fläche zur Verfügung gestellt haben, um die Asche zwischenzulagern.“ Die Gemeinde wird das Material für den Straßen- und Feldwegebau verwenden.
„Ehrenamt ist nicht alles – aber ohne Ehrenamt ist vieles nicht möglich. Der SV Altenmittlau hat hier Verantwortung übernommen und ein Projekt umgesetzt, das weit über den Sport hinaus Bedeutung hat. Sportstätten sind auch immer Orte der Gemeinschaft, des Miteinanders und des Zusammenhalts. Der Main-Kinzig-Kreis hat diese Initiative deshalb sehr gern unterstützt“, sagte Landrat Thorsten Stolz am Ende seines Besuchs.
Quelle: Redaktion MKK Echo

