Der Saal brechend voll, die Töne deutlich und nachdenklich. Der Windecker Ortsbeiratskandidat der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP), Dr. Ralf Grünke, kehrt tief beeindruckt vom politischen Aschermittwoch des bayerischen Landesverbands seiner Partei zurück.
In Bayern zählt die ÖDP über 400 kommunale Mandate, mehr als die FDP oder die Linke.
Mehrere Rathäuser werden von ÖDP-Engagierten regiert, die Partei stellt eine stellvertretende Landrätin. Grünke ist im fränkischen Erlangen geboren und aufgewachsen, auf die ÖDP stieß er dort vor der bayerischen Landtagswahl im Jahr 1986.
Seit über 20 Jahren ist Grünke nun in Windecken zu Hause. Bei den hessischen Kommunalwahlen führt er die einzige eigene ÖDP-Liste an – die für den Ortsbeirat in Windecken. „Man muss irgendwo anfangen“, meint er. Bei der Kreistagswahl tut er es anderen ÖDP-Aktiven in Hessen gleich und kandidiert als Gast auf der Liste einer anderen Partei, nämlich Volt. Für weitere eigene Antritte fehlen genügend Mitglieder.
Während die CSU in der Dreiländehalle tagt, also ebenfalls in Passau, sammeln sich rund 300 Interessierte zum politischen Aschermittwoch der ÖDP im Gasthof Aschenberger. Dort treten die beiden ÖDP-Landesvorsitzenden Agnes Becker und Tobias Ruff auf. Was ökologisches Verhalten betreffe, ginge es um eine einfache Frage, so Becker: „Wer wollen wir sein? Brandstifter, Gaffer oder Feuerwehrfrau? Ich will Feuerwehrfrau sein. Denn es brennt ganz gewaltig!” Ruff kritisiert den fortlaufenden Flächenfraß und ruft der CSU zu: „Warum betoniert Ihr dieses Land weiter zu? Es geht um die Heimat, auf die Ihr vorgeblich so stolz seid. Wo bleibt eure Glaubwürdigkeit?”
„Gediegener und bodenständiger, gleichwohl auch ein wenig stachelig“, ginge es beim politischen Aschermittwoch der ÖDP zu, schreibt die Passauer Neue Presse und vergleicht dabei die Veranstaltung mit der CSU-Zusammenkunft.
Quelle: Redaktion MKK Echo

