Montag, April 13, 2026
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Jeder vierte Erwerbstätige vertraut bei wichtigen Fragen zuerst einem KI-Chatbot: Studie zeigt Risiken für selbständiges Denken

Künstliche Intelligenz wird für viele Beschäftigte zum ersten Ansprechpartner bei relevanten beruflichen und privaten Fragestellungen. Das zeigt eine repräsentative Studie des PINKTUM Institute unter 1.550 Erwerbstätigen in Deutschland. Jeder Vierte (26 %) setzt über alle abgefragten Anwendungsbereiche hinweg vorrangig auf KI-Chatbots wie ChatGPT oder Gemini. Zu Bewerbungen, Gehaltsgesprächen, Fachthemen oder kreativen Prozessen wenden sich sogar mehr als 40 % der Befragten primär an einen Chatbot. Außerdem fühlen sich viele Anwender von der KI manchmal besser verstanden als von Menschen (29 % über alle Altersgruppen). Unter jüngeren Erwerbstätigen (25-29 Jahre) hat sogar mehr als jeder Zweite (56 %) das Gefühl, dass der Chatbot ihn teilweise besser versteht.

Damit beginnt sich ein zentrales Prinzip der Arbeitswelt zu verschieben:Vertrauen wird nicht mehr ausschließlich zwischen Menschen, sondern zunehmend in Systeme aufgebaut.

Dieser Wandel wird maßgeblich durch Effizienzgewinne getrieben. 43 % der Befragten geben an, mit KI-Chatbots mehr Arbeit zu schaffen, 48 % meinen, damit bessere Ergebnisse zu erzielen und 46 % erleben eine Entlastung im Arbeitsalltag.

Schattenseiten der Effizienz

Gleichzeitig offenbart die Studie eine kritische Kehrseite: 43 % setzen KI-Chatbots gezielt ein, um eine vertiefte Auseinandersetzung mit Themen zu vermeiden. Die Folge sind zwar schnellere Ergebnisse, jedoch oft ohne ein fundiertes Verständnis der zugrunde liegenden Inhalte und Zusammenhänge. KI wird damit nicht nur als Werkzeug zur Qualitätssteigerung genutzt, sondern auch als kognitive Abkürzung. 46 % der Befragten stellen für diese Beschleunigung sogar Bedenken hinsichtlich ihrer Privatsphäre zurück.

Joachim Pawlik, CEO PINKTUM: „KI macht uns produktiver, aber sie verführt uns auch dazu, weniger selbst zu denken. Wenn Bequemlichkeit zur Leitlogik wird und Vertrauen sich von Menschen auf Systeme verlagert, entsteht ein strukturelles Risiko für Kompetenz, Verantwortung und Führung.”

Pawlik ergänzt: „KI verändert deshalb nicht nur Arbeit, sondern auch den Umgang mit Verantwortung. Führung muss aktiv gegensteuern, indem sie Reflexion einfordert und die Urteilskraft von Mitarbeitenden stärkt.”

Quelle: Kristina Behrend

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