Gelnhausen, 5. März 2026 – Ein intensiver Austausch zwischen Politik und Wirtschaft prägte das Unternehmerfrühstück, zu dem die SPD Main-Kinzig am Mittwochvormittag ins Cafe La Fee in Gelnhausen einlud. Neben Tobias Eckert, Fraktionsvorsitzender der SPD im Hessischen Landtag und langjähriger wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD, der einen umfassenden Überblick über die Landespolitik gab, nahmen auch der Hauptgeschäftsführer der IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern, Dr. Gunter Quidde, der Kreishandwerksmeister Martin Gutmann, der Vorsitzende der SPD Main-Kinzig Andreas Hofmann und Landrat Thorsten Stolz teil.
„Die Kommunen sind das Rückgrat unserer Wirtschaft. Wir müssen ihre Handlungsfähigkeit stärken“, betonte Tobias Eckert zu Beginn des Dialogs. Er erklärte, dass die hessische SPD ein deutliches Zeichen setze, um die wirtschaftliche Stabilität der Kommunen zu sichern. „Über 4 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen fließen direkt an die Kommunen, um deren Handlungsfähigkeit zu sichern“, so Eckert weiter. Diese Maßnahme sei besonders wichtig, um sicherzustellen, dass die Kommunen auch in Zukunft in der Lage sind, ihre Infrastruktur zu pflegen und wichtige Projekte umzusetzen. „Nur wenn wir die Kommunen stärken, sichern wir die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit vor Ort.“
Neues Vergaberecht: Flexibilität für Unternehmen
Ein weiteres zentrales Thema war das geplante neue Vergaberecht. Eckert berichtete, dass die Hessische Landesregierung ein modernes Vergabegesetz auf den Weg bringen wolle, das vor allem die bürokratischen Hürden für Unternehmen abbauen und den Kommunen mehr Spielraum ermöglichen soll. „Bisher scheitern viele gute Ideen und Projekte an übermäßiger Bürokratie und langen Prozessen. Künftig wollen wir Aufträge im Baubereich bis zu einer Höhe von 750.000 Euro ohne Ausschreibungsverfahren vergeben“, erklärte der SPD-Fraktionsvorsitzende. Dieses Gesetz werde nicht nur für eine Entlastung der Unternehmen sorgen, sondern auch dafür, dass Projekte zügiger und effizienter umgesetzt werden können. Und vor allem halte dies Wertschöpfung in den Regionen und somit im Main-Kinzig-Kreis. Landrat Thorsten Stolz kündigte in diesem Zusammenhang an, das die neuen Möglichkeiten des Vergaberechts vollumfänglich auszuschöpfen, um Aufträge im Landkreis zu halten.
Dauerhafter Bürokratieabbau: Jährlich ein Entbürokratisierungsgesetz
Ein weiterer Schwerpunkt der Landespolitik, den Eckert hervorhob, war der dauerhafte Bürokratieabbau. „Der bürokratische Aufwand in Deutschland ist vielfach unnötig und hindert uns daran, schneller und flexibler zu agieren“, so Eckert. Die SPD plant daher, jedes Jahr ein neues Entbürokratisierungsgesetz zu verabschieden, um den „Dschungel der Vorschriften“ Schritt für Schritt zu lichten und die Verwaltung für Unternehmen spürbar zu vereinfachen.
„Wir müssen sicherstellen, dass Unternehmen nicht an der Bürokratie scheitern. Jedes unnötige Formular, jeder lange Genehmigungsprozess bremst die Innovation und den Fortschritt“, erklärte Eckert. Die Unternehmer im Raum äußerten sich positiv zu dieser Maßnahme: „Wir brauchen eine Verwaltung, die nicht nur reagiert, sondern auch handelt und uns Unternehmern den Rücken freihält. Bürokratieabbau ist nicht nur notwendig, sondern dringend erforderlich“, so eine Unternehmerin.
Heimische Projekte: Glasfaserausbau und Azubi-Campus als Leuchttürme
Landrat Thorsten Stolz unterstrich, wie wichtig eine moderne Infrastruktur und die Sicherung von Fachkräften für die regionale Wirtschaft sind. Der flächendeckende Glasfaserausbau im Main-Kinzig-Kreis sei ein zentrales Projekt, das als digitales Rückgrat für die lokale Wirtschaft dienen solle. „Nur mit einer schnellen und zuverlässigen Internetverbindung können Unternehmen in der heutigen Zeit erfolgreich arbeiten“, so Stolz.
Ein weiteres Leuchtturmprojekt sei der geplante Azubi-Campus, der jungen Talenten in der Region eine attraktive Ausbildungsperspektive bieten soll. „Wir möchten junge Menschen aus der Region für die Ausbildung begeistern und sie langfristig im Main-Kinzig-Kreis halten“, erklärte Stolz und fügte hinzu, dass dieser Campus eine wichtige Maßnahme sei, um die Fachkräftesicherung in der Region voranzutreiben.
Wirtschaft fordert schnelle Genehmigungen und unbürokratische Prozesse
In der offenen Diskussionsrunde brachten die Unternehmer ihre größten Herausforderungen zur Sprache. „Die heimische Wirtschaft ist bereit zu investieren, aber sie braucht Partner in den Verwaltungen, die schnell und unbürokratisch agieren“, stellte ein Unternehmer fest. Ein wiederkehrendes Thema war die Geschwindigkeit von Genehmigungsprozessen. „Schnelligkeit ist der Schlüsselfaktor im Wettbewerb“, so der allgemeine Tenor.
SPD Main-Kinzig: Wirtschaft und soziale Marktwirtschaft im Einklang
Andreas Hofmann, der die Gäste zu Beginn der Veranstaltung begrüßte, brachte das Thema des Wahlprogramms der SPD in den Fokus. „Unser Ziel ist eine starke Wirtschaft im Main-Kinzig-Kreis, die nicht nur Arbeitsplätze sichert, sondern auch soziale Verantwortung übernimmt. Wir stehen für eine Wirtschaftsordnung, die den Menschen dient und den Unternehmen Entwicklungsmöglichkeiten bietet“, erklärte Hofmann. Die SPD Main-Kinzig wolle daher eine aktive Wirtschaftsförderung betreiben, die nicht nur den Dialog mit der Wirtschaft sucht, sondern auch konkrete politische Maßnahmen zur Unterstützung auf den Weg bringt. Die beiden Großprojekte Glasfaserausbau und Umsetzung des Azubi-Campus seien hier die besten Beispiele dafür.
Quelle: SPD-MKK / Jürgen W. Niehoff

