Das Planfeststellungsverfahren für den Ausbau der Niddertalbahn läuft. Die Strecke soll auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden. In Kilianstädten sollen sich die Züge den Plänen zufolge allerdings weiterhin die Bahn frei hupen. Schönecks Grüne unterstützen nun lärmgeplagte Anwohnende bei Einwendungen, um das Hupen überflüssig zu machen.
Bündnis 90/Die Grünen in der Schönecker Gemeindevertretung freuen sich, dass es bei Ausbau und Elektrifizierung der Niddertalbahn mit Beginn des Planfeststellungsverfahrens nun einen wichtigen Schritt weiter geht. Allerdings bleibt die Planung an einem entscheidenden Punkt hinter den Forderungen der Grünen zurück: Das Warnhupen vor den unbeschrankten Bahnübergängen bei der Kilianstädter Mühle bliebe demnach nicht nur erhalten. In den Spitzenstunden würde sich die Zahl der Zugfahrten sogar von bisher 8 auf künftig 16 verdoppeln. Da jeder Zug vor beiden unbeschrankten Bahnübergängen warnhupen muss, kämen so wenigstens 32 Hupsignale pro Stunde zusammen. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens besteht nun die Möglichkeit, Einwendungen zu erheben, um den Lärm abzustellen.
Hup-Lärm nicht nur nervig, sondern ohne erholsamen Schlaf gesundheitsgefährdend
Die Grünen setzen sich seit langem dafür ein, die Anbindung an Frankfurt schneller, zuverlässiger und umweltfreundlicher zu machen. Bereits 2016 hat die Fraktion zudem erstmals einen Antrag eingebracht, um das Warnhupen im Bereich der Kilianstädter Mühle dauerhaft zu beenden. Schon nach derzeitigem Fahrplan endet das lautstarke Hupen erst nachts um 23:24 mit dem letzten Zug und beginnt wieder frühmorgens mit der ersten Fahrt um 4:44 Uhr. Erholsamer Schlaf ist für die Anwohnenden faktisch auf die rund fünf Stunden dazwischen begrenzt. Damit ist das Warnhupen nicht nur nervig, sondern auch gesundheitsgefährdend, vor allem in Kilianstädten und Oberdorfelden.
Methoden aus dem 19. Jahrhundert mit Modernisierung abstellen
Die Modernisierung der Strecke böte die Chance, den Lärm ganz abzustellen, betont der Fraktionsvorsitzende Wolfgang Seifried. „Für uns ist nicht einzusehen, dass die Strecke für geschätzte 100 Millionen Euro auf den neuesten Stand der Technik gebracht wird, die Züge sich dann aber – bei vermehrtem Verkehr – wie im 19. Jahrhundert die Bahn frei hupen müssen.“ Die Sicherheit soll jedoch gewahrt bleiben. Mögliche Lösungen wären eine Beschrankung oder die Stilllegung unbeschrankter Bahnübergänge. Für letzteres hatte Schönecks Kommunalpolitik bereits vor Jahren grünes Licht gegeben.
Musterschreiben der Grünen unterstützt bei Einwendungen
Nach Beschluss der Gemeindevertretung wird Schöneck als sogenannter „Träger öffentlicher Belange“ eine Einwendung für das Abstellen des Hupens formulieren. Neben der Gemeinde können aber auch alle betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner im Rahmen der Planfeststellung ihre Einwendungen bis 1. April beim Eisenbahn-Bundesamt einreichen. Um ihnen das zu erleichtern, haben die Grünen einen Mustertext formuliert, der wahlweise komplett übernommen oder nach eigenem Gusto geändert werden kann (siehe Links am Ende des Textes).
Was Seifried dabei wichtig ist: „Wer im Sommer 2025 die Projekt-Präsentation verfolgen konnte, hat erlebt, dass die Bahn um größtmögliche Transparenz bemüht ist und die Verantwortlichen für das Projekt brennen. Insofern ist es uns wichtig, respektvoll aufzutreten.“ Jetzt gehe es darum, ein gutes Vorhaben noch besser zu machen. Je mehr Anwohnende sich daran beteiligen, desto höher wäre die Chance, auch Gehör zu finden, ist sich Seifried sicher.

Quelle: Die Grünen Schöneck

