Szenario Jahrhunderthochwasser: Stäbe des Kreises überprüfen interne Abläufe
Main-Kinzig-Kreis. – Ein Hochwasser, wie es der Main-Kinzig-Kreis noch nie erlebt hat: Mit diesem Szenario haben sich der Verwaltungsstab und der Katastrophenschutz-Stab des Kreises beschäftigt. Über zwei Tage hinweg setzten sich rund 100 Beschäftigte, Ehrenamtliche und externe Übungsbeobachter gedanklich mit einer solchen Katastrophenlage auseinander. Das Ziel war es, interne Abläufe zu überprüfen und die Zusammenarbeit der Stäbe weiter zu stärken.
Schon in den Monaten zuvor wurde das Stabspersonal im Main-Kinzig-Forum in unterschiedlicher Zusammensetzung geschult und auf Ernstfälle vorbereitet. Nun ging es realitäts- und praxisnah darum, das Zusammenwirken der Stäbe und der Stabsmitglieder zu festigen. „Volle Kraft und Konzentration auf Krisenbewältigung: So muss es in einer Notlage sein. Dazu müssen wir aber regelmäßig auch interne Abläufe proben und Szenarien durchspielen. Wenn es mal wirklich ernst wird, brauchen wir diese Klarheit über Zuständigkeit und Rollen, damit wir die Kapazitäten direkt für die Bewältigung der Lage aufwenden können“, sagte Landrat Thorsten Stolz.
Die Grundlage bildete ein in Echtzeit durchgespieltes Szenario eines Hochwasserereignisses, das in Zusammenarbeit mit dem vom Hessischen Innenministerium beauftragten Gefahrenabwehr-Beratungsunternehmen LÜLF+ entwickelt wurde. Dieses Szenario sah einen seit Wochen anhaltenden Dauerregen vor, der sich durch eine ungute Zuspitzung zu einem Jahrhunderthochwasser im Kinzigtal und den Flussanrainer-Kommunen auswuchs. Das simulierte Hochwasser führte zu Überschwemmungen von Straßen, Bahnstrecken und offenen Flächen. Einige Kommunen hatten plötzlich keinen Strom mehr. Einrichtungen mussten geräumt werden. Keller und Tiefgaragen liefen voll. Menschen und Tiere mussten aus höchster Not gerettet werden.
Direkt eingebunden in die Übung waren gut 100 Personen, darunter ein großes Team von LÜLF+, Übungsbeobachter, ehrenamtliche Kräfte und eine große Zahl an Beschäftigten aus dem Main-Kinzig-Forum, darunter auch ein schlagkräftig großes Team des Bürgertelefons.
„Diese Übung hat uns alle ganz schön umgetrieben und angetrieben, gerade weil sie so realistisch war und wir um unsere Kommunen und die Rettung der Menschen richtiggehend gekämpft haben, auch wenn es am Ende nur eine Übung war“, sagte Landrat Stolz. In einer Abschlussrunde mit allen Beteiligten richtete er einen besonderen Dank an das Team aus dem Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr, das sich um die Gesamtorganisation der Stabsübung gekümmert hat.
Quelle: Redaktion MKK Echo

