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Internationale Forschung auf Læsø: Schüler der Kopernikusschule untersuchen Ökosysteme in Dänemark

Mit 29 Schülerinnen und Schülern nahm die Kopernikusschule Freigericht an einem weiteren internationalen Erasmus+-Projekt auf der dänischen Insel Læsø teil. Gemeinsam mit Partnerschulen aus Belgien, Österreich und Norddeutschland erforschten die Jugendlichen verschiedene Ökosysteme und sammelten wertvolle wissenschaftliche sowie interkulturelle Erfahrungen. Geleitet wurde die Exkursion von Studiendirektor und Erasmus-Koordinator Olaf Sailer. Insgesamt waren acht Lehrkräfte aus vier Ländern beteiligt. Gastgeber war offiziell das Gymnasium in Frederikshavn, das die Gruppe an mehreren Tagen besuchte. Dabei konnten die Teilnehmer auch Einblicke in das dänische Schulsystem gewinnen, durften in Unterrichtsstunden im Fach Deutsch als Experten mitwirken und bekamen eine von dänischen Schülern geleitete Stadtführung.

Im Mittelpunkt des Projekts mit dem Titel „Researching and Saving Ecosystems in Europe“ stand die wissenschaftliche Untersuchung verschiedener Lebensräume auf Læsø. Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten in international gemischten Forschergruppen und beschäftigten sich mit fünf Themenbereichen: Watt, Strand und Spülsaum, Dünen, Salzwiesen sowie Vogelwelt. Dabei führten sie rund 50 Experimente durch und dokumentierten ihre Ergebnisse sorgfältig.

Ein Schwerpunkt lag auf der Bestimmung sogenannter abiotischer Faktoren. So untersuchten die Jugendlichen unter anderem Salzgehalt, Temperatur, Bodenfeuchte und Sauerstoffgehalt in verschiedenen Teil-Ökosystemen wie Salzwiesen, Stränden, Dünen und Wattflächen. Darüber hinaus bestimmten und untersuchten sie zahlreiche Lebewesen, darunter Algen, Muscheln, Schnecken, Wattwürmer und verschiedene Vogelarten. Auch sogenannte Ellenbergkartierungen zur Analyse von Pflanzenbeständen wurden durchgeführt.

An drei Tagen – von Dienstag bis Donnerstag – konnten die Gruppen ihre Arbeitszeit selbstständig einteilen. Vorgegeben waren lediglich die Versuche und die jeweiligen Untersuchungsorte. Diese Eigenverantwortung förderte nicht nur wissenschaftliches Arbeiten, sondern auch Teamfähigkeit und Organisationstalent. Neben der Forschung spielte auch das Alltagsleben eine wichtige Rolle. Untergebracht waren die Schülerinnen und Schüler in kleinen, international gemischten Gruppen in Campinghütten in Vesterø. Sie organisierten ihren Tagesablauf eigenständig, kauften ein und kochten gemeinsam. Die Fortbewegung auf der Insel erfolgte überwiegend mit Leihfahrrädern, wodurch die Gruppe die Natur hautnah erleben konnte. Auch kulturelle und praktische Erfahrungen kamen nicht zu kurz: Die Schülerinnen und Schüler stellten Chips aus Algen her, nutzten ein Stand-up-Paddling-Board für die Algenernte und erkundeten traditionelle Tanghäuser sowie die Salzsiederei der Insel. Besondere Erlebnisse prägten die Woche nachhaltig: Die Sichtung von Robben, das Probieren von selbstgefangenen Austern sowie der Genuss von Kaisergranaten sorgten für Begeisterung. Diese Eindrücke ergänzten die wissenschaftliche Arbeit und machten die Reise zu einem ganzheitlichen Erlebnis.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Projekts war der Beitrag zum Umweltschutz. Für die Gemeinde Læsø führten die Schülerinnen und Schüler eine Zählung der Pazifischen Auster durch. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Population dieser invasiven Art im Vergleich zu den Vorjahren deutlich zurückgegangen ist.

Am Ende der Woche wurde deutlich, dass das Projekt weit über wissenschaftliche Erkenntnisse hinausging. In einer Feedbackrunde brachte es eine Schülerin auf den Punkt: „Für mich war das Schönste, neue Freunde kennengelernt zu haben.“ Dieser Satz spiegelt den zentralen Gedanken von Erasmus+ wider: die Förderung von interkulturellem Lernen und internationaler Zusammenarbeit. Das Projekt läuft noch bis Mai 2027 und endet mit einem Abschlusstreffen in Österreich. Bereits jetzt plant die Kopernikusschule ein weiteres internationales Umweltprojekt – mit einem erneuten Aufenthalt auf Læsø.

Quelle: Thorsten Weitzel

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