38:26-Heimerfolg gegen den TV 1878 Homburg – Nachwuchstorhüter Luca Patrizio feiert Drittliga-Debüt
Die HSG Hanau ist am Samstagabend in der 3. Liga Süd-West eindrucksvoll ihrer Favoritenrolle gerecht geworden. Die Brüder-Grimm-Städter gewannen auch das Rückspiel gegen den TV 1878 Homburg souverän mit 38:26 (19:10). Beim Heimerfolg über den Aufsteiger aus dem Saarland trugen sich mehr als ein Dutzend HSG-Akteure in die Torschützenliste ein. Zudem kam mit Torhüter Luca Patrizio ein Spieler aus dem eigenen Nachwuchs zu seinem Drittliga-Debüt für die HSG. Mit dem sechsten Sieg in Folge und dem verteidigten dritten Tabellenplatz steht den Grimmstädter in der nächsten Woche in Saarlouis ein echtes Topspiel bevor.
„Grundsätzlich bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis“, lobte HSG-Cheftrainer Axel Spandau nach dem Ende der Handballpartie am Mikrofon. „Auf das Sieben-gegen-sechs von Homburg hatten wir uns der Abwehr sehr gut eingestellt und haben dort einige Bälle erkämpfen können. Am Ende haben wir unsere Führung sauber ausgebaut. Jetzt freuen wir uns sehr auf das Duell in Saarlouis, höchstwahrscheinlich vor ausverkaufter Halle.“
Während draußen langsam die frühlingshaften Temperaturen Einzug halten, ist die HSG Hanau in der 3. Liga Süd-West derzeit auf einer viel höheren Betriebstemperatur: Seit dem 18. Januar hat die Spandau-Sieben nicht mehr verloren und rückte in der Tabelle bis auf Rang 3 vor. Auch der TV 1878 Homburg sollte dabei kein Hindernis werden, zumal Hanau zum ersten Mal in diesem Jahr mit dem kompletten Kader ein Saisonspiel bestreiten konnte. Linksaußen Julian Fulda kam aus seiner Verletzungspause zurück und traf direkt doppelt.
Vor der Begegnung mit den Gästen aus dem Saarland hatte Spandau von seinem Team vor allem die richtige Einstellung und den absoluten Willen gefordert, um im Heimspiel schnell für klare Verhältnisse zu sorgen. Gegen einen angeschlagenen Gegner, der nur mit einem Rumpfkader in Hanau antrat, waren Kleemann, Bergold & Co. somit von der ersten Minute an hellwach.
Dominante erste Halbzeit stellt früh die Weichen
Nach dem Treffer der Gäste zum Auftakt drehten Spielmacher Jan-Eric Kleemann und Kreisläufer David Rivic mit ihren Toren die Partie schnell für Hanau zum 2:1 (4. Minute). Während die Spielgemeinschaft aus Kesselstadt und Steinheim in der Folge immer ein Tor vorlegte, gelang Homburg, durch seinen starken Spielmacher Robin Egelhof, direkt der Ausgleich. Rund 10 Minuten hielt sich der Außenseiter so in der überaus fairen Begegnung mit der HSG auf Augenhöhe. Erst nachdem Rivic, nach einer schnellen Mitte, mustergültig von Kleemann in Szene gesetzt wurde, kippte das Spiel zugunsten der Grimmstädter.
In der Defensive schloss Hanau nun die Reihen, verteidigte extrem zweikampfintensiv und ging aus den Balleroberungen immer wieder schnell nach vorne. Ein Unterarmschlagwurf von Lukas Böhm brachte dem HSG-Team die klare 10:6-Führung in der 15. Minute ein. Wenig später legte Rivic noch einen Treffer nach – das 16:9 (24.). Während im Innenblock Cedric Schiefer und Nils Schröder für die Hanauer Beton anrührten und Homburg so trotz seines Sieben-gegen-sechs im Angriff kaum noch zum Abschluss kam, zeigte sich Kapitän Max Bergold – wie schon in der Vorwoche – gedankenschneller als sein Gegenspieler und glänzte mit einem sehenswerten Ballgewinn und dem Tor zum 18:9 (28.). Nur 10 Tore auf Seiten des TVH sprachen zur Halbzeit eine deutliche Sprache.
Auch im Anschluss ging Hanau nicht vom Gaspedal: Mit einem 3:1-Torlauf nach dem Seitenwechsel und dem Siebenmetertreffer von Kleemann war man beim 22:11 (35.) bereits auf 11 Tore enteilt. Homburg behielt aber die Nerven. Mit viel Elan stemmte sich die Mannschaft von Trainer Pedro Vieira gegen das Hanauer Offensivfeuerwerk und kam in Überzahl beim 19:25 (45.) von Andreas Schneider wieder etwas heran.
Nachwuchs bekommt Spielzeit – Patrizio feiert Debüt
Mit zunehmender Spielzeit schien dem ersatzgeschwächten TVH nun aber die Kraft auszugehen, das 29:20 von HSG-Spielmacher Jan-Philipp Winkler in der 49. Minute war da nur folgerichtig. „Homburg war schon schwer dezimiert und auch Spielmacher Jan-Philipp Valda war angeschlagen und hatte nur ein, zwei Aktionen auf dem Feld. Von unserer Seite zum Vorteil, für Homburg zum Nachteil. Es können nur die spielen, die da sind“, bemerkte Spandau. Der Hanauer Coach hingegen nutzte in den zweiten dreißig Minuten die volle Breite seines Kaders, wechselte reichlich durch, ohne dass es zu einem Bruch im Spiel kam. Bereits früh in der zweiten Halbzeit gab Spandau den Youngstern Malte Just und Ben Scharriär reichlich Spielzeit. Letzterer dankte es seinem Trainer mit drei Toren und nagelte dabei auch einen Stemmwurf zum 32:23 kraftvoll unter die Querlatte. Zuvor hatte Just, nach einem erneuten Ballgewinn gegen das Homburger Sieben-gegen-sechs, per Konter das 30:20 (50.) beigesteuert. „Die beiden haben das wirklich hervorragend gemacht“, meinte Spandau. „Gerade Malte hat auch in der Abwehr wirklich gut verteidigt.“
In der Schlussphase gab noch Torhüter Luca Patrizio, der für den Verein in der 2. A-Jugend-Bundesliga aufläuft, sein Drittliga-Debüt für die HSG. „Vor dem Blauen Block spielen zu können war ein sehr schönes Gefühl für mich, wir haben einfach super Fans hier in Hanau“, so Patrizio. „In dem Moment, als ich eingewechselt wurde, ging mein Adrenalin durch die Decke.“ Nach dem 38:25 von Schröder honorierte das Hanauer Publikum die Leistung der HSG-Sieben mit stehendem Applaus. Auch Mittelmann Winkler zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis: „Wir haben heute eine super erste Halbzeit gespielt. Die ersten 10 Minuten waren zwar etwas durchwachsen, aber unsere Abwehr hat gut gestanden und jetzt freuen wir uns auf das Auswärtsspiel in Saarlouis.“
Am kommenden Samstagabend tritt die HSG als Tabellendritter bei der HG Saarlouis, dem Spitzenreiter der Staffel Süd-West, an. Das nächste Hanauer Heimspiel steht dann am 28. März auf dem Plan, wenn das HLZ Friesenheim-Hochdorf II in der Grimmstadt vorbeischaut.
Aufstellung HSG Hanau: Müller, Khan, Patrizio; Kleemann (5/1), Hein (1), Jusys (1), Just (1), Gerst (1), Böhm (4), Schröder (3), Scharriär (3), Rivic (8), Bergold (2), Winkler (4), Schiefer (3), Fulda (2/1).
Aufstellung TV 1878 Homburg: Schommer, Näckel; Birster (1), Grbavac (5/4), Altmeyer (4/1), von Lauppert (2), Schimmel (4), Almeida (1), Schneider (3), Egelhof (6), Valda.
Zeitstrafen: 2:0 Min. – Siebenmeter: 2/2:5/5. – Zuschauer: 527. – Schiedsrichter: Benedikt Steinebach, Philipp Schürhoff.
Quelle: HSG Hanau

