Montag, März 2, 2026
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TV Gelnhausen trotzt Grippe-Welle und dominiert Haßloch 800 Zuschauer gedenken des verstorbenen Erwin Schäfer

Trotz stark dezimiertem Kader hat der TV Gelnhausen am 22. Spieltag der 3. Handball-Liga Süd-West einen deutlichen Heimsieg eingefahren. Vor 800 Zuschauern in der Rudi-Lechleidner-Halle besiegten die Barbarossastädter die TSG Haßloch am Samstagabend klar mit 37:24 (19:8). Mit nun 36:6 Punkten behauptet der TVG weiterhin den zweiten Tabellenplatz der Süd-West-Staffel, der am Saisonende zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga berechtigt.

Unmittelbar vor dem Spiel fand eine Schweigeminute für Erwin Schäfer statt, der kürzlich im Alter von 89 Jahren verstorben war. Schäfer war bis 2001 insgesamt 28 Jahre lang Vorsitzender des Gesamtvereins TV Gelnhausen und machte sich in dieser Zeit in beispielhafter Art und Weise um die Rot-Weißen verdient.

Zurück zum Spiel. Die Vorzeichen waren dieses Mal alles andere als optimal. Neben den Verletzten Akos Csaba (Kreuzbandriss), Leon David (Schulter-OP), Jannik Geisler (Schulterprobleme) und Alex Bechert (Ellenbogenverletzung) hatte die Grippe-Welle den Kader des TVG voll erwischt. Kapitän Jonathan Malolepszy konnte die gesamte Woche nicht trainieren und stand ausschließlich für Siebenmeter zur Verfügung. Henrik Müller und Juniorentorhüter Noah Pilgrim waren erst am Vortag ins Training zurückgekehrt und ebenfalls noch angeschlagen. Fynn Hilb und Benjamin Wörner fehlten komplett im Kader.

Die Trainingswoche verlief entsprechend schwierig, da Cheftrainer Matthias Geiger nur ein stark ausgedünnter Kader zur Verfügung stand. „Ab Anfang der Woche sind immer mehr Krankmeldungen bei mir eingegangen“, berichtete Geiger nach dem Spiel. „Die Grippe ist bei uns ziemlich eingeschlagen. Umso mehr freut es mich, dass wir heute so ein gutes Spiel abliefern konnten.“

Und genau das tat der TVG von der ersten Minute an. In der fünften Minute traf Malolepszy per Siebenmeter zur 3:0-Führung für die Gelnhäuser. Zwar verkürzten die Gäste kurzzeitig auf 3:2, doch die Rot-Weißen ließen sich davon nicht beeindrucken. Im Angriff wurden die Chancen konsequent genutzt, während die Abwehr kompakt stand und Daniel Drozdz im Tor immer wieder zur Stelle war.

Nach vier Treffern in Serie erhöhte Silas Altwein in der 11. Minute auf 7:2. Der Vorsprung wuchs in der Folge kontinuierlich an. Fynn Broßmann, der viel Verantwortung übernahm und mit sieben Toren bester TVG-Schütze wurde, traf in der 21. Minute zum 13:5 – erstmals lagen die Barbarossastädter mit acht Toren vorne. Nur drei Minuten später markierte Kreisläufer Torben Fehl das 16:6 und damit die erste Zehn-Tore-Führung. Trotz zweier früher Auszeiten von Haßloch war bereits zu diesem Zeitpunkt deutlich zu erkennen, dass die Gäste an diesem Abend kaum Mittel gegen die konzentriert auftretenden Gelnhäuser finden würden.

Mit einem komfortablen 19:8 ging es in die Halbzeitpause. „Wir haben uns vorgenommen, souverän aufzutreten und nichts anbrennen zu lassen und das ist uns auch gelungen“, so Geiger. „Wir haben eine tolle Abwehr gestellt und trotz der wenigen Wechselmöglichkeiten ein ordentliches Tempo gespielt.“

Im zweiten Durchgang präsentierte sich Haßloch etwas verbessert. Luis Maier, mit fünf Treffern bester Torschütze der Gäste, verkürzte in der 32. Minute auf 19:10. Doch näher als auf neun Tore kam die TSG nicht mehr heran. Der TVG behielt die Kontrolle, spielte weiter strukturiert und ließ keine ernsthafte Spannung aufkommen.

In der 43. Minute sorgte Winterneuzugang Dmytro „Dima“ Redkyn mit seinem Treffer zum 26:13 für die erste 13-Tore-Führung. Der Ukrainer zeigte erneut eine starke Partie und traf ebenso sechsmal das Tor wie Mittelmann Silas Altwein. Auch die Atmosphäre in der Hölle Süd war einmal mehr beeindruckend. Die Zuschauer unterstützten ihre Mannschaft über die gesamten 60 Minuten lautstark und sorgten für eine überragende Stimmung in der Halle.

Auch in der Schlussphase blieb der TVG konzentriert. Der 13-Tore-Vorsprung hatte bis zum Schlusspfiff Bestand und allen Beteiligten war längst klar, dass der Heimsieg nicht mehr in Gefahr geraten würde. Den Schlusspunkt setzte Finn Trinczek in der Schlussminute mit seinem Treffer zum 37:24-Endstand.

TSG-Trainer Christian Job zeigte sich nach der Partie anerkennend: „Erstmal Glückwunsch zum mehr als verdienten Sieg. Ich finde es richtig geil hier in der Halle. Mir gefällt der Handball von Gelnhausen richtig gut. Diese Dynamik, diese Stimmung. Wir hatten heute keine Chance.“ Positiv bewertete er aus seiner Sicht lediglich die zweite Hälfte: „Wir haben den zweiten Durchgang nur mit zwei Toren verloren. Das nehmen wir mit.“

Auch Geiger war trotz der personellen Umstände hochzufrieden: „Haßloch hat gegen Dutenhofen deutlich gewonnen, deshalb waren wir gewarnt. Umso schöner ist es, dass wir mit einem dezimierten Kader so souverän auftreten konnten. Die Jungs hatten eine wahnsinnige Einstellung und es sind kaum einfache Fehler passiert.“

Mit dem fünften Sieg in Folge festigt der TV Gelnhausen seine starke Ausgangsposition für die entscheidende Phase der Saison. Am kommenden Samstag um 19.30 Uhr steht das Auswärtsderby bei der viertplatzierten HSG Dutenhofen-Münchholzhausen II an. Eine Woche später, am 14. März, folgt dann das Heimderby in der Rudi-Lechleidner-Halle gegen den TV Kirchzell.

Quelle: Redaktion MKK Echo

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