17 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 10 und 11 der Kopernikusschule Freigericht reisten gemeinsam mit ihren Lehrkräften Claudia Hauß und Nuria de la Fuente Balboa nach Guareña in die spanische Region Extremadura. Dort wurden sie herzlich von ihrer Partnerschule, dem IES Eugenio Frutos, empfangen.
Von Beginn an stand das interkulturelle Lernen im Mittelpunkt des Austauschs. In verschiedenen Workshops arbeiteten deutsche und spanische Jugendliche gemeinsam an Aufgaben, vertieften ihre Sprachkenntnisse und setzten sich mit Traditionen und Folklore auseinander – sogar gemeinsames Tanzen gehörte zum Programm. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem spanischen Bildungssystem. Am Beispiel einer Kunstschule in Mérida, der Hauptstadt der Extremadura, erhielten die Schülerinnen und Schüler spannende Einblicke in Bildungs- und Berufsmöglichkeiten nach der 10. Klasse. Neben der klassischen Oberstufe gibt es dort berufsbildende Schulen mit künstlerischem Schwerpunkt, die zugleich auf Hochschulniveau arbeiten. Im Anschluss beeindruckten die römischen Bauwerke der Stadt – insbesondere das berühmte römische Theater und das Amphitheater, die als UNESCO-Weltkulturerbe eindrucksvoll von der langen Geschichte der Region zeugen.
Auch Guareña selbst wurde intensiv erkundet. Literarische Beiträge in der Stadtbibliotgek vermittelten Einblicke in die regionale Dichtung, während in der Markthalle typische Spezialitäten wie „Pan con Tomate“ mit verschiedenen Olivenölen probiert wurden. Ein offizieller Empfang im Rathaus durch die stellvertretende Bürgermeisterin unterstrich die Wertschätzung des Austauschs. Darüber hinaus beeindruckte die prachtvolle Pfarrkirche des Ortes durch ihre Architektur und Geschichte. Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch der mittelalterlichen Stadt Cáceres mit ihrer historischen Altstadt, ihren Palästen und Kirchen, die ebenfalls zum UNESCO-Welterbe zählt.
Das Wochenende verbrachten die deutschen Jugendlichen in ihren Gastfamilien und erhielten so authentische Einblicke in den spanischen Alltag sowie in familiäre Traditionen und die herzliche Gastfreundschaft der Region. Eine ungeplante Verlängerung des Aufenthalts aufgrund eines Flugstreiks stellte zwar eine organisatorische Herausforderung dar, wurde jedoch dank der großen Flexibilität der Gastfamilien und Lehrkräfte souverän gemeistert. So konnte sogar ein zusätzlicher Kreativ-Workshop stattfinden, bei dem die Schülerinnen und Schüler eigene Bücher banden und gestalteten – eine bleibende Erinnerung an diese besondere Woche. Auch ein fröhlicher Karnevalsumzug einer benachbarten Schule sorgte für ausgelassene Stimmung.
Der Austausch mit Guareña war weit mehr als eine Reise ins Ausland. Er bot die Möglichkeit, Sprache lebendig anzuwenden, neue Perspektiven kennenzulernen und kulturelle Gemeinsamkeiten wie Unterschiede bewusst zu erleben. Freundschaften wurden geknüpft, Selbstständigkeit gestärkt und Horizonte erweitert.
Quelle: Thorsten Weitzel

