Montag, Februar 9, 2026
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Gründerin des Hessischen Puppenmuseums: Stadt Hanau ehrt Kulturvermittlerin Gertrud Rosemann mit Ehrengrab

Hanau. „Mit Gertrud Rosemann würdigen wir eine außergewöhnliche Persönlichkeit, die Hanau als Kulturstadt, als Stadt des bürgerschaftlichen Engagements und als Ort internationaler Verständigung nachhaltig geprägt hat”, sagt Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Die Grabstätte von Gertrud Rosemann auf dem Hanauer Hauptfriedhof wird gemäß der Richtlinie zur Anerkennung von Ehrengräbern in den Rang einer Ehrengrabstätte erhoben.

Mit dieser Entscheidung ehrt die Stadt Hanau eine Frau, deren Lebenswerk weit über die Stadtgrenzen hinaus Anerkennung gefunden hat und die durch ihr jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement Maßstäbe für kulturelle Bildung und Völkerverständigung gesetzt hat.

Mit der Verleihung des Ehrengrab-Status übernimmt die Stadt Hanau ab sofort die Pflege und Unterhaltung der Grabstätte. „Gertrud Rosemann hat mit ihrem unermüdlichen Einsatz bleibende kulturelle Strukturen geschaffen und Menschen über Generationen hinweg begeistert und verbunden. Mit dem Ehrengrab halten wir ihr Andenken lebendig und würdigen ihr außergewöhnliches Wirken für Hanau“, sagt Stadträtin Isabelle Hemsley.

Gertrud Rosemann wurde am 30. Oktober 1922 in Kettwig, einem Stadtteil von Essen, geboren und wuchs in einfachen Verhältnissen in Wuppertal auf. Nach dem Abitur nahm sie ein Studium in Koblenz auf und wurde nach dem Staatsexamen 1943 als Lehrerin in Ostpreußen/Masuren eingesetzt. Mit dem Herannahen der Front im Jahr 1945 schloss sie sich einem Flüchtlingstreck an und geriet in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Nach ihrer Entlassung aus einem Internierungslager im Jahr 1948 kehrte sie nach Deutschland zurück und trat 1949 wieder in den Schuldienst ein. Bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 1985 war sie als Lehrerin in Frankfurt am Main tätig. 1983 gründete Gertrud Rosemann das Hessische Puppenmuseum im Arkadenbau der historischen Kuranlagen Wilhelmsbad. In den folgenden Jahren entwickelte sich das Museum zu einem zentralen Ort der kulturellen Bildung und des bürgerschaftlichen Engagements. Als 1989 der Oberbürgermeister der japanischen Stadt Tottori, Masaru Nishio, das Thema Völkerverständigung durch Spielzeug vermitteln wollte, entstand über das Museum der Kontakt zwischen Hanau und Tottori. Die erfolgreiche Ausstellung führte 1995 zur Eröffnung des Spielzeugmuseums Warabe-kan in Tottori und zu einer Partnerschaft der beiden Museen. Daraus entwickelte sich 2001 die offizielle Städtepartnerschaft zwischen Hanau und Tottori.

Als Gertrud Rosemann 1997 im Alter von 75 Jahren die Leitung des Hessischen Puppenmuseums an ihren Nachfolger übergab, hatte sie rund 66.700 ehrenamtliche Arbeitsstunden für die von ihr initiierte Institution geleistet und zahlreiche Publikationen zu Ausstellungen veröffentlicht. Ihr Engagement wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Kulturpreis des Main-Kinzig-Kreises, der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, der Goldenen Ehrenplakette der Stadt Hanau, dem Deutsch-Japanischen Freundschaftspreis der Robert-Bosch-Stiftung sowie dem japanischen Kaiserorden. Zudem erhielt sie eine Außerordentliche Ehrenbürgerurkunde der Stadt Tottori – eine Auszeichnung, die zuvor ausschließlich Politikern verliehen worden war. Gertrud Rosemann starb am 6. Februar 2023 im Alter von 100 Jahren.

„Gertrud Rosemann hat Hanau als Stadt der Kultur, der Bildung und der internationalen Verständigung geprägt. Mit der Auszeichnung ihrer Grabstätte als Ehrengrab bringen wir Dank, Anerkennung und bleibende Wertschätzung für ihr Lebenswerk zum Ausdruck“, so Oberbürgermeister Kaminsky abschließend.

Pressekontakt:
Stadt Hanau, Florian Bauer

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Quelle: Redaktion MKK Echo

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