Samstag, Februar 21, 2026
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Standortpolitik nach SPD-Lesart: Wunsch oder Wirklichkeit?

Die SPD Nidderau wirft der CDU „Standard-Wahlsprüche“ und „Unkenntnis“ vor. Ein Blick in die veröffentlichten Zahlen legt nahe, dass die Sachlage etwas differenzierter ist.

Die IHK-Standortumfrage 2025 basiert auf den Rückmeldungen von 20 von 218 angeschriebenen Unternehmen – also weniger als zehn Prozent. Darauf weist die Stadt selbst in ihrer Veröffentlichung hin.
(Quelle: Stadt Nidderau, Pressemitteilung zur IHK-Standortumfrage 2025, 03.02.2026)

Eine Verbesserung der Durchschnittsnote von 3,6 auf 3,1 ist positiv, bleibt jedoch weiterhin im Bereich „befriedigend“ und beruht auf einer sehr kleinen Datenbasis. Von einer strukturellen wirtschaftlichen Trendwende zu sprechen, erscheint daher zumindest erklärungsbedürftig.

Auch beim Thema Gewerbesteuer lohnt ein genauer Blick. Die SPD verweist auf einen Anstieg der Einnahmen von 5,1 Mio. € (2022) auf 15,4 Mio. € (2024). In der regionalen Berichterstattung wird jedoch darauf hingewiesen, dass diese Entwicklung maßgeblich durch eine Einmalzahlung beziehungsweise Sondereffekte beeinflusst wurde und daher nur eingeschränkt als nachhaltiger Wachstumstrend interpretiert werden kann.
(Quelle: Offenbach-Post / op-online.de, Bericht zur Wirtschaftsentwicklung in Nidderau)

Steigende Einnahmen sind selbstverständlich erfreulich. Entscheidend ist jedoch die Frage, ob sie strukturell und dauerhaft sind – oder ob sie auf einmaligen Effekten beruhen, wie letztes Jahr (Dies hat dazu geführt, dass die Stadt Nidderau nicht Buchhalterisch ein Verlust Ergebnis präsentieren musste).

Besonders aufschlussreich ist die Diskussion um Gewerbeflächen. Die SPD erklärt, man habe „die am besten gelegenen und am leichtesten zu entwickelnden Flächen“ ausgewählt. Wirklich?

Wo sind die Zahlen?
Wo sind die Erschließungskosten?
Wo ist die belastbare Standortanalyse?
Wo ist die Prognose über Arbeitsplatz- und Gewerbesteuerentwicklung?

Bislang bleiben diese Fragen unbeantwortet.

Ein Standort nahe der B521 mit schneller Anbindung an A66 und A45 bietet für viele Unternehmen objektiv bessere Rahmenbedingungen als ein innerörtliches Mischgebiet mit Nutzungskonflikten, Emissionsbeschränkungen und begrenzten Erweiterungsmöglichkeiten. Das ist keine Ideologie – das ist Standortökonomie.

Wer Unternehmen ansiedeln möchte, muss Verkehrsanbindung, Logistik, Skalierbarkeit und Entwicklungsperspektiven mitdenken. Wer stattdessen innerörtliche Mischgebiete als zentrale Lösung präsentiert, betreibt eher Flächenverwaltung als aktive Wirtschaftsförderung.

Wenn die Opposition (SPD und Grüne) solche Aspekte zur Diskussion stellt, ist das kein Angriff, sondern demokratische Mitwirkung.

Nidderau braucht keine wechselseitigen Schlagworte. Weder „Selbstlob-Kampagnen“ noch „Klientel-Vorwürfe“.
Nidderau braucht transparente Zahlen, nachvollziehbare Strategien und eine Flächenpolitik, die nachhaltiges Wachstum ermöglicht.

Quelle: Leserbrief Phil Studebaker

„Bei dem Beitrag handelt es sich um einen Leserbrief, der ausschließlich die persönliche Meinung des Verfassers wiedergibt.“

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