Dritter Unternehmerabend in Gelnhausen – Litzinger stellt Projekte zur Stadtentwicklung vor – Wirtschaftsberater präsentiert Fördermöglichkeiten
Investitionen in die Gelnhäuser Infrastruktur, Fördermöglichkeiten des Landes Hessen für Unternehmen und Existenzgründungen und der persönliche Austausch standen im Mittelpunkt eines Unternehmerabends, zu dem Gelnhausens Bürgermeister Christian Litzinger ins Foyer des Rathauses eingeladen hatte. Trotz hochsommerlicher Temperaturen folgten über 30 Unternehmerinnen und Unternehmer aus unterschiedlichen Branchen der Einladung und nutzten die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, Kontakte zu pflegen und neue Impulse für ihre Unternehmen zu gewinnen.
„Ich freue mich, dass sie der Einladung trotz Hitze so zahlreich gefolgt sind. Das zeigt, wie wichtig der Austausch innerhalb unserer Gelnhäuser Unternehmerschaft ist“, begrüßte Bürgermeister Christian Litzinger (CDU) seine Gäste. Der Unternehmerabend fand bereits zum dritten Mal statt. Erneut waren Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Branchen der Einladung gefolgt. Sie spiegelten die Vielfalt der Gelnhäuser Wirtschaftslandschaft wider. Die Bandbreite reichte vom Kreditwesen über Handwerk, Werbung und Veranstaltungsmanagement bis hin zu Einzelhandel, Versicherungen, Dienstleistungen, Gesundheitswesen, Gastronomie, Immobilienwirtschaft und Baubranche. Als Vertreter der Landespolitik nahm zudem der Landtagsabgeordnete Michael Reul (CDU) an der Veranstaltung teil. Er nutzte die Gelegenheit zum Austausch mit Wirtschaftsvertretern aus seinem Wahlkreis 42, zu dem auch Gelnhausen gehört.
Der Rathauschef zeichnete trotz kleiner werdender finanzieller Spielräume ein positives Bild der Stadtentwicklung. Möglich werden zusätzliche Investitionen auch durch 7,1 Millionen Euro, die aus dem Infrastruktur-Sondervermögen des Bundes nach Gelnhausen fließen.
Eine Visualisierung des künftigen großen Saals der Stadthalle Gelnhausen stimmte die Gäste auf die Entwicklung des Gebäudes zur modernen Kulturhalle ein. Das Projekt „Umbau Spitalskirche zum Hotel“ in der Röther Gasse sei auf der Zielgeraden. Etwa 40 Betten sollen Touristen, Urlaubern und Tagesgästen eine Unterkunft im Herzen der Gelnhäuser Altstadt bieten. Die Baumaßnahme „Parkhaus Altstadt“ ist im Investitionsplan für 2028 vorgesehen. 200 bis 300 Stellplätze sollen an der Berliner Straße entstehen. Zudem soll die Röther Gasse als Eingangstor zur Altstadt aufgewertet werden. Darüber hinaus skizzierte Litzinger die kontinuierliche Weiterentwicklung der Südstadt mit dem Schlüsselprojekt „Kinzighöfe“ auf dem ehemaligen Joh-Areal und präsentierte Planungsskizzen für die Aufwertung der Müllerwiese im Rahmen des Konzepts „Leben am Fluss“. Geplant sind dort unter anderem ein Wasserspielplatz und die Barbarossaterrasse an der Zehntscheune. Sie zeichnet die historische Baukante der Kaiserpfalz nach. Der Garten am Escher soll als Kleinparkanlage und grüne Oase in der Südstadt weiterentwickelt werden. Eine Aufwertung des Areals um den Bahnhof und eine Erweiterung des Parkplatzes am Triangulum ergänzen zu einem späteren Zeitpunkt die Entwicklung der Südstadt.
„Der Sanierungsstau der vergangenen Jahre zwingt uns, tief in die Tasche zu greifen“, leitete der Rathauschef zu unbedingt notwendigen Infrastrukturmaßnahmen im Bereich der städtischen Liegenschaften über. Die Sport- und Kulturhalle in Meerholz, die Willi-Bechtold-Halle in Roth und die Mehrzweckhalle in Haitz stehen ganz oben auf der Sanierungsliste. Hinzu kommt die energetische Sanierung des Freibades. Weitere Projekte auf dieser Liste: Anbau Feuerwehr West, Feuerwehrstützpunkt Mitte, Parkhäuser Bahnhof und Stadtmitte, Lohmühlenweg. Auch die Sanierung der Kunstrasenplätze in Hailer und Gelnhausen-Mitte steht auf der Agenda, der Waldsportplatz in Haitz soll zum dritten Kunstrasenplatz im Stadtgebiet umgebaut werden. „Es wird nicht langweilig. Es gibt genug zu tun“, stellte Litzinger fest. Die Stadtverordnetenversammlung werde in ihrer Sondersitzung am 1. Juli mit der Abstimmung über den Haushaltsplan 2026 und das Investitionsprogramm die Weichen für die Umsetzung der Projekte stellen. „Eine Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuer ist nicht vorgesehen und diese will ich auch bewusst vermeiden. Die vergleichsweise moderaten Hebesätze in Gelnhausen, sind ein deutlicher Standortvorteil und müssen auf einem vertretbaren Niveau bleiben“, verdeutlichte er seine Haltung zu diesem Thema.
Um die Finanzierung von Investitionen in die Unternehmen am Standort Gelnhausen ging es anschließend im Vortrag von Thomas Peter, Regionalbeauftragter der Wirtschaftsförderberatung Hessen in der WIbank (Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen). Er skizzierte die Geschäftsfelder der WIBank und informierte über Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmen und Existenzgründungen. Der Fokus liegt dabei auf der Ermittlung individueller Finanzierungsbedarfe sowie der Beratung zu Förderkrediten, Bürgschaften, Zuschüssen und Beteiligungsprogrammen von Land, Bund und EU. Themen seines Vortrags im Rathausfoyer waren daher unter anderem Mikrodarlehen, Innovationskredite, Bankenrefinanzierungen, Unterstützung bei der digitalen Transformation, der Verbesserung der IT-Sicherheit, tiefgreifenden Transformationsprozessen, zukunftsweisenden Innovationen und der Unternehmensnachfolge. Zum Abschluss verwies Peter auf Termine für eine individuelle, kostenfreie und unabhängige Beratung durch die WIBank.

Quelle: Stadt Gelnhausen

