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StartRegion 2Hanau„Sonnenmännchen" in Wilhelmsbad: Objekt der Woche #310

„Sonnenmännchen” in Wilhelmsbad: Objekt der Woche #310

Hanau. Der Frühling ist da, die Sonne beseelt Natur und Alltag. Viele Menschen schwärmen unter anderem nach Wilhelmsbad aus, um die schöne Parklandschaft zu genießen. Bei ihren Streifzügen durch die von 1777 bis 1785 erbauten Kuranlagen stoßen sie auf der Rückseite des Arkadenbaus auf eine kniende Sandsteinfigur auf der sogenannten „Sonnenmannwiese”.

„Das Areal ist volkstümlich nach der Sandsteinfigur benannt, die aber keinen ‚Sonnenmann‘, sondern Herakles zeigt, der das Himmelsgewölbe in Form einer Sonnenuhr trägt“, erläutert Martin Hoppe, Fachbereichsleiter Kultur, Stadtidentität und Internationale Beziehungen. Der muskulöse Halbgott der griechischen Mythologie, Sohn von Zeus und Alkmene, römisch Herkules, ist mit dem Fell des Nemeischen Löwens auf Kopf und Rücken dargestellt, zwischen seinen Schenkeln prangt eine Tatze, auf der Rückseite der Schwanz des Königs der Tiere. Da Herakles im alten Griechenland als Beschützer der Thermalquellen verehrt wurde, war es naheliegend, ihn auch in Wilhelmsbad zu verewigen, auch wenn sich der „gute Brunnen“ bald als kein Heilwasser erwies. Zudem kann der Bezug zum Löwen im hessischen Landgrafen- und später Kurfürstenwappen aufgezeigt werden, sahen sich die Herrscher doch mit Herakles, Herkules verwandt.

Herkules‘ Last ist als polygonaler Kubus mit 24 Zifferblättern für jede Tageszeit gearbeitet. Der Block war einst farbig gefasst und mit Metallstiften versehen, die im Licht der Sonne die eingeritzten Uhrzeiten trafen. Die vertikale Süduhr müsste eigentlich um circa 90 Grad mit dem Zeigersinn gedreht sein, die Blickachse war damals wohl wichtiger als die korrekte Ausrichtung zum Lesen der Uhr. Das „Sonnenmännchen“ dient seit Jahrhunderten beim Lustwandeln im Park neben den anderen Attraktionen als beliebter Haltepunkt (Brunnentempel, Musikpavillon, Schneckenberg, Karussell, Spielstationen, Eremitage, Schießbahn, heute Tennis- und Hockeyclub, nicht zuletzt Große und Kleine Gastwirtschaft).

Übrigens erzählen alte Hanauerinnen und Hanauer, dass einmal die Kasse, der bis ins 19. Jahrhundert im Hauptgebäude florierenden Spielbank entwendet worden sei und just an der Stelle, an der der Räuber seine Beute fallen ließ, das Sonnenmännchen mit „Schatzkiste“ aufgestellt wurde, in Unkenntnis der wahren Hintergründe.

Jeden Montag gibt es auf der Seite http://www.museen-hanau.de ein neues “Objekt der Woche”. Vorgestellt werden in Text und Bild Hanauer Besonderheiten.

Pressekontakt:
Stadt Hanau, Ute Wolf

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Quelle: Stadt Hanau

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