Freitag, Januar 30, 2026
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Grüne: Mit Zisternen die Resilienz für Schönecks Wasserhaushalt erhöhen

Mit einem Antrag setzen sich die Grünen in Schönecks Gemeindevertretung für eine Zisternensatzung ein, um den Wasserhaushalt der Gemeinde widerstandsfähiger aufzustellen. Ziel ist es, Trinkwasser zu schonen, Kosten zu reduzieren, Abwasseranlagen zu entlasten und Schöneck besser auf Trockenphasen, Starkregenereignisse und andere Störungen der Infrastruktur vorzubereiten.

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie verletzlich die Wasserversorgung auch in unserer Region ist. Längere Trockenperioden und steigender Wasserbedarf führten bereits dazu, dass die Wasserampel der Kreiswerke zeitweise auf der Vorwarnstufe „grau“ stand. Verbunden war dies mit der dringenden Aufforderung, Trinkwasser nur noch für zwingend notwendige Zwecke zu verwenden.

Trinkwasser ersetzen – Vorsorge für trockene Sommer

Dabei entfällt ein erheblicher Teil des täglichen Trinkwasserverbrauchs auf Anwendungen, die keine Trinkwasserqualität benötigen – insbesondere Toilettenspülung, Wäschewaschen und Gartenbewässerung. Regenwasser aus Zisternen kann hier einen wichtigen Beitrag leisten, um wertvolles Trinkwasser zu ersetzen.

Puffer bei Starkregen – Entlastung für Nachbarschaften

Zur Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum wird auch Schöneck weitere Flächen versiegeln müssen. Hierbei müssen jedoch die Risiken bei Starkregen bedacht werden, wofür Zisternen einen wichtigen Beitrag leisten. Denn sie können Niederschläge puffern und verzögert abgeben, wodurch Kanalisation und Straßen entlastet werden. Das reduziert Überflutungsrisiken.

Der Antrag der Grünen bezieht sich ausschließlich auf Neubauten und greift damit frühzeitig an der günstigsten Stelle an. Denn gerade dort ist der Einbau einer Zisterne besonders sinnvoll: Wenn ohnehin gebaut wird, lassen sich Regenwassernutzungsanlagen einfach und kostengünstig integrieren. Eine spätere Nachrüstung ist dagegen technisch aufwendiger und deutlich teurer.

„Wer im Neubau vorsorgt, spart langfristig Kosten“, so Fraktionschef Wolfgang Seifried. „Ein geringerer Trinkwasserverbrauch senkt Wasser- und Abwassergebühren – davon profitieren Eigentümerinnen und Eigentümer ebenso wie Mieterinnen und Mieter.“ Zudem werden Zisternen in Schöneck bereits heute bei der Berechnung der Niederschlagswassergebühr gebührenmindernd berücksichtigt.

Resilienz stärken – auch bei Störungen der Infrastruktur

Zisternen erhöhen nicht nur die Widerstandsfähigkeit gegenüber Wetterextremen. Ein dezentraler Wasservorrat kann auch helfen, die Auswirkungen von Störungen oder gezielten Sabotageakten an kritischer Infrastruktur abzumildern. „Ein eigener Wasserspeicher hilft, wenn die zentrale Wasserversorgung zeitweise eingeschränkt ist“, ergänzt Peter Zittier, Fraktionsmitglied und Vorsitzender des Ortsverbands.

Ans Klima anpassen – Empfehlung aufgreifen

Der Antrag greift auch eine konkrete Empfehlung aus dem Klimaanpassungskonzept des Main-Kinzig-Kreises auf. Dort wird der Erlass entsprechender Regelungen zur Regenwassernutzung als kurzfristig realisierbare Maßnahme für Schöneck benannt. Verwendet werden soll die rechtssichere Mustersatzung des Hessischen Städte- und Gemeindebunds.

„Eine Zisterne gehört heute genauso selbstverständlich zum Neubau wie eine Photovoltaikanlage oder ein Batteriespeicher“, fassen Seifried und Zittier zusammen. „Solch dezentrale Infrastrukturen stärken die Resilienz unserer Gemeinde und ihrer Haushalte, schonen Ressourcen und nutzen damit vielen – ohne jemandem zu schaden.“

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die ki-generierte abbildung veranschaulicht den vielfachen nutzen von zisternen zur pufferung von starkregen sowie zur widerstandsfähigkeit bei trockenheit oder störungen der zentralen wasserversorgung

Quelle: Redaktion MKK Echo

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