Nahezu jede bürgerliche Hanauer Familie hatte ein Gemälde von ihm in den eigenen vier
Wänden hängen. Und auch im Rhein-Main-Gebiet porträtierte der Hanauer Maler Georg
Cornicelius (1825–1898) zahlreiche Familien. Dennoch ist Hanaus bedeutendster Maler des
19. Jahrhunderts etwas in Vergessenheit geraten. Die Ausstellung zu seinem 200. Geburtstag
bietet vom 29. August 2025 bis 26. April 2026 Gelegenheit zur Neuentdeckung seiner
Vielseitigkeit.
Meisterhaft gelang es Cornicelius den Charakter und die Seele der Porträtierten auf der
Leinwand festzuhalten. Doch die Porträtmalerei diente für ihn weitgehend nur dem
Broterwerb. Zeitlebens blieb er freischaffender Künstler und lehnte hierfür auch Lehrer- und
Direktorenposten an der Hanauer Zeichenakademie ab.
Cornicelius erfuhr seine künstlerische Ausbildung bei Theodor Pelissier an der Hanauer
Zeichenakademie und weilte zu Studienzwecken in Antwerpen, Dresden und Paris. Durch das
Kopieren Alter Meister brachte er sich nahezu autodidaktisch das Malerhandwerk bei.
In seinen Anfangsjahren widmete sich Cornicelius der Historienmalerei. Anschließend
erweiterte er sein Schaffenswerk um Genre-, Märchen- und Landschaftsmotive. In seinen
späten Jahren prägen christliche und zunehmend düstere Darstellungen seinen Werkskanon.
Stets stand der Mensch in seinen Bildern im Vordergrund. Skizzen und Studien sowie
teilvollendete und fertige Werke präsentierte Cornicelius dem kunstinteressierten Publikum
sowohl in seinem Atelier als auch in Ausstellungen. So war er als Maler wie als Vereinsaktiver
ein prägendes Element der Hanauer Gesellschaft des 19. Jahrhunderts.
Die von Dr. Markus Häfner, Leiter der Städtischen Museen Hanau, kuratierte Ausstellung
präsentiert Werke aus allen Schaffensphasen von Georg Cornicelius und ausgewählte
Gemälde seiner Schülerinnen und Schüler. Zahlreiche seiner Entwurfszeichnungen machen
nachvollziehbar, wie er seine Gemälde vorbereitete und realisierte.
Der Ausstellungstitel „Entdecke Georg Cornicelius“ ist Programm. Mehrere Bereiche gliedern
das Werk und seinen Facettenreichtum. In 12 Themenrouten lassen sich anhand passender
Icons in den Gemälden Tiere, Kinder, Märchen, Geschichtliches, Religiöses oder
landschaftliche Hanau-Bezüge entdecken. Dies ermöglicht neue Einblicke in das CorniceliusWerk.
Zu sehen ist die Ausstellung in den Galerieräumen von Schloss Philippsruhe, die fast vier Jahre
Ausweichdepot waren. Während dieser Phase hat das Museumsteam zehntausende Objekte
vom Marstalldepot in das Obergeschoss des Schlosses umgelagert, gereinigt, verzeichnet, neu
verpackt, und nach der Sanierung des Marstalldepots wieder zurücktransportiert.
Für die Ausstellung „Menschen, Märchen, Mythen: Entdecke Georg Cornicelius“ und das
Historisches Museum Hanau Schloss Philippsruhe mit GrimmsMärchenReich gelten bis
Jahresende 2025 folgende Sonderöffnungszeiten:
Di.–Fr. 10.00–17.00 Uhr, Do. 10.00–19.00 Uhr, Sa./So. 11.00–18.00 Uhr
Der Donnerstag wird damit zum langen Museumstag. So steht auch einem After Work-Besuch
nichts im Wege. Zusätzlich bietet das Historische Museum Hanau Schloss Philippsruhe an
Donnerstagen spannende Vorträge und Führungen zur Cornicelius-Ausstellung an. So finden
Biographie, Werk und persönliche Beziehungen im Begleitprogramm weitere Vertiefung
https://www.museen-hanau.de/images/ausstellung/HMH_Cornicelius_2025/2025-08-29_HMH_Pressemappe_Cornicelius.pdf
Quelle: Redaktion MKK Echo