Donnerstag, Februar 27, 2025
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Trotz Millionen Defizit im städtischen Haushalt erhebt der Ortsbeirat Heldenbergen weitere Forderungen für die kommenden Jahre

Nidderau. Knapp eine Woche nach Einbringung des städtischen Doppelhaushaltes 2025/26 durch den Kämmerer Rainer Vogel (Grüne) musste er am Mittwochabend bereits dem Ortsbeirat Heldenbergen Rede und Antwort stehen. Vor allem der Investitionsbereich interessierte die Ortsbeiräte. Position für Positionen wollten die Ortsbeiräte Auskunft vom Kämmerer zu den jeweiligen Ausgaben haben. Denn trotz voraussichtlichem Defizit im städtischen Haushalt von 6,2 Millionen Euro für 2025und 7,3 Millionen für 2026 plant die Stadt Neuinvestitionen von jeweils 13 Millionen Euro für die beiden kommenden Jahre. Darunter auch die sehr umstrittene Nidderquerung mit der Freilegung des Nidder-Altarms für annähernd 7 Millionen Euro. „In Anbetracht unserer angespannten Finanzlage: muss das denn wirklich sein?“ fragte der Ortsvorsteher Erich Lauer (CDU) mit sichtlichen Sorgenfalten auf der Stirn den Kämmerer. Doch der verteidigte weiterhin tapfer sein angeblich ökologisches Projekt: „Es dient dem Klimaschutz und wird außerdem voraussichtlich mit über fünf Millionen Euro gefördert“. Zurzeit liefen die Voruntersuchungen und erst danach könne man über konkreter Zahlen Auskunft geben. Im Übrigen hinge alles aber von der Zuteilung der Fördermaßnahmen ab. Ausführlich nachgefragt seitens des Ortsbeirates wurde auch zu den Themen Èrweiterung des Gewerbegebietes Friedberger Straße und zum Neubau des Mischgebietes Büdesheimer Straße. Vor allem zur geplanten Wohnbebauung wollte der Ortsbeirat sehr genau wissen, ob nicht dabei auch verstärkt Sozialwohnungen vorgesehen werden könnten. Auch sollte in diesem Bereich ein Ärztehaus in Betracht gezogen werden. „uns fehlen in Heldenbergen vor allem Fachärzte“, begründete Lauer seine Nachfrage. Doch das sah der 1.Stadtrat Vogel eher skeptisch: „ Das Gelände wird von einem Privatinvestor beplant und bebaut. Außer über den Bebauungsplan und den Einzelhandelsplan hat die Stadt ansonsten wenig Einwirkungsmöglichkeiten auf die Gestaltung des rund 2,4 Hektar großen Geländes“. Nach Angabe des Investors sind auf dieser Fläche ein urbaner Nutzungsmix aus Wohnen, unter anderem betreutes Wohnen, Einzelhandel sowie Dienstleistungen geplant.
Weitere Schwerpunkte der Beratung an diesem Abend waren die Entwicklung der neuen Wertstoffsammelstelle Philipp-Reis Straße, die Straßenbeschaffenheit mehrerer Straßen innerhalb Heldenbergens, der Erweiterungsbau der Feuerwehrwache und die Um- und Ausbaumaßnahmen in den Kitas. Am Ende forderte der Ortbeirat eine höhere Priorisierung der Straßenbaumaßnahmen in den Bereichen Bahnhofstraße, Brentanostraße, Hadrianstraße und Castellring sowie Siemensstraße.
Ein weiteres Thema an diesem Abend war die Flüchtlingssituation in Nidderau. Danach leben derzeit 792 Asylbewerber und Flüchtlinge in Nidderau. Sie sind sowohl privat als auch in Unterkünften der Stadt untergebracht. Für das Jahr 2025sind laut Kreisausschuss-Beschluss 165 Drittstaatler/Asylbewerber und 70 Flüchtlinge aus der Ukraine vorgesehen. Laut Statistik der Stadt hat Heldenbergen mit seinen 6.184 Einwohnern prozentual die wenigsten Flüchtlinge aufgenommen, nämlich 165 (= 2,67Prozent). Die meisten mit 312 Flüchtlingen (= 4,68 Prozent) hat der Stadtteil Windecken aufgenommen.
Begonnen hat die Ortsbeiratssitzung mit der persönlichen Vorstellungen des vorgeschlagenen Vorsitzenden für das Ortsgericht Nidderau 1, Uwe Heyer. Eine Neubesetzung ist notwendig, weil der bisherige Ortsgerichtsvorsteher Heinz Homeyer aus Altersgründen nicht erneut für das Amt kandidiert. Weil der Ortsbeirat Heldenbergen zur Neubesetzung nicht gehört wurde, ist wurde dieser Tagesordnungspunkt bei der jüngsten Stadtverordnetenversammlung noch einmal zurückgestellt. Mit der Vorstellung Heyers beim Ortsbeirat Heldenbergen ist nun auch dieser Anforderung genüge getan.
Jürgen W. Niehoff

2 Fotos anbei
1. während der Sitzung des Ortsbeirates Heldenbergen : li. Der Kämmerer Rainer Vogel. In der Mitte der Ortsvorsteher Erich Lauer
2. während der Sitzung des Ortsbeirates Heldenbergen: li der Ortsvorsteher Erich Lauer, daneben Ortsbeiratsmitglied Hagen Walter und re. Ortsbeiratsmitglied Charlotte Gäckle

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Quelle: Jürgen W. Niehoff

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