Wie wird aus einer Geschichte eine lebendige Bühneninszenierung? Welche Ausdrucksmöglichkeiten haben Schauspielerinnen und Schauspieler? Und wie funktioniert eigentlich eine Drehbühne? Antworten auf diese Fragen erhielten Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 der Kopernikusschule Freigericht bei einem besonderen Ausflug in die Oper Frankfurt. Gemeinsam mit ihrem Musiklehrer Andreas Weismantel tauchten sie in die faszinierende Welt des Musiktheaters ein und lernten die Oper einmal aus einer ganz anderen Perspektive kennen.
Im Mittelpunkt des Besuchs stand ein vierstündiger Workshop zur Märchenoper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck. Unter der fachkundigen Anleitung von Workshopleiterin Iris Winkler beschäftigten sich die Jugendlichen intensiv mit grundlegenden Techniken des darstellenden Spiels. Dabei ging es darum, zu erfahren, wie Figuren auf der Bühne zum Leben erweckt werden und wie sich Gefühle, Stimmungen und Handlungen durch Körpersprache, Mimik und Bewegung ausdrücken lassen.
Ein besonderes Highlight erwartete die Schülerinnen und Schüler beim anschließenden Blick hinter die Kulissen. Iris Winkler führte die Gruppe auf die Bühne der Oper Frankfurt und gewährte spannende Einblicke in die technischen Abläufe eines Opernhauses. Besonders eindrucksvoll war die große Drehbühne, deren Funktionsweise die Jugendlichen aus nächster Nähe kennenlernen konnten. Darüber hinaus erfuhren sie, welch ausgefeilte Bühnentechnik und welcher organisatorische Aufwand hinter einer Opernaufführung stecken.
Der Besuch machte deutlich, dass eine Oper weit mehr ist als Musik und Gesang: Erst durch das Zusammenspiel von darstellender Kunst, Bühnenbild, Licht und Technik entsteht das Gesamterlebnis, das das Publikum schließlich im Zuschauerraum begeistert.
Der Workshop bildete zugleich den Auftakt zu einem besonderen musikalischen Projekt. Denn am 13. November werden die Schülerinnen und Schüler erneut nach Frankfurt fahren, um gemeinsam eine Aufführung von Humperdincks „Hänsel und Gretel“ zu besuchen. Dank der praktischen Erfahrungen und der Einblicke hinter die Kulissen können sie die Inszenierung dann mit einem geschärften Blick erleben und viele der zuvor kennengelernten Gestaltungsmittel auf der Bühne wiederentdecken.
Für Musiklehrer Andreas Weismantel ist die Verbindung von theoretischer Auseinandersetzung, eigenem Ausprobieren und unmittelbarem Kulturerlebnis ein wichtiger Bestandteil eines lebendigen Musikunterrichts. Der Besuch der Oper Frankfurt bot den Jugendlichen die Gelegenheit, klassische Musik und darstellende Kunst außerhalb des Klassenzimmers kennenzulernen und einen Zugang zu einer Kunstform zu finden, die für viele bislang eher ungewohnt sein dürfte.
Quelle: Thorsten Weitzel

