Museum und Babbelstubb am Sonntag geöffnet
Am kommenden Sonntag, dem 8. März 2026, setzen wir unseren Rundgang durch die Handwerksstuben im Museumskeller fort und erinnern an diesem Tag in der Zigarrenmacherei besonders an die Verdienstmöglichkeiten der Frauen und Mädchen in unserer Gemeine vom Ende des 19. Jahrhunderts und bis in die 1930 er Jahre des 20. Jahrhunderts.
Überwiegend junge Frauen fanden im Beruf der Zigarrenmacherin eine, wenn auch schlecht bezahlte Arbeit.
In Großkrotzenburg gab es in dieser Zeit zwei Zigarrenfabriken. Um die Jahrhundertwende wurde in der Lindenstraße im ehemaligen Kino und heutigen Gasthaus ” Zur Linde “
von Emanuel Hirschmann eine Zigarrenfabrik eröffnet.
Er beschäftigte hauptsächlich Frauen und Mädchen und konnte ihnen zusammen mit den angestellten Heimarbeiterinnen bis Anfang 1930 eine Verdienstmöglichkeit anbieten.
Eine weitere Zigarrenmacherei entstand 1914 im Oberhaag im Saal der Gastwirtschaft
” Zur Stand Hanau” Ein Herr Witte aus dem Rheinland bot hier bis zum Ende des ersten Weltkrieges mindestens 50 Frauen ein Auskommen.
Der Rohtabak, zu großen Ballen gepresst (200 Kg) kam teils aus Baden und der Pfalz, teils aus Brasilien, Kuba, Indonesien und Mexico.
Der Arbeitsablauf begann mit dem Anfeuchten, Entrippen und Trocknen der Tabakblätter danach folgte das Herstellen der Wickel, das Einlegen in die Holzschablonen und das 10–12-stündige Pressen. Die Wickel wurden in ein besonders feines Deckblatt eingerollt, welches in 2-3 cm breite Streifen geschnitten und an beiden Enden verklebt war. Den Arbeitsablauf ” Rollen ” erledigten meistens die Mütter zu Hause in den Abend-und Nachtstunden.
Zum Schluss erfolgte in der Fabrik das Sortieren, das Einlegen in den Presskasten und schließlich das Etikettieren und Verpacken.
Bei guter Leistung brachte es eine Wickelmacherin bei 10-stündiger Arbeit auf 700 Wickel und eine Rollerin fertigte täglich im Akkord 500 Zigarren an.
Die, hier erwähnten Arbeiten waren ausschließlich für Frauen bestimmt und die Ortsbevölkerung war froh, als der damalige Bürgermeister Georg Noll eine größere nicht landwirtschaftlich genutzte Fläche roden und mit Weiden bepflanzen ließ und somit auch Männer in der Korbherstellung Arbeit fanden.
Am Sonntag haben sie die Möglichkeit unser neues Museumsquiz zu testen.
Das Museum und die österlich geschmückte gemütliche Babbelstubb sind von 14-17 Uhr geöffnet. Herzlich willkommen.
Wir weißen darauf hin, dass unser Museum am 12. April geschlossen bleibt. Und danken schon im Voraus für ihre Verständnis.

Quelle: Redaktion MKK Echo

