Nidderau. Nach der Wahl ist vor der Wahl. Diese Weisheit gilt nach den Worten des CDU-Kreisvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Max Schad für die Stadt Nidderau und den am Dienstagabend von der CDU Nidderau neu für das Bürgermeisteramt nominierten Phil Studebaker insbesondere. Denn die Kommunalwahl 2026 gehört erst seit knapp zwei Wochen der Geschichte an und auch Phil Studebaker kann bereits auf einen eigenen Bürgermeisterwahlkampf im Jahr 2020 zurückschauen. Doch beide Ereignisse gehören der Vergangenheit an und deshalb heißt es für den inzwischen 46jährigen studierten Volkswirt Studebaker nun nur den Blick nach vorne richten. “Es geht um die Zukunft der Stadt“, so Studebaker in seiner Nominierungsrede am Dienstagabend in der Nidderhalle in Eichen. „Und es geht um das Wohl der Menschen, die in ihr leben“. Da die Menschen die Wahlen entschieden, müsse deshalb ihr Vertrauen gewonnen werden. Und das geschehe, indem man ihnen die Lösungen für ihre Probleme liefere. Nach über 55 Jahre SPD-Regierung gebe es nach Ansicht des 46jährigen Familienvaters davon im Rathaus eine ganze Menge. Da er die letzten Jahre die CDU im Magistrat vertreten hat, könne er das auch gut beurteilen. Und dann zählte Studebaker einige der Versäumnisse auf, die er im Falle seiner Wahl zu Bürgermeister schnellsten abstellen wolle. Beispielsweise die unzureichende medizinische Versorgung. Die wolle er beseitigen helfen etwa mit einem weiteren medizinischem Versorgungszentrum im Herzen Nidderaus, etwa in Windecken.
Weitere Schwerpunkte auf seiner umfangreichen Themenliste sind der öffentliche Personennahverkehr, beispielsweise mit der Umsetzung des On-Demand-Systems oder der gezielten Ansiedlung von Gewerbe. „In den Kommunen rundum Nidderau entstehen Gewerbegebiete nach Gewerbegebieten. Und was tun die Verantwortlichen bei uns im Rathaus: sie streichen Gewerbefläche aus dem Flächennutzungsplan und verzichten so auf wichtige Einnahmequellen. Geld, das dringend für die Weiterentwicklung der Stadt benötigt wird, denn solide Finanzen sind nun einmal die Voraussetzung für Investitionen in die Zukunft“, so Studebaker. Zu seinen weiteren Plänen gehören nach dem Ausbau der Bertha-von-Suttner-Schule zum Gymnasium ein Parkdeck, um die dringenden Parkprobleme rund um die Schule lösen zu helfen. Auch um die Vereine, beispielsweise um eine Laufbahn auf dem Sportgelände des Windecker Sportvereins will er sich kümmern oder um ein Trainingsgelände für die Feuerwehr. Während das regierende SPD/Grünen-Bündnis für Ankündigungen und Versprechungen steht, siehe Zentralstadion oder die Brücke über die Nidderauen, sollen es bei ihm Handlungen seien, die seine Amtszeit auszeichnen soll, denn Politik müsse sichtbar sein. „Ich will gestalten und nicht verwalten. Deshalb ladet mich ein, lernt mich näher kann. Denn nur dadurch entsteht das notwendige Vertrauen für die Wahl. Ich jedenfalls bin bereit für die Stadt zu kämpfen“, forderte Studebaker in seiner Rede gleich mehrfach. Es folgte ein minutenlanger Applaus der rund 45 Mitglieder und Gäste, darunter mehrere Vertreter der Freien Wähler.
Die Vorbereitung auf die Bürgermeisterwahl und die strategische Positionierung der Nidderauer CDU habe den Vorstand schon seit vergangenem Sommer beschäftigt, da es mehre mehrere Kandidatinnen und Kandidaten dafür gegeben habe. In einem fairen, strukturierten und transparenten Verfahren habe der Vorstand sich intensiv mit allen Bewerbern sowie deren individuellen Kompetenzen auseinandergesetzt. Als Sieger in diesem Auswahlverfahren sei schließlich Phil Studebaker hervorgegangen, weil die CDU-Spitze davon überzeugt ist, dass Studebaker die beste Grundlage für Stabilität, Kontinuität und Weiterentwicklung unseres Stadtverbandes und unserer Stadt bietet, so begründete der Stadtverbandsvorsitzende Otmar Wörner die Wahl Studebakers zum CDU-Bürgermeisterkandidaten für Nidderau.
Lob gab es auch anschließenden vom CDU-Kreisvorsitzenden Schad: Phil Studebaker ist der richtige Mann für Nidderau. Er ist ein sympathischer Familienvater, der mit beiden Beinen im Leben steht. Als Nidderauer Bub ist er mit seiner Heimatstadt fest verwurzelt und bringt aufgrund seiner beruflichen Erfahrung sowie seines lokalpolitischen Engagements alles mit, was ein zukünftiger Bürgermeister braucht“. Und auch der Gelnhäuser Bürgermeister Christian Litzinger (CDU), der die Sitzung leitete, machte Studebaker Hoffnung: „Auch ich habe zwei Anläufe für die Eroberung des Rathauses in Gelnhausen gebraucht. Und da es bei der letzten Bürgermeisterwahl hier in Nidderau so knapp war, wird es dir dieses Mal bestimmt gelingen“. Litzinger und auch Schad versprachen Unterstützung im bevorstehenden Wahlkampf. Die Wahl zum CDU-Bürgermeisterkandidat fiel anschließend überzeugend aus. Studebaker errang 39 Ja-Stimmen der 41 anwesenden 41 Stimmberechtigten, also 95,1 Prozent Zustimmung.
Jürgen W. Niehoff
Quelle: Jürgen W. Niehoff

