Montag, Februar 23, 2026
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Ersatzgeschwächter TV Gelnhausen dreht Partie in Hochdorf

Arbeitssieg nach verschlafenem Start

Der TV Gelnhausen hat am 21. Spieltag der 3. Handball-Liga Süd-West auch die Auswärtshürde beim HLZ Friesenheim-Hochdorf II genommen. Vor 95 Zuschauern im Sportzentrum TV Hochdorf, darunter rund 30 lautstarke Anhänger aus Gelnhausen, setzten sich die ersatzgeschwächten Barbarossastädter mit 37:32 (18:19) durch. Mit nun 34:6 Punkten behauptet der TVG weiterhin den zweiten Tabellenplatz, der am Ende der Saison zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga berechtigen würde.

Das Endergebnis wirkt deutlicher, als es der Spielverlauf lange Zeit vermuten ließ. Über weite Strecken war es eine enge und intensive Begegnung, in der sich der TVG erst spät entscheidend absetzen konnte. Angesichts zahlreicher Ausfälle war es eine solide und reife Vorstellung der Gelnhäuser, die nach anfänglichen Schwierigkeiten zunehmend Struktur und Kontrolle in ihr Spiel brachten.

Personell musste Cheftrainer Matthias Geiger erneut improvisieren. Neben den Langzeitverletzten Leon David (Schulter-OP) und Akos Csaba (Kreuzbandriss) fallen inzwischen auch Jannik Geisler (Schulter) und Torhüter Alexander Bechert (Ellenbogen) für mehrere Wochen aus. Hinzu kamen krankheitsbedingte Ausfälle von Henrik Müller und Benjamin Wörner. Somit standen Geiger nur limitierte Möglichkeiten zur Verfügung. Im Tor bildeten Daniel Drozdz und Juniorenkeeper Noah Pilgrim das Gespann. Jonas Dambach war nach der Geburt seiner Tochter erstmals wieder im Kader und sollte eine wichtige Rolle spielen.

Der Beginn der Partie verlief aus Gelnhäuser Sicht alles andere als optimal. Friesenheim startete gut in das Spiel, verteidigte bissig und profitierte gleichzeitig von einigen Paraden ihres Torhüters Philipp Wenning. Beim TVG häuften sich Ballverluste im Angriff, während defensiv zunächst der Zugriff fehlte.

So gingen die Gastgeber schnell mit 2:0 in Führung und bauten den Vorsprung konsequent aus. In der 9. Minute vergab Kapitän Jonathan Malolepszy beim Stand von 3:6 einen Siebenmeter – ungewohnt für den sonst so sicheren Schützen. Kurz darauf stand es nach zehn Minuten bereits 3:8. „Unser Gegner hat mit wahnsinnig viel Druck angefangen. Für uns war es extrem schwierig, ins Spiel reinzukommen“, erklärte Geiger später.

Doch der TVG fand langsam Antworten. Stück für Stück stabilisierte sich die Defensive und vorne übernahm Malolepszy trotz eines weiteren verworfenen Siebenmeters beim Stand von 7:10 (16.) immer mehr Verantwortung. Auch Winterneuzugang Dima Redkyn traf in dieser Phase mehrfach. Der Rückstand schmolz kontinuierlich, ehe Malolepszy in der 30. Minute erstmals zum 18:18 ausgleichen konnte. Sekunden vor der Pause traf jedoch Simon Schwarz vom HLZ zum 18:19-Halbzeitstand aus Gelnhäuser Sicht.

Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Rot-Weißen zunächst wacher als die Gastgeber. Drozdz steigerte sich im Tor und Dambach erzielte in der 33. Minute die erste Gelnhäuser Führung zum 20:19. In der Folge blieb die Partie allerdings eng, da Friesenheim weiterhin gut gegen das Tempospiel der Barbarossastädter arbeitete und keine Mannschaft sich entscheidend absetzen konnte.

Erst in der 48. Minute gelang dem TVG der erste Zwei-Tore-Vorsprung durch einen Treffer von Max Bechert zum 28:26. Nur drei Minuten später traf er dann auch zum 30:27 – die erste Drei-Tore-Führung der Partie. Doch Friesenheim stemmte sich gegen die drohende Niederlage. In der 55. Minute verkürzte Lennart de Hooge auf 30:31, das HLZ war wieder in Schlagdistanz.

Nun zeigte sich jedoch die Cleverness und Kondition der Gelnhäuser. In der Crunchtime spielte der TVG seine Erfahrung aus, bestrafte Fehler der Gastgeber konsequent und erhöhte nochmals das Tempo.

Ein 6:1-Lauf des TVG brachte die Entscheidung. Simon Belter traf in der 60. Minute schließlich zum 37:31, ehe de Hooge mit seinem Treffer den 37:32-Endstand herstellte. Drozdz war dabei immer häufiger zur Stelle, wenn es brannte, und auch Juniorentorhüter Pilgrim bekam Einsatzminuten und konnte sich auszeichnen.

„Für uns waren das zwei sehr hart erkämpfte Punkte“, sagte Geiger nach dem Spiel. „Umso mehr freut es mich natürlich, dass wir hier noch gewonnen haben. Trotz der vielen Ausfälle haben die Jungs heute das Beste aus der Situation gemacht.“

Bester Werfer der Gelnhäuser war Kapitän Malolepszy mit elf Treffern. Dambach überzeugte bei seiner Rückkehr mit sieben Toren. Auf Seiten der Gastgeber waren de Hooge, Theo Straub und Marcel Reis mit jeweils fünf Treffern am erfolgreichsten. Nach dem Abpfiff feierten die TVG-Spieler gemeinsam mit den mitgereisten Fans, die ihr Team über die gesamte Spielzeit lautstark unterstützt hatten.

Mit nun 34:6 Punkten bleibt der TV Gelnhausen Tabellenzweiter. Weiter geht es bereits am kommenden Samstag um 19.30 Uhr in der heimischen Rudi-Lechleidner-Halle. Dann empfängt der TV Gelnhausen die TSG Haßloch, die aktuell auf dem vorletzten Tabellenplatz der Staffel Süd-West steht.

Quelle: Redaktion MKK Echo

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