Die Hammersbacher Sozialdemokraten sehen das Ergebnis der Kommunalwahl mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
Auf den ersten Blick ist das Ergebnis für die SPD ein herausragender Erfolg. Mit 47,64 Prozent der Wählerstimmen (+ 1,2 %) und 11 Sitzen in der Gemeindevertretung erzielt die Hammersbacher SPD nach Niederdorfelden das zweitbeste Ergebnis im Main-Kinzig-Kreis. Auch im benachbarten Wetteraukreis gibt es nur eine Gemeinde mit einem besseren Ergebnis.
Zudem liegt die SPD etwa sechs Prozentpunkte vor der CDU. Die CDU konnte zwar aufholen, aber damit nicht die enormen Verluste der Grünen wettmachen. Insgesamt hat die Koalition gegenüber der SPD an Boden verloren.
Damit liegt die Hammersbacher SPD als kommunale Kraft deutlich über den Ergebnissen der vergangenen Landtags- und Bundestagswahlen. Dort bewegte sie sich im allgemeinen Trend meist bei weniger als 20 Prozent der Zweitstimmen. Bei der Gemeindewahl konnte dieses Ergebnis somit um rund 30 Prozent gesteigert werden. Das ist mehr als beachtlich, insbesondere wenn man bedenkt, dass die SPD gleichzeitig im Landestrend etwa vier Prozent verloren hat.
Dennoch wurde das ehrgeizige Ziel, die absolute Mehrheit zurückzugewinnen, knapp verfehlt. Trotz eines Zugewinns von 1,2 Prozent konnte kein weiterer Sitz hinzugewonnen werden. Dazu hätte die 50-Prozemt-Hürde geknackt werden müssen.
Beachtlich ist dieses Ergebnis auch vor dem Hintergrund eines notwendigen personellen Umbruchs. Mit Ursula und Wilhelm Dietzel sowie Sabine Kropp haben sich langjährige, prägende Säulen der Kommunalpolitik und der SPD aus Altersgründen zurückgezogen. Das neue Team musste sich ohne sie bewähren, und das ist offensichtlich gelungen.
Einen persönlich herausragenden Vertrauensbeweis erhielt Bürgermeister Michael Göllner sowohl bei der Gemeindewahl als auch bei der Kreistagswahl. Eine Vielzahl von Stimmen über die Parteigrenzen hinweg zeigt eindrücklich, wie wenig die Wählerinnen und Wähler sich an einem politischen Lagerdenken orientieren.
Die Sozialdemokraten gratulieren allen gewählten Vertreterinnen und Vertretern der anderen Parteien und hoffen auf eine gute Zusammenarbeit zum Wohle der Menschen in Hammersbach. „Uns liegt sehr daran, dass die Bürgerinnen und Bürger zukünftig einen guten Eindruck von der Arbeit der Gemeindevertretung bekommen und unnötige Auseinandersetzungen vermieden werden“, betont die Vorsitzende Silke Volkenandt-Nöckel.
Von CDU und Grünen waren nun bereits erste Ideen davon zu hören, wie sich die zukünftige Zusammenarbeit in der Gemeindevertretung gestalten sollte. Während die Grünen ihre Eigenständigkeit besser herausstellen wollen, schreibt die CDU, sie wolle Partner für ihre Projekte gewinnen und dafür Mehrheiten organisieren.
Wenn man diese Aussagen ernst nimmt – Eigenständigkeit betonen, Partner gewinnen und Mehrheiten organisieren – dann wäre eine Koalition mit denkbar knapper Mehrheit sicher nicht das beste Instrument.
„Jetzt bietet sich die Gelegenheit, andere Formen für die Zusammenarbeit in der Gemeindevertretung zu finden, die einen freieren Austausch über die anstehenden Themen ermöglichen. Gemeinsames Ziel sollte eine kommunale Demokratie sein, die das Vertrauen der Hammersbacher Bürger in das Handeln ihrer Vertreterinnen und Vertreter stärkt. Dafür werben wir Sozialdemokraten und darüber wollen wir mit CDU und Grünen das Gespräch suchen“, so die Vorsitzende.
Quelle: SPD Hammersbach (Wilhelm Dietzel)

