Nidderau. Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Nidderau haben am Sonntag eine neue Stadtverordnetenversammlung gewählt. Nach dem vorläufigen Endergebnis (Trend) bleibt die SPD mit 37,47 Prozent stärkste Kraft, gefolgt von der CDU mit 31,34 Prozent.
Dahinter liegen Bündnis 90/Die Grünen mit 17,51 Prozent, die AfD mit 6,61 Prozent, die Freien Wähler mit 5,65 Prozent sowie die FDP mit 1,42 Prozent.
Damit erreichen SPD und Grüne zusammen rund 55 Prozent der Stimmen und verfügen weiterhin über eine klare Mehrheit im Nidderauer Stadtparlament.
Erwartete Verschiebung blieb aus
Das Ergebnis kommt für viele Beobachter überraschend. Vor der Wahl wurde vielfach darüber diskutiert, ob Rot-Grün seine absolute Mehrheit verlieren könnte.
Die Stimmung im Wahlkampf sowie zahlreiche Gespräche im politischen Umfeld hatten eher darauf hingedeutet, dass diese Mehrheit möglicherweise knapp werden könnte.
Der Wahlabend zeigt jedoch ein anderes Bild: Die Mehrheit bleibt bestehen.
Deutliche Unterschiede zur Kreiswahl in Nidderau
Parallel zur Stadtverordnetenwahl fand auch die Kreistagswahl im Main-Kinzig-Kreis statt. Schon beim Blick auf die Ergebnisse innerhalb der Stadt Nidderau zeigt sich ein deutlich anderes Kräfteverhältnis.
Bei der Kreiswahl mit Stimmen aus Nidderau ergibt sich folgendes Bild:
SPD: 29,77 %
CDU: 28,34 %
AfD: 16,35 %
Grüne: 13,15 %
Sonstige: 12,39 %
Damit schneiden insbesondere AfD und kleinere Parteien deutlich stärker ab als bei der Wahl zum Nidderauer Stadtparlament.
Noch deutlicher wird der Unterschied im gesamten Kreis
Betrachtet man die Kreistagswahl im gesamten Main-Kinzig-Kreis, verschiebt sich das Kräfteverhältnis nochmals deutlich:
CDU: 29,13 %
SPD: 23,40 %
AfD: 20,63 %
Grüne: 10,64 %
Freie Wähler: 4,43 %
Die Linke: 4,61 %
FDP: 3,24 %
Sonstige: 3,91 %
Damit liegt im gesamten Kreis die CDU klar vor der SPD, während die AfD auf über 20 Prozent kommt.
Unterschiedliches Wahlverhalten der Wähler
Auffällig ist damit ein interessantes Phänomen: Viele Wähler haben offenbar je nach Ebene unterschiedlich abgestimmt.
Während bei der Wahl zur Nidderauer Stadtverordnetenversammlung eine stabile Mehrheit für SPD und Grüne entstand, zeigt die Kreistagswahl ein deutlich anderes politisches Kräfteverhältnis – sowohl innerhalb der Stadt Nidderau als auch im gesamten Main-Kinzig-Kreis.
Dieses unterschiedliche Wahlverhalten derselben Wählerschaft ist zwar bei Kommunalwahlen grundsätzlich möglich, fällt in diesem Fall jedoch besonders deutlich aus.
Entscheidungen für die kommenden fünf Jahre
Die neu gewählte Nidderauer Stadtverordnetenversammlung wird in den kommenden fünf Jahren über zentrale Themen der Stadt entscheiden, darunter:
- kommunale Finanzen und Haushaltsplanung
- Investitionen in Kindertagesstätten
- Wohnungsbau und Stadtentwicklung
- Verkehr und Infrastruktur
Mit dem Ergebnis steht fest: Die politischen Mehrheitsverhältnisse in Nidderau bleiben zunächst stabil – auch wenn der Blick auf die Kreiswahl zeigt, dass sich politische Stimmungen auf unterschiedlichen Ebenen sehr unterschiedlich ausdrücken können.
Quelle: Redaktion MKK Echo
Bilder: Votemanager MKK; Votegroupe GmbH

