Wiesbaden. Bei Bauarbeiten im Maintaler Stadtteil Hochstadt (Main-Kinzig-Kreis) wurden am 02. März 2026 menschliche Knochen aufgedeckt. Eine Erstbetrachtung durch die hinzugezogene Gerichtsmedizin des Polizeipräsidiums Südosthessen ergab, dass es sich bei dem Knochenfund um älteres Knochenmaterial handelt, weswegen sofort die hessenARCHÄOLOGIE des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen eingeschaltet wurde. Die Fundstelle wurde zur Sicherung der Knochen durch die Polizei abgesperrt. Die Bezirksarchäologie und Anthropologie der hessenARCHÄOLOGIE konnte die Knochen am Dienstag und Mittwoch untersuchen.
Es handelt sich bei den gefundenen menschlichen Überresten um die Knochen mehrerer hundert Individuen, jedoch primär um Langknochen, nicht um vollständige Skelette.
„Der Knochenfund steht vermutlich im Kontext eines städtischen Friedhofs und dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit das Ergebnis einer Umbettung oder Bereinigung alter Bestattungsplätze gewesen sein, die mindestens 150 Jahre zurückliegt“, erläutert der zuständige Bezirksarchäologe Hardy Prison.
Da die Chroniken der Friedhöfe nicht bis in diese Zeit zurückreichen, wird eine genauere Zuordnung schwierig. Der Zustand des gefundenen Knochenmaterials, das Fehlen vollständiger Bestattungen und die sorgfältige Aufreihung der Knochen sprechen jedoch deutlich für die im Zusammenhang mit Umbettungen stehenden Einflüsse auf die menschlichen Überreste.
Die Knochen des Bauareals werden nun sorgfältig geborgen und es wird gemeinsam mit der Stadt eine Lösung für den weiteren Umgang mit den Funden gesucht werden.
Quelle: Landesamt für Denkmalpflege Hessen

