Nach Wochen und Monaten der Vorbereitung war es Ende Februar endlich so weit. Mit drei Projekten nahmen fünf Schülerinnen und Schüler der Kopernikusschule Freigericht am Jugend-forscht-Regionalwettbewerb Rhein-Main Ost teil, der auf dem Betriebsgelände der Firma Heraeus in Hanau stattfand. Begleitet wurden sie von ihren Betreuerinnen und Betreuern Svenja Bischoff, Cristiano Gomes Pinto und Olaf Sailer, die gemeinsam auch die Forscher-AG der Schule leiten, in der Schülerinnen und Schüler an zwei Nachmittagen in der Woche Gelegenheit haben, ihre Forschungsideen in die Tat umzusetzen und sich gezielt auf den Wettbewerb vorzubereiten.
„Ich war ganz schön aufgeregt“, berichtet Emma Ramien aus der 6. Klasse beim Betreten des Wettbewerbsraumes. In diesem Jahr war die Anzahl der Projekte im Wettbewerb so hoch wie noch nie zuvor und damit natürlich auch die Konkurrenz. Emma ist zum ersten Mal dabei. Gemeinsam mit Emma Kohlenberger aus einer anderen 6. Klasse haben die beiden Jungforscherinnen eine Brotdose aus Pilzmyzel entwickelt, die sie stolz präsentieren. An ihrem Stand zeigen Emma und Emma die vielen Arbeitsschritte, die notwendig waren, um am Ende ein zu 100% biologisch abbaubares Produkt zu entwickeln. Von der Auswahl der Rohstoffe Stroh, Kaffeesatz und Holzspäne über das Wachstum der Pilze und das Trocknen und Pressen der Platten, die Testung der Materialeigenschaften bis hin zur Verbesserung der Stabilität und Wasserfestigkeit und dem Formen der Brotdosen. In der Wettbewerbssparte Biologie in der Altersstufe Jugend forscht Junior konnten sie damit am Ende den 2. Platz erreichen. Dass es diesmal nicht für den 1. Platz gereicht hat, lag vor allem daran, dass die Konkurrenz aus der eigenen Schule in derselben Sparte diesmal noch einen Tick stärker war.
Felix Müller und Laurenz Fingerhut aus der 8. Klasse durften sich mit ihrem Projekt „Aquafant“ als Regionalsieger feiern lassen. Sie haben ein Aquaponiksystem etabliert und optimiert, dass gleichzeitig tierische und pflanzliche Biomasse erzeugt. Die Garnelen und Schnecken im Aquarium ernähren sich von pflanzlichen Abfällen. Ihre Ausscheidungen werden von nitrifizierenden Bakterien in Nitrat umgewandelt, das wiederum den Pflanzen, die in einer Hydrokultur angebaut werden, als Dünger dient. Felix und Laurenz haben über Monate hinweg mit Hilfe von photometrischen Verfahren die Wasserqualität überwacht und die Zunahme an Biomasse bestimmt. Das Ergebnis: Ihr System funktioniert stabil, Salat und Kresse wachsen gut, Garnelen und Schnecken vermehren sich prächtig. Für den Landeswettbewerb soll nun noch ein Photovoltaik-Modul eingebaut werden, um energetisch unabhängig zu werden. Die Vorstellung ihres Konzepts hat die Jury wohl nachhaltig beeindruckt.
„Im Kindergarten habe ich einmal eine Schnecke angefasst und die hat furchtbar geklebt. Das ging selbst beim Händewaschen nicht ab.“, berichtet Michel Bilz aus der 6. Klasse, wenn man ihn fragt, wie er auf die Idee für sein Projekt gekommen ist. Beim Regionalwettbewerb hat er mit seinem Projekt „Kleber aus Schneckenschleim“ in der Sparte Technik den 1. Preis und die Qualifikation für den Landeswettbewerb erreicht – und das gleich bei seiner ersten Teilnahme. Übrigens haben bei der Entwicklung des Klebers keine Schnecken ihr Leben gelassen. Der echte Schneckenschleim wurde aus Kollagen, Puderzucker, Wasser und Glycerin nachgebaut. Mit Salicylsäure wurde dann noch die Haltbarkeit deutlich erhöht. Die enorme Klebkraft des Schneckenschleimklebers konnte er an seinem Stand dann eindrucksvoll vorführen. Egal ob Papier, Holz oder Plastik – bis zu 7 kg Gewicht hat sein Kleber ausgehalten.
Für die Schülerinnen und Schüler der Kopernikusschule Freigericht war es ein erfolgreicher Tag beim diesjährigen Regionalwettbewerb. Die ganze Schulgemeinde freut sich über die hervorragenden Ergebnisse und wünscht den Regionalsiegern viel Erfolg beim Landeswettbewerb. In der Forscher-AG wird unterdessen fleißig an anderen Themen weitergeforscht. Mehrere Teams wollen mit ihren Projekten im nächsten Jahr dann selbst dabei sein auf der großen Bühne von Jugend forscht.


Quelle: Thorsten Weitzel

