Nidderau. Bei dem Info-Abend der Nidderauer CDU mit dem Kreisbeigeordneten und CDU-Spitzenkandidat bei der bevorstehenden Kommunalwahl Jannik Marquart stand die Schulpolitik oben an. Doch bevor Marquart seinen Vortrag starten konnte, wurden die rund 30 Gäste in das nahegelegene historische Schulgebäude direkt neben der katholischen Kirche geführt. Bis in das 15.Jahrhundert reicht seine wechselvolle Geschichte vom Ortsgefängnis, über das Rathaus bis hin zur Dorfschule zurück.
Doch das ist Vergangenheit. Der CDU-Spitzenpolitik Marquart hingegen repräsentiert hingegen die Gegenwart. Und deshalb betonte er auch an diesem Abend, dass „Investitionen in unsere Schulen Investitionen in die Zukunft unserer Kinder und damit auch in die Zukunft unseres gesamten Kreises sind“. Mehr als 350 Millionen Euro will der Main-Kinzig-Kreis bis 2029 in seine rund 100 Schulen investieren. „Das hat es noch nie in der Geschichte unseres Kreises gegeben“, unterstrich Marquart die Bedeutung dieser Maßnahme. Zwei Jahre ist der CDU-Mann nun im Amt als Kreisbeigeordneter und Schuldezernent und hat in dieser Zeit mit dem „Schulbau-Turbo“ ein komplett neues Schulbau- und Sanierungskonzept umgesetzt. `Schneller, effizienter und besser´ so lautet seine Devise. Um Zeit zu gewinnen, setzt Marquart auf Fertigbauweise. „So können Schulen im Schnitt zwei Jahre schneller fertig gebaut werden als bisher“. Auch begeht er neue Wege wie beispielsweise beim Um- und Ausbau der Bertha-von-Suttner-Schule in Nidderau. Sie erhält einen neuen gymnasialen Oberstufenzweig und muss deshalb erweitert werden. Zeitrahmen bis 2030. Doch das war Marquart zu lang. Also lässt er den Bau für die neue Oberstufe in Fertigbauweise schon in diesem Jahr beginnen, nutzt den Neubau dann als Ausweichfläche für die restlichen Schulklassen, um so das alte Schulgebäude zügig und ohne Schulausfälle sanieren zu können. „Im Jahr 2030 können wir dann mit einer komplett sanierten Schule mit der gymnasialen Oberstufe beginnen“, verkündet er zuversichtlich. Darüber hinaus will er bis 2029 knapp 30 Grundschulen erweitern und 4 neu bauen. Die Erweiterung ist notwendig, weil der Kreis ab dem Jahr 2027 kreisweit eine freiwillige Ganztagsbetreuung bis 17 Uhr mit warmen Mittagessen und Ferienbetreuung anbieten will. Dadurch würden auch die Eltern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützt.
Weil all diese Maßnahmen aber erhebliche Kosten mit sich bringen, müsse die Schulumlage für die Kommunen im überschaubaren Rahmen Jahr für Jahr angehoben werden. Und genau hier liegt das Problem, wie sich in der anschließenden Diskussion herausstellt. „Wie lange machen das die Kommunen noch mit?“ lautete beispielsweise eine der Fragen. „Hoffentlich bleibt es nicht nur bei diesen Zukunftsvisionen. Hoffentlich werden sie auch bis zum Schluss umgesetzt“, so der Kommentar eines anderen Besuchers. Doch Marquart ist da recht zuversichtlich. „Bildung betrifft uns alle und es geht um unserer aller Wohl“.
Sodann richtete er den Focus in seinem Vortrag auf die Wirtschaft. Hier sehe er nach zwei Jahren endlich wieder einen Aufwärtstrend. „Man muss das nicht immer alles so negativ sehen“. Sicherlich habe es in der zurückliegenden Zeit Probleme gegeben, seien etliche Unternehmen in die Insolvenz gegangen, doch mittlerweile überwiegten wieder die Neugründungen von Unternehmen. Dabei habe sich herausgestellt, dass Dienstleistungsbetriebe gegenüber dem produzierenden Gewerbe die Oberhand gewinnen würde. In diesem Zusammenhang stellte Marquart fest, dass in unsere Gesellschaft immer noch zu sehr auf Regeln Wert gelegt werde. „Wir müssen wieder mehr Risiken wagen, um die Herausforderungen in Industrie und Gesellschaft besser bewerkstelligen zu können“. Hierzu gab es eine breite Übereinstimmung.
Den Abschluss seines Vortrages bildeten schließlich die Themenkreise `Radverkehr´ und `Glasfaserausbau´. Auch in diesen Bereichen habe es in der letzten Zeit erhebliche Fortschritte gegeben. Doch auch hier gebe es noch zahlreiche `Baustellen´.
Jürgen W. Niehoff
3 Fotos anbei
1. Bei dem CDU-Infoabend der Kreisbeigeordnete Janni Marquart (re.) und der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Otmar Wörner (li)
2. Rund 30 Zuhörer waren zu dem Info-Abend mit Jannik Marquart gekommen


Quelle: Jürgen W. Niehoff

