Unternehmensbesuch bei Röhm im Industriepark Wolfgang
Hanau. Im Rahmen seiner Unternehmensbesuche hat Oberbürgermeister Claus Kaminsky gemeinsam mit Andreas Kunz, Geschäftsführer der Hanau Wirtschaftsförderung GmbH, die Röhm GmbH im Industriepark Wolfgang besucht. Der Besuch ist Teil des kontinuierlichen Dialogs der Stadt Hanau mit den ansässigen Unternehmen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts nachhaltig zu stärken.
Das weltweit aufgestellte Unternehmen Röhm – mit Hauptsitz in Darmstadt – zählt zu den weltweit führenden Herstellern in der Methacrylat-Chemie. Es verfügt über acht Produktionsstandorte, drei neue Technologie- und Innovationzentren in den Regionen Europa, Nordamerika und Asien und erwirtschaftete 2024 einen Umsatz von rund 1,7 Milliarden Euro. Röhm produziert weltweit mehr als eine Million Tonnen Produkte und Zwischenprodukte und beschäftigt 2.750 Mitarbeitende, davon über 2.000 in Deutschland
Der Reaktionsharzbetrieb in Hanau zählt 44 Mitarbeitende in Produktion und Logistik und arbeitet im Drei-Schicht-System. Produziert wird mit drei Reaktoren in einer Anlage mit modernem Prozessleitsystem und sicherheitsgerichteter Überwachung.
Empfangen wurden die Gäste von Claus Weidtmann, Standortleiter Wesseling und Hanau, Betriebsleiter Andreas Hüther, sowie Kerstin Oberhaus, Standortleiterin des Industrieparks Wolfgang. Nach einer Unternehmensvorstellung erhielten die Besucher einen umfassenden Einblick in die Produktion des Reaktionsharzbetriebs am Standort Hanau.
Im Hanauer Werk werden rund 60 unterschiedliche Reaktionsharzprodukte hergestellt – unter anderem für Straßenmarkierungen, Industriefußböden, Bauwerksabdichtungen oder Spezialanwendungen wie Intumeszenz-Beschichtungen und Prothesenherstellung. „Die Produkte begegnen den Menschen tagtäglich, ohne dass sie es bewusst wahrnehmen: in Fahrbahn- und Fahrradwegbelägen, in Klebstoffen, Farben und Lacken oder in sicherheitsrelevanten Markierungen im Straßenverkehr“, berichtet Standortleiter Weidtmann. „Hanau ist ein wichtiger Baustein unseres europäischen Produktionsverbunds. Mit moderner Technik, hohen Sicherheitsstandards und qualifizierten Mitarbeitenden sichern wir Qualität und Versorgungssicherheit. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ist es entscheidend, industrielle Kompetenz in Europa zu erhalten“, so Weidtmann weiter. Röhm produziere in Hanau für die Region und für Europa. Als letzter Methylmethacrylat (MMA)-Produzent in Europa sichere das Unternehmen eine zentrale Rohstoffbasis für zahlreiche industrielle Anwendungen, unter anderem im Bereich der Automobil- und Bauindustrie sowie Medizintechnik, so der Standortleiter.
Im Gespräch wurden auch die aktuellen Herausforderungen für den Industriestandort Deutschland thematisiert – darunter hohe Energie- und Rohstoffkosten, hohe Zusatzbelastungen, durch steigende Kosten für CO2 Zertifikate sowie bürokratische Hürden für Investition und Forschung in der europäischen Chemieindustrie.
Oberbürgermeister Claus Kaminsky zeigte sich beeindruckt von der technologischen Kompetenz und der regionalen Verwurzelung:
„Unternehmen wie Röhm machen deutlich, welche industrielle Tiefe und welches Know-how in Hanau vorhanden sind. Hier entstehen unverzichtbare Grundstoffe für zahlreiche Wertschöpfungsketten in Europa. Dass dieser strategisch wichtige Baustein der Chemieindustrie in unserer Stadt produziert wird, ist ein starkes Signal für die Bedeutung Hanaus als Industriestandort – gerade in Zeiten großer wirtschaftlicher Herausforderungen.“
Andreas Kunz, Geschäftsführer der Hanau Wirtschaftsförderung GmbH, betonte:
„Für uns als Wirtschaftsförderung ist entscheidend, dass Unternehmen wie Röhm hier gute Entwicklungsbedingungen vorfinden – von leistungsfähiger Infrastruktur über verlässliche Genehmigungsprozesse bis hin zu einem starken industriellen Netzwerk im Industriepark Wolfgang. Unser Anspruch ist es, den Standort gemeinsam mit den Unternehmen aktiv weiterzuentwickeln und neue Perspektiven für Investitionen und Kooperationen zu eröffnen.“
Auch Kerstin Oberhaus, Standortleiterin des Industrieparks Wolfgang, unterstrich die strategische Bedeutung des Standorts: „Wir arbeiten daran, den Industriepark Wolfgang weiter auszubauen und ihn für die Zukunft aufzustellen. Dabei ist es unser Ziel, Kosten zu optimieren, neue Partnerschaften zu schließen und gezielt neue Ansiedler zu werben. Ein starker Industriestandort lebt von Vernetzung, Effizienz und Innovationskraft.“
Der Industriepark Wolfgang beheimatet mehrere international tätige Unternehmen und bietet eine leistungsfähige Infrastruktur für Produktion, Logistik und Forschung.
Hintergrund:
Unternehmensgeschichte Die Wurzeln von Röhm reichen bis in das Jahr 1907 zurück. Damals gründete der Chemiker Otto Röhm zusammen mit Otto Haas die Röhm & Haas OHG, eine Vorläufergesellschaft der heutigen Röhm. 1989 wurde das Geschäft von der Hüls AG übernommen, die daraufhin mit der Degussa AG fusionierte und 2007 zum Evonik-Konzern wurde. Die Methacrylat-Chemie wurde ein eigener Geschäftsbereich. 2019 verkaufte Evonik den Methacrylat-Verbund an den Finanzinvestor Advent International. Seitdem firmiert Röhm wieder unter dem Namen des Firmengründers.
Pressekontakt:
Stadt Hanau, Ute Wolf
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Quelle: Stadt Hanau

