Wieso? Weshalb? Warum? Es waren Dutzende Fragen, mit denen die Schülerinnen und Schüler der Albert-Schweitzer-Schule den Bürgermeister „löcherten“. Doch mit einer Gegenfrage brachte Andreas Bär die Drittklässler ein wenig aus dem Takt. „Wisst ihr, wer vor mir Bürgermeister gewesen ist?“ Die Antworten: Friedrich Merz und Olaf Scholz. Aber ansonsten zeigten die Kinder bei der Fragerunde in der Grundschule in Heldenbergen dank der sorgfältigen Vorbereitung ihrer Lehrkräfte ein erstaunliches Wissen über ihre Heimatstadt Nidderau und großes Interesse an den Aufgaben eines Bürgermeisters. Lehrerin Carolin Heuser hatte Bär zum Abschluss der Unterrichtseinheit über Nidderau eingeladen, die gesamte dritte Jahrgangsstufe der ASS nahm an dem „Fragenhagel“ teil.
Dass der Bürgermeister gerne Erdnüsse und Schokolade nascht, dass er in seiner Freizeit am liebsten Brot und Pizza backt, wandert und Fahrrad fährt, wurde von den rund 60 Kindern mit vielen „Ich auch“-Rufen quittiert. „Uähh!“, „Nee!“, „Ihh!“: Wenig Zustimmung erntete der Rathauschef, als er erklärte, vor seinem Amt als Bürgermeister als Mathematiklehrer gearbeitet zu haben.
Lieblingsspielplatz, Alter, Geburtstag, Hobbys, Aufgaben: In einfachen Worten erklärte Bär, was ein Bürgermeister zu tun hat, was er darf und was er nicht darf. Ist das ein anstrengender Beruf? „Nein“, antwortete Bär: „Menschen, die im Altenheim, im Krankenhaus oder bei der Müllabfuhr arbeiten, die haben einen schweren Job.“ Er habe sein Hobby Kommunalpolitik zum Beruf machen dürfen. Deshalb mache es ihm auch nichts aus, oftmals 60-70 pro Woche Stunden zu arbeiten: „Viele meiner Aufgaben sind für mich keine Arbeit, sondern Dinge, die mir Spaß bereiten.“
Das Problem sei nur, dass man es nicht allen recht machen könne. „Die größte Herausforderung ist, dass oft jemand zurückbleibt, der mit einer Entscheidung unzufrieden ist“, sagte Bär: „Wenn einer ein großes Haus bauen möchte, der andere aber lieber will, dass dort eine grüne Wiese bleibt, kann man nicht als Kompromiss ein kleines Haus bauen. Dann sind beide Seiten sauer.“ So musste der Bürgermeister auch dem Wunsch eines Schülers eine Absage erteilen: Nein, er könne nicht allein entscheiden, dass in Nidderau eine Soccerhalle gebaut wird.
Am Ende verteilte der Bürgermeister Glitzerschlüsselanhänger mit Nidderau-Wappen für den Schulranzen und erlebte ungewohnte Wünsche: Autogramme schreiben. Nach der rasanten Stunde mit hoher Fragen-Frequenz ging es zurück ins Rathaus. Dort gehe es „tierisch“ zu, verriet er zum Abschluss – mit einem Bürgermeister Bär und einem Ersten Stadtrat namens Vogel.
Magistrat der Stadt Nidderau
Quelle: Stadt Nidderau

