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Städtische Museen Hanau kooperieren mit dem Münzkabinett der Staatlichen Museen Berlin

Langenselbolder Münzschatz zur Erforschung und Inventarisierung übergeben

„Die städtischen Museen haben in ihren Depots herausragende Funde, die in wissenschaftlichen Kreisen für große Aufmerksamkeit sorgen. So ist es mir eine große Freude zu verkünden, dass das Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin den sogenannten Langenselbolder Münzschatz aus der Sammlung der Städtischen Museen Hanau nun erforscht und digitalisiert”, sagt Oberbürgermeister Claus Kaminsky.

Entdeckt wurde der Langenselbolder Münzschatz, ein um 1120 verborgenes, mit kleinen Silbermünzen gefülltes Keramiktöpfchen, im Juli 1958 beim Ausheben eines Kabelgrabens auf dem Marktplatz von Langenselbold. Es handelt sich in der Mehrzahl um Pfennige (Denare), die bis auf wenige Ausnahmen in der königlichen beziehungsweise erzbischöflichen Münzstätte des Erzbistums Mainz als regionale Währungen geprägt wurden. Vertreten sind König/Kaiser Heinrich IV. und V. sowie die Erzbischöfe Ruthard und Adalbert I.. Die Bedeutung des Fundes wurde zunächst nicht erkannt, erst Tage später erfuhr man in Hanau per Zufall davon. Dem Bemühen des damaligen Kulturamtsleiters und Bodendenkmalpflegers Dr. Karl Dielmann (1915 bis 1977) ist es zu verdanken, dass die Münzen für eine wissenschaftliche Bearbeitung gesichert werden konnten. Die Münzen wurden gesichtet, geprüft und zunächst der Hanauer Stadtkasse, später den Städtischen Museen Hanau übergeben. Ein unbekannter Fundanteil gelangte in private Hände. 1960 erschien in den Hanauer Geschichtsblättern ein von Wolfgang Heß (1926 bis 1999) verfasster Bericht über den Münzschatz.

„Wir beobachten mit großem Interesse die Forschungen zum Langenselbolder Münzschatz“, so Schatzmeister Heinrich Schwarz vom Verein für Geschichte und Heimatkunde Langenselbold 1972 e.V. Dieser gründete 1975 das Heimatmuseum Langenselbold, das sich seit 1983 in der ehemaligen Isenburgischen Zehntscheune der barocken Schlossanlage Langenselbold befindet. In der dortigen Dauerausstellung können Repliken der Münzen angeschaut werden.

Dank neuer Methoden und Erkenntniszuwächse in der Mittelalter-Numismatik wird der Langenselbolder Münzschatz nun einer professionellen wissenschaftlichen Bearbeitung zugeführt. Kustos Dr. Patrick Breternitz und Arthur Hampel, Mitarbeiter am Münzkabinett der Staatlichen Museen Berlin, übernehmen im Rahmen einer wissenschaftlichen Untersuchung für die Stadt Hanau die wissenschaftliche Bearbeitung sowie Digitalisierung und Fotografie von 491 Münzen aus dem Münzfund.

Dr. Markus Häfner, Leiter der Städtischen Museen Hanau, übergab mit Sammlungsleiterin Beate Alice Hofmann den Münzschatz an Arthur Hampel und sagt: „Wir danken den Staatlichen Museen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz für die weitere Erforschung und Digitalisierung des Langenselbolder Münzschatzes. Die erarbeiteten Daten und Fotografien werden voraussichtlich 2027 online für Interessierte und Forschende zur Verfügung stehen.“

Pressekontakt:
Stadt Hanau, Dominik Kuhn

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hanau, münzkabinett © städtische museen hanau, nina a. schneider hanau, münzkabinett zehn münzen aus dem münzschatz.

Quelle: Stadt Hanau

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