Freitag, Februar 6, 2026
StartPolitikKunstrasenplatz oder zentrale Sportanlage? Heftige Debatte darum in der Gemeindevertretung

Kunstrasenplatz oder zentrale Sportanlage? Heftige Debatte darum in der Gemeindevertretung

Schöneck. Die Debatten in der vorletzten Sitzung des Gemeindeparlaments vor der Kommunalwahl am 15.März machte noch einmal klar die Gegensätze zwischen den einzelnen Fraktionen deutlich. Doch zunächst konnte Bürgermeisterin Carina Wacker (CDU) gute Nachrichten verkünden. Die Vertragsverhandlungen über das Rechenzentrum mit der Amazon-Tochter AWS (Amazon Web Service) stehen kurz vor dem Abschluss. Derzeit prüfe die Gegenseite noch einige juristische Fragen und auch ein weiteres Grundstück musste vom Land Hessen dazu erworben werden. Nach dem derzeitigen Stand der Dinge, so die Bürgermeisterin soll der Kaufvertrag Ende März/ Anfang April unterschrieben werden. Damit würde dann auch der erste Teil der Kaufpreiszahlung fällig. Weil aber noch einmal eine zweite Offenlage der Anpassung des Bebauungsplans erforderlich ist, wird erst die neue Gemeindevertretung nach der Kommunalwahl den endgültigen Beschluss über den Bebauungsplan fassen können.

Dann jedoch, mit Aufruf des nächsten Tagesordnungspunktes, zeigte sich schnell, dass nicht alles in die Hände der zukünftigen Gemeindevertretung gelegt werden solle, sondern dass möglich noch vor Ende der Sitzungsperiode einige Dinge entschieden werden sollten. So zum Beispiel nach Ansicht der Grünen die Verabschiedung einer Zisternensatzung. Zur Schonung des Wasserhaushalts und zur Entlastung von Abwasseranlagen sollte die Gemeindevertretung die auf einer Mustersatzung des Hessischen Städte- und Gemeindebundes basierende Zisternensatzung beschließen. Aufgrund der trockenen Sommer der letzten Jahre sei das lebensnotwendige Frischwasser zu einer immer kostbareren Ressource geworden. Gerade beim Neubau eines Hauses – und nur um den Neubau sollte es in der Satzung gehen – sei es günstig, von Beginn an die Regenwassernutzung einzuplanen und einzubauen. Nachdem die Bürgermeisterin dann aber darauf hingewiesen hatte, dass ein derartiger Antrag längst von der Verwaltung bearbeitet werde und es wegen erhebliche Personalproblemen und dringenderer Dinge zu Bearbeitungsstau im Bauamt zu Verzögerungen gekommen sei, lehnte die Mehrheit den Antrag der Grünen schließlich ab. Mit der Begründung, dass auch eine Mustersatzung an die örtlichen Gegebenheiten angepasst werden müsse und die Verwaltung daran arbeite.

Seit noch längerer Zeit, nämlich seit über vier Jahren, steht das Thema `Kunstrasenplatz´ auf der Agenda der Gemeindevertretung. So lange wird von politischen Vertretern der Fraktionen gemeinsam mit den örtlichen Fußballvereinen bereits die Realisierung eines Kunstrasensportplatzes erörtert. Die beantragenden Fraktionen – alle außer der FDP – wollen daher mit dieser Beschlussvorlage nun eine Entscheidung forcieren und die Realisierung verbindlich auf den Weg bringen. Für das Haushaltsjahr 2025 wurden bereits investive Haushaltsmittel zur Umsetzung eines Kunstrasensportplatzes bereitgestellt. Für die CDU macht ihr Sprecher Stefan Haas noch einmal deutlich, dass es dabei vor allem um das Wohl der Vereine ginge, denn die derzeitigen Rahmenbedingungen auf den vorhandenen Naturrasenplätzen führten insbesondere in witterungsintensiven Zeiträumen zu erheblichen Einschränkungen des Trainings- und Spielbetriebs. FWG -Sprecher Matthias Geisler warnte aber anschließend davor, mit diesem Antrag, die Diskussion um eine zentrale Sportanlage abtöten zu wollen, denn die diene schließlich auch dem Zusammenwachsen der einzelnen Ortsteile. Dagen wiederum wandte sich Wolfgang Seifried (Grüne). Eine zentrale Sportanlage benötige eine zu große Fläche. Am Ende erfolgte die Abstimmung dann jedoch einstimmig zugunsten der Ertüchtigung eines Sportplatzes als Kunstrasenplatz.

Noch heftiger wurde der Antrag auf Sanierung der Nidderhalle in Oberdorfelden diskutiert, ausgelöst von dem Änderungsantrag der Grünen, bei den Planungen die weitere Verwendung von fossilen Brennstoffen zu Heizzwecken ausschließen zu lassen. Auch wenn es einen Grundsatzbeschluss der Gemeindevertretung ( März 2022) gibt, wonach in Neubauten keine Heizungen auf Fossiler Basis eingebaut werden dürfen, so gibt es doch Ausnahmen, wie Bürgermeisterin Wacker betonte. Das sei auch in der Kita in Oberdorfelden geschehen. Am Ende wurde dem Antrag mit leichten Änderungen wie der Streichung der stufenweisen Beauftragung mehrheitlich beschlossen.

Mehrheitlich wurde am Ende dann auch noch der Antrag zur Annahme des integrierten Klimaanpassungskonzeptes für den Main-Kinzig-Kreis, im Speziellen für das Teilkonzept Schöneck. Begründung: nur mit Annahme des Konzepts können einzelne Maßnahmen gefördert werden.

Jürgen W. Niehoff

3 Fotos anbei

Bürgermeisterin Carina Wacker verkündet den neuesten Stand zu den Vertragsverhandlungen über das Rechenzentrum

Grünen-Sprecher Wolfgang Seifried argumentiert gegen die Sanierung der Nidderhalle mit einer fossilen Heizung

Die Nidder-Halle in Oberdorfelden ist dringend sanierungsbedürftig. Unter anderem ist die Heizungsanlage defekt

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die nidder-halle in oberdorfelden ist dringend sanierungsbedürftig. unter anderem ist die heizungsanlage defekt

Quelle: Jürgen W. Niehoff

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