Der TV Gelnhausen steht vor einem echten Härtetest. Am 18. Spieltag der 3. Handball-Liga Süd-West müssen die Barbarossastädter am Freitagabend um 20.15 Uhr (Eichendorffschule in Kelkheim) bei der TSG Münster zum Auswärtsderby antreten. Die Stimmung beim starken Aufsteiger ist traditionell hitzig. Aber Malolepszy und Co. können sich auf ihre Anhänger verlassen, die unter anderem einen Fanbus organisiert haben und zahlreich anreisen werden.
Sportlich geht der TVG mit einer sehr guten Ausgangslage in die Partie. Mit 26:6 Punkten steht Gelnhausen auf dem zweiten Tabellenplatz. Beim 28:28 (19:14) gegen den Longericher SC Köln zeigte der TVG zuletzt zwar zwei Gesichter, rettete aber in letzter Sekunde noch einen Punkt. Trotzdem ist allen Beteiligten bewusst, dass es in Kelkheim keine einfache Aufgabe wird.
Die TSG Münster ist in der vergangenen Saison aus der Regionalliga Hessen in die 3. Liga Süd-West aufgestiegen – doch das Team von Trainer Daniel Wernig ist keineswegs ein gewöhnlicher Neuling. Münster bringt Tradition, Ambition und Qualität mit. Der Verein war in der Vergangenheit bereits mehrere Jahre in der 2. Bundesliga vertreten und arbeitet nach einer längeren Phase der Restrukturierung, die zwischenzeitlich sogar bis in die Landesliga führte, konsequent daran, wieder im Leistungshandball Fuß zu fassen. Diese Entwicklung spiegelt sich nun auch in der aktuellen Saison wider.
Mit 21:11 Punkten steht der Aufsteiger auf einem starken fünften Tabellenplatz – nur fünf Punkte hinter dem TVG. Dabei hat Münster längst bewiesen, dass es gegen Topteams der Liga bestehen kann. Besonders eindrucksvoll waren unter anderem der 35:30 (15:17)-Auswärtssieg gegen Dutenhofen-Münchholzhausen II sowie das klare 38:29 (14:11) gegen den Longericher SC. Zum Rückrundenstart unterlag Münster zwar beim Spitzenreiter HG Saarlouis mit 31:37 (14:19), zeigte dort aber über weite Strecken eine starke Leistung.
TVG-Cheftrainer Matthias Geiger warnt deshalb ausdrücklich vor dem Gegner: „Ich habe schon vor der Saison gesagt, dass Münster ein starker Aufsteiger ist und das haben sie inzwischen mehr als bewiesen. Man sieht es an der Platzierung und an den Ergebnissen. Das wird ein wahnsinnig schwieriges Auswärtsspiel.“ Besonders imponiert ihm die Balance im Kader: „Münster hat viel Konstanz, trotz eines teils jungen Teams. Aber an den richtigen Ecken haben sie auch enorm viel Erfahrung. Diese Mischung hat sie bisher sehr gut durch die Saison gebracht.“
Die Speerspitze der Münsteraner Offensive ist Patrick Weber. Der 33-Jährige steht mit 107 Saisontoren auf Rang vier der Torschützenliste der Süd-West-Staffel und war in der vergangenen Saison mit 182 Treffern Torschützenkönig der Regionalliga Hessen. Weber bringt zudem reichlich Erfahrung aus Stationen im Profi-Handball mit, auch aus der 1. Bundesliga. Und er ist nicht der einzige Faktor: Münster verfügt über einen qualitativ gut zusammengestellten Kader, der sowohl über Tempo als auch über robuste Lösungen im Positionsangriff verfügt.
Ein zentraler Punkt für den TVG wird sein, aus dem Spiel gegen Longerich die richtigen Lehren zu ziehen. Gerade in der Chancenverwertung ließ Gelnhausen dort zu viel liegen und phasenweise brachte ein starker gegnerischer Torhüter die Rot-Weißen aus dem Tritt. Gegen Münster dürfe sich der TVG solche Schwankungen nicht leisten: „Unsere klare Marschrichtung ist, die Fehlerquote zu senken. Auch im Abschlussverhalten müssen wir cleverer sein und unsere Chancen deutlich besser nutzen. In so einem schwierigen Auswärtsspiel brauchen wir eine Topleistung.“
Mit Fanbus zum Freitagabend-Derby
Personell muss der TVG weiterhin auf die Langzeitverletzten Leon David (Schulter) und Akos Csaba (Kreuzbandriss) verzichten. Zudem konnte Finn Trinczek zuletzt krankheitsbedingt nicht am Training teilnehmen. Ob er rechtzeitig für Freitag fit wird, ist noch offen. Der TVG hat allerdings auf die anhaltenden Kaderschwierigkeiten mit einer Neuverpflichtung reagiert: Winterneuzugang Dima Redkyn hat am vergangenen Samstag ein starkes Debüt auf Rechtsaußen gegeben und vier Treffer erzielt.
Ein zusätzlicher Faktor für den Erfolg am Freitag könnte die Unterstützung von den Rängen werden. Dass ein Fanbus organisiert wurde, wertet Geiger ausdrücklich als Plus: „Gut, dass so viel Unterstützung von zu Hause mitkommt. Das wird uns gegen Münster mit Sicherheit helfen.“ Vier Plätze sind noch frei. Wer Interesse hat mitzufahren, kann sich telefonisch bei Benny Schmidt unter 0170 817 98 65 melden. Es ist also alles angerichtet für ein intensives Derby. Für alle Fans, die nicht mitreisen können, wird das Spiel wie gewohnt live auf Sporteurope.tv übertragen.
Quelle: MKK-Echo

