Mittwoch, Februar 4, 2026
StartRegion 1MaintalEinsatz mit System und klaren Grenzen

Einsatz mit System und klaren Grenzen

Beschäftigte des Eigenbetriebs Betriebshof leisten in Maintal den Winterdienst für 40.000 Menschen

Maintal. Der Winterdienst des Betriebshofs der Stadt Maintal ist in diesen Tagen wieder rund um die Uhr im Einsatz. Mit insgesamt rund 60 Mitarbeitenden in mehreren Schichten sorgt der Eigenbetrieb Betriebshof dafür, dass das Stadtgebiet für die rund 40.000 Einwohner*innen auch bei Schnee und Eis möglichst sicher bleibt.

Dabei wird deutlich: die Arbeit des Winterdienstes ist anspruchsvoll, körperlich fordernd und häufig von nicht zu erfüllenden Erwartungen begleitet.

„Winterdienst ist kein Rundum-Sorglos-Service und kein Sofortversprechen für jede Straße“, stellt Alessa Reichert, die Betriebsleiterin des Betriebshofs, klar. „Es ist schlicht nicht möglich, alle Straßen, Nebenstraßen und Gehwege gleichzeitig zu räumen oder zu streuen – egal wie oft das gefordert wird.“

Der Winterdienst beginnt oft lange, bevor die Stadt erwacht. Bereits gegen 3 Uhr morgens fährt der sogenannte Rufer erste Kontrollstrecken ab. Er prüft Straßenverhältnisse, bewertet Glätte, Schneefallintensität und Temperaturentwicklung und interpretiert aktuelle Wetterprognosen. Stellt er fest, dass ein Einsatz erforderlich ist, ruft er die eingeteilten Mitarbeitenden zusammen.

„Innerhalb kurzer Zeit kommen alle vorgesehenen Kräfte mit ihren privaten Fahrzeugen auf den Betriebshof – zu einem Zeitpunkt, an dem die Straßen oft noch nicht geräumt und glatt sind“, so Reichert. „Unsere Mitarbeitenden bringen sich damit bewusst selbst in Gefahr, um anschließend die Sicherheit für alle anderen zu gewährleisten.“

Auf dem Betriebshof übernimmt der Rufer die Einsatzkoordination. Fahrzeuge werden geplant und eingeteilt, Routen festgelegt und priorisiert. Dabei bleibt es nicht bei einem starren Plan: Während des Einsatzes gehen laufend Hinweise auf weitere Gefahrenstellen im Maintaler Stadtgebiet ein, etwa durch Polizei, Feuerwehr oder eigene Beobachtungen der Teams. Routen werden spontan angepasst, Schwerpunkte verlagert und zusätzliche Maßnahmen eingeleitet.

Vor jedem Einsatz werden die Fahrzeuge mit Streusalz oder Sole befüllt. Nach Abschluss einer Tour kehren die Teams auf den Betriebshof zurück, um erneut Salz oder Sole aufzunehmen und weitere Strecken zu bedienen. Dieser Kreislauf wiederholt sich – oft über viele Stunden hinweg.

Die Mitarbeitenden im Winterdienst leisten körperlich schwere Arbeit: bei Kälte, Dunkelheit, Schnee und Glätte, häufig über lange Einsatzzeiten hinweg. Die Räumpflicht besteht bis 22 Uhr, dennoch sind die Teams regelmäßig darüber hinaus im Einsatz, wenn es die Wetterlage erfordert. Wochenenden, Feiertage oder Nachtzeiten spielen dabei keine Rolle.

Besonders herausfordernd ist in dieser Wintersaison die angespannte Versorgungslage bei Streusalz. Auch der Betriebshof der Stadt Maintal muss mit knappen Ressourcen haushalten. „Salz ist kein unbegrenzt verfügbarer Rohstoff. Wer erwartet, dass jede Nebenstraße dauerhaft schnee- und eisfrei ist, verkennt sowohl die aktuelle Lage als auch die fachlichen Grundlagen des Winterdienstes. Dazu gehören die begrenzte und temperaturabhängige Wirkung von Streumitteln, die notwendige Priorisierung wichtiger Verkehrsachsen sowie die physikalischen Grenzen bei starkem oder anhaltendem Winterwetter“, betont die Betriebsleiterin.

Als wertvoll erweist sich dabei die interkommunale Zusammenarbeit. Maintal und seine Nachbarkommunen unterstützen sich gegenseitig – zum Beispiel durch die kurzfristige Bereitstellung von Streumitteln. So lassen sich Engpässe unbürokratisch ausgleichen.

Um den Winterdienst zuverlässig aufrechtzuerhalten, wird gezielt und verantwortungsvoll gearbeitet. Auf ausgewählten Strecken kommt Feuchtsalz zum Einsatz, das effektiver wirkt und hilft, Salz einzusparen. Die Einsätze folgen klaren Prioritäten: Hauptverkehrsstraßen, Buslinien, Gefahrenstellen und wichtige Verbindungsstraßen werden zuerst bedient. „Winterdienst ist eine Pflichtaufgabe mit klar definierten rechtlichen, personellen und physikalischen Grenzen“, stellt Reichert klar.

Der Betriebshof nimmt Kritik ernst – erwartet aber auch Realismus und Verständnis. „Wenn der Winterdienst kaum auffällt, dann deshalb, weil unsere Mitarbeitenden hervorragende Arbeit leisten – unter Bedingungen, die viele Kritiker selbst nicht erleben möchten.“

Der Eigenbetrieb Betriebshof der Stadt Maintal bedankt sich ausdrücklich bei allen Beschäftigten im Winterdienst für ihren außergewöhnlichen Einsatz, ihre Einsatzbereitschaft und ihre Motivation, bei jedem Wetter Verantwortung zu übernehmen. Diese Leistung ist unverzichtbar für das Funktionieren der Stadt – und verdient Anerkennung und Respekt.

Diese Meldung im Browser anzeigen

Quelle: Redaktion MKK Echo

Ähnliche Artikel
- Advertisment -

Am beliebtesten