Donnerstag, Februar 5, 2026
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SPD widersprecht CDU: Entwicklung Gründaus wird nicht verhindert – vorhandene Baupotenziale nutzen

Die von der CDU Gründau geäußerte Kritik an der gemeinsamen Entscheidung von SPD und FWG, im Rahmen des Regionalplans keine weiteren Neubaugebiete auszuweisen, entbehrt nach Ansicht der SPD-Fraktion einer sachlichen Grundlage. „Die CDU erweckt den Eindruck, Gründau werde in seinen Entwicklungsmöglichkeiten blockiert – das Gegenteil ist der Fall“, erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dr. Jürgen Schubert.

Tatsächlich verfügt die Gemeinde weiterhin über konkrete Bauflächenreserven. Allein in Mittel-Gründau besteht eine rund 2,5 Hektar große Fläche, die noch vor der Gründung der Gemeinde in 1972 als Bauerwartungsland vorgesehen, aber bislang nur ansatzweise aktiviert wurde und in Breitenborn steht ein Mischgebiet von 1,5 Hektar zur Verfügung. „Wer heute von angeblich fehlenden Entwicklungsmöglichkeiten spricht, sollte zuerst erklären, warum bestehende Potenziale über Jahre hinweg ungenutzt sind“, so Schubert weiter.

Die CDU argumentiert, Gründau sei eine Zuzugsgemeinde und müsse deshalb immer neue Baugebiete ausweisen. SPD und FWG halten dagegen: Entwicklung bedeute nicht automatisch Flächenverbrauch. Solange vorhandene Bauflächen brachliegen, sei es weder ökonomisch noch ökologisch vertretbar, weitere landwirtschaftliche Flächen neu auszuweisen.

Besonders widersprüchlich erscheint aus Sicht der Mehrheitsfraktionen die CDU-Argumentation insgesamt. Einerseits fordert die CDU zusätzliche Neubaugebiete, andererseits kritisieren CDU-Vertreter aus der Landwirtschaft den Verlust von Ackerflächen durch genau diese Neubaugebiete. „Damit widerspricht sich die CDU selbst: Sie fordert mehr Flächenverbrauch und beklagt gleichzeitig dessen Folgen“, betont der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende.

Die SPD-Fraktion stellt klar: Der Beschluss bedeutet keinen Entwicklungsstopp, sondern eine bewusste Priorisierung. Ziel ist es, zunächst die bestehenden Baureserven zu mobilisieren, anstatt immer neue Flächen auszuweisen, die zusätzliche Infrastrukturkosten verursachen und dauerhaft Natur- und Ackerflächen vernichten.

„Die eigentliche Blockade liegt nicht im Beschluss von SPD und FWG, sondern in der jahrelangen stiefmütterlichen Behandlung des vorhandenen Baupotentials“, so Schubert abschließend. Wer ernsthaft an einer zukunftsfähigen Entwicklung Gründaus interessiert sei, müsse zuerst die bestehenden Potenziale nutzen, bevor weitere Landschaft unwiederbringlich versiegelt werde.

Quelle: Redaktion MKK Echo

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