Dienstag, Februar 17, 2026
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Hochkarätig besetztes Podium mit Prof. Bachmann an den Kaufmännischen Schulen Hanau: Europa verfügt über zahlreiche Chancen!

Schulleiterin OStD Garnet Becker eröffnete den Abend zum Schwerpunkt „Standort Deutschland und Region Hanau im Wandel“ vor 120 Zuhörerinnen und Zuhörern, sie betonte die Bedeutung solcher Diskussionsformate für politische und ökonomische Bildung. Schule müsse Raum für kontroverse Debatten bieten und junge Menschen befähigen, komplexe Entwicklungen einzuordnen. Sie begrüßte Prof. Dr. Rüdiger Bachmann (University of Michigan), Guido Braun (Sparkasse Hanau), Heike Hengster (Agentur für Arbeit Hanau) und Dr. Gunther Quidde (IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern), sowie den Moderator Gunther Schilling (F.A.Z. Business Media GmbH).

Den inhaltlichen Auftakt gestaltete Prof. Dr. Rüdiger Bachmann mit einem Impulsvortrag, der sich schwerpunktmäßig mit dem „Trumpismus“ und dessen komplexen politischen und ökonomischen Strukturen auseinandersetzte. Bachmann sprach von Tendenzen zur „Kleptokratie“ und „Idiokratie“ und analysierte die Auswirkungen amerikanischer Zollpolitik auf Deutschland und Europa. Dabei zeigte er auf, wie stark geopolitische Entwicklungen mittlerweile wirtschaftliche Entscheidungen beeinflussen.

Eine der ersten kritischen Fragen des Abends lautete, ob sich Deutschland tatsächlich bereits mitten im Strukturwandel befinde – oder ob dieser noch bevorstehe beziehungsweise politisch überhaupt erkannt worden sei. Viele gesetzliche und regulatorische Rahmenbedingungen seien noch nahezu unverändert, obwohl sich die Weltwirtschaft tiefgreifend gewandelt habe.

Dr. Quidde beschrieb die Lage vieler Unternehmen als schwierig. Gleichzeitig betonte Guido Braun, dass insbesondere deutsche Familienunternehmen grundsätzlich flexibel und reaktionsfähig seien – sofern die politischen Rahmenbedingungen dies zuließen.

Neben geopolitischen Umbrüchen und der KI-Revolution wurde der demografische Wandel als wohl gravierendste Herausforderung identifiziert. In den kommenden Jahren gehen rund 13,4 Millionen Babyboomer in den Ruhestand. Internationale Partnerschaften – etwa mit Südamerika, Australien, Neuseeland, vor allem aber mit Indien und afrikanischen Staaten – könnten hier Entlastung bringen, sofern sie als „Partnerschaften auf Augenhöhe“ gestaltet würden. Viele Länder Afrikas hätten „die Schnauze voll von China“, so Bachmann.

Für junge Menschen böten sich trotz möglicher Arbeitsplatzverluste durch Künstliche Intelligenz zahlreiche Chancen, betonte Hengster. Gerade regional, etwa im Handwerk, gebe es große Perspektiven, ergänzte Braun.

Ein weiterer Diskussionspunkt war die Notwendigkeit eines Kulturwandels in Bürokratie und Genehmigungsverfahren. Statt behördlicher Kontrolle müsse stärker auf unternehmerische Verantwortung gesetzt werden – im Zweifel auch mit klaren strafrechtlichen Konsequenzen bei Fehlverhalten. Der Koalitionsvertrag der Bundesregierung sehe entsprechende Ansätze vor, so Bachmann, allerdings bleibe abzuwarten, inwieweit Lobbyinteressen diese verwässern würden.

Trotz aller Herausforderungen überwog am Ende ein vorsichtig optimistischer Ton. Deutschland und Europa verfügten über zahlreiche Chancen, die jedoch zügig ergriffen werden müssten. In einer neuen Weltordnung zwischen USA, China und Russland gewinne Größe wieder an Bedeutung. Europa müsse daher enger zusammenarbeiten, den Binnenmarkt vollenden – etwa durch Banken- und Kapitalmarktunion – und so die Voraussetzungen schaffen, um europäische Start-ups international skalieren zu können.

Nach einer engagierten Fragerunde mit dem Publikum endete ein intensiver Diskussionsabend. Für Prof. Dr. Bachmann ging es unmittelbar im Anschluss weiter zur Münchner Sicherheitskonferenz, zu der er als Gast eingeladen war.

„Ich fand es sehr spannend die Sicht auf Trumps-Politik von einem Professor aus Amerika zu hören, es war eine vollkommen neu Perspektive“, äußerte sich ein Schüler des Wirtschaftslehre-Leistungskurses, die Schülerinnen und Schüler des Kurses hatten im Vorfeld die Gelegenheit mit Bachmann im kleinen Kreis zu diskutieren. Bei der Abendveranstaltung sorgten Sie dann für die Bewirtung und kritische Fragen.

Titelbild: Auf dem Bild v.l.n.r.: Heike Hengster (Agentur für Arbeit Hanau), Dr. Gunther Quidde (IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern), Prof. Dr. Rüdiger Bachmann (University of Michigan), Moderator Gunther Schilling (F.A.Z. Business Media GmbH) und Guido Braun (Sparkasse Hanau).

Quelle: Stefan Meyenburg

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