Schülerinnen und Schüler präsentieren ihre Projektergebnisse des kollaborativen Nachhaltigkeits-Projekts bei Provadis
Über Monate haben sie sich auf dieses Ereignis vorbereitet – jetzt konnten sie stolz ihre Projektergebnisse vorstellen: Die Schülerinnen und Schüler der am Nachhaltigkeits-Projekt „Power Up“ beteiligten vier Schulen trafen sich dafür bei einer Expertenkonferenz bei Provadis. „Power Up“ wurde von Provadis zusammen mit den MINT-Zentren an der Bertha-von-Suttner-Schule in Nidderau, der Leibnizschule und der Josephine-Baker-Schule in Frankfurt sowie der Heinrich-von-Kleist- Schule in Eschborn konzipiert und mit verschiedenen Partnern im Schuljahr 2025/2026 durchgeführt. Das Projekt am MINT-Zentrum Nidderau zum Thema Wasserkraft wurde durch den Koordinator Matthias Stein sowie Provadis-Fachausbilder Matthias Preßler und Projektleiterin Teresa Grauer inhaltlich gestaltet. Die Idee stammt aus dem Berufsorientierungsprojekt „Girls4MINT“ und von dessen Projektmitarbeiter Martin Duyster.
Um was ging es bei „Power Up“?
Im Zentrum stand das Thema Transformation und Energiewende sowie die Berufsfelder, die zur Umsetzung benötigt werden. Die beteiligten Jugendlichen setzten sich an ihrer jeweiligen Schule in Workshops von Provadis und Umweltlernen Frankfurt e.V. mit dem Thema Klimawandel und der Bedeutung der erneuerbaren Energien auseinander. Sie erhielten einen ersten theoretischen Einblick in verschiedene Methoden der Energieerzeugung und Möglichkeiten zur Speicherung, wie Windkraft, Solar, Wasserkraft und Wasserstoff und lernten technische Berufe kennen, die in diesen Feldern zu finden sind. Darauf aufbauend widmete sich jede Schule in individuellen Praxiseinheiten intensiv einer dieser Energieformen und baute, jeweils passend zur Energieform, ein kleines Exponat.
Im Fokus am MINT-Zentrum Nidderau: Wie Wasserkraft zur Energiewende beitragen kann
Ein Team aus mehr als 17 Schülerinnen und Schüler der Bertha-von-Suttner-Schule beschäftigte sich intensiv mit den Fragen rund um die Nutzung von Wasserkraft. Die Jugendlichen stellten ihr neu erworbenes Wissen bei einer Expertenkonferenz bei Provadis den anderen Teams sowie Vertretern der Projektpartner und Förderer vor: Im Zentrum ihrer Präsentation standen Aufgaben und Funktion eines Pumpspeicherkraftwerks. Mithilfe von Wasser, Pumpen und Turbinen kann das Wasserkraftwerk größere Mengen elektrischer Energie speichern und ist ein perfekter Helfer für die Erneuerbaren Energien. Es besteht aus zwei auf unterschiedlichen Höhen liegenden Wasserbecken. In dem oberen Becken wird Energie des Wassers (Lageenergie) gespeichert, die durch Ablassen des Wassers in das untere Becken wiedergewonnen werden kann. Für die Effizienz und Sicherheit des Kraftwerks sorgt das Einlaufbauwerk. Aus Umweltschutzgründen und um das Landschaftsbild nicht zu beeinträchtigen, werden unter anderem die Pumpen, Turbinen und Generatoren in einem unterirdischen Maschinenraum, der Kraftwerkskaverne, eingebaut. Das Team erläuterte außerdem, wie durch das Fließen des Wassers mit Hilfe einer Turbine und eines Generators Energie erzeugt wird, die dann umgewandelt durch einen Transformator beispielsweise an Schulen weitergegeben werden kann. In ihrem Exponat haben die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen über die Erzeugung von Strom mithilfe der Wasserkraft durch den Einsatz von zwei Wasserbecken, eines Generators und einer kleinen Pumpe in die Praxis umgesetzt.
Weiterer fachlicher Input zur Energiewende
Welche aktuellen wissenschaftlichen Aspekte bei der Energiewende mit Wasserstoff eine Rolle spielen, erklärte anschließend Prof. Saskia Biehl vom Fraunhofer Institut LBF in Darmstadt. Sie freute sich darüber, dass ein großer Teil ihres Inputs über das Element Wasserstoff bereits in den Präsentationen der Schülerinnen und Schülern enthalten war. „Wasserstoff begegnet uns in unserem täglichen Leben überall. Er flexibilisiert die Energieversorgung und bietet große Chancen für zukünftige Arbeitsfelder“, betonte sie. „Besonders in Bereichen der Mobilität hält der klimafreundliche Energieträger Einzug. Die Herausforderung ist es, seine Einsatzmöglichkeiten nachhaltig, zuverlässig und sicher zu gestalten. Dadurch werden viele neue Berufsfelder entstehen, an die wir heute noch gar nicht denken.“
Das Projekt „Power Up“ hat den Teilnehmenden vermittelt, warum wir die verschiedenen erneuerbaren Energien für die Energiewende benötigen und ihnen neue Einblicke in die dazugehörigen Berufsfelder ermöglicht Exkursionen zu relevanten Einrichtungen der Unternehmenspartner – dem Windpark von ABO Energie, dem Rechenzentrum der Firma Equinix, dem Wasserkraftwerk der OVAG in Ortenberg und der Wasserstoffanlage im Industriepark Frankfurt-Höchst – verdeutlichten den Arbeitswelt- und Alltagsbezug und zeigten, wie das von den Jugendlichen entwickelte kleine Modell in der Realität arbeitet.
Diorama zeigt, wie die Energiewende gelingen kann
„Das Projektformat von Power Up war auch für uns eine neue Erfahrung“, sagte Projektleiterin Teresa Grauer von den Bildungs- und Forschungsprojekten der Provadis. Viele verschiedene Akteure wurden zusammengebracht. Das praxisorientierte MINT-Projekt wurde als Partner im Projekt „Energiewende-Held:innen“ von der LEA LandesEnergieAgentur Hessen GmbH gefördert. Darüber hinaus unterstützte die Initiative „Stuart & Friends“ des in Deutschland lebenden US-Amerikaners Stuart Truppner das Projekt.
Mit ihren individuellen Beiträgen in den Teilprojekten haben die Teilnehmenden am Ende ein großes Ganzes geschaffen: Um zu zeigen, wie die Energiewende gelingen kann, werden die Exponate der verschiedenen Energieformen in einem Diorama zusammengefasst. Das Diorama, das ein Modell einer modernen Stadt zeigt, soll im Rahmen einer Ausstellung Ende März im MINT-Mitmachmuseum Experiminta in Frankfurt präsentiert und den Eltern vorgestellt werden.

Quelle: Köhl et Feling

