Rodenbach. Fröhliches Stimmengewirr war schon von Weitem zu hören und der Duft von frisch gebackener Pizza wehte durch die Rodenbachhalle. Aufgeregt rief der kleine Julian seiner Freundin Marie zu: „Es gibt Pizza! Hmmm, lecker! – Und schau mal dort!“ Enthusiastisch zeigte er mit dem Finger in eine Richtung und war auch schon verschwunden. Seine ganze Aufmerksamkeit galt nun nämlich schon dem Traktor-Parcours. „Marie, komm schon.“ – „Mama, ich darf doch damit fahren, oder?“, fragte sie sicherheitshalber noch in Richtung ihrer Eltern gewandt. Quietschvergnügt lieferten sich die Kinder ein Wettrennen in der Niederrodenbacher Halle, wo am vergangenen Samstag der erste MITmachtag der Volkshochschule der Bildungspartner Main-Kinzig GmbH stattfand.
Unter dem Motto „Vom Korn zum Brot“ hatten Kinder im Alter von drei bis zwölf Jahren die Möglichkeit, sich mit ihren Eltern und Großeltern auf Spurensuche des Herstellungsprozesses eines bei Kindern sehr beliebten Lebensmittels – der Pizza – zu machen. Spielerisch konnten die Kleinen beim Traktor-Parcours in das Thema Feldbewirtschaftung eintauchen. An der nächsten Mitmach-Station waren alle Sinne gefragt: Mithilfe einer VR-Brille konnten die Besucher am Stand des Weidenhofes Einblicke in die Arbeit auf einem modernen Hof gewinnen und danach getreu dem Motto „Hands on“ Hafer mithilfe einer Haferquetsche mahlen. Julian und Marie, aber auch alle anderen Kinder freuten sich über die Geduld der Melkkühe, die das „Lernfeld Landwirtschaft“ mitgebracht hatte. Hier stellte der ein oder andere nämlich fest, dass es überhaupt nicht so einfach ist, richtig zu melken. Vielleicht wäre das eine oder andere Müsli an diesem Tag recht trocken geraten, wenn es sich um echte Kühe gehandelt hätte.
Wem dies alles noch nicht tatkräftig genug war, der konnte seine eigene Pizza herstellen: Als erstes wurde hier der Teig mit erfahrenen Kursleitungen der Bildungspartner Main-Kinzig hergestellt. Viele kleine fleißige helfende Hände sorgten anschließend für den Belag: Käse wurde gerieben, Tomaten wurden geschnitten und Salami auf den Teigrohling gelegt – manchmal fand auch eine Scheibe den direkten Weg in den Mund der kleinen Leckermäuler. Staunend, aber auch voller Ungeduld erwarteten die Kindergruppen schließlich das Ergebnis, das dampfend aus dem Pizzaofen kam. Als Nachtisch standen noch leckerer Kuchen und Kaffee für die großen Gäste und Begleitpersonen, angeboten von der Kindertageseinrichtung Buchbergstraße in Niederrodenbach, bereit.
Eröffnet wurde der erste MITmachtag durch den Kreisbeigeordneten und Bildungsdezernenten Jannik Marquart sowie den Rodenbacher Bürgermeister Klaus Schejna. Marquart bedankte sich bei Bürgermeister Klaus Schejna, dass er für diese Veranstaltung die Rodenbachhalle zur Verfügung stellte. Zudem begrüßte er das Team der Bildungspartner Main-Kinzig GmbH und deren Geschäftsführer Dirk Niedoba, die diesen Tag möglich gemacht hatten.
Ein großes Dankeschön richtete Jannik Marquart auch an alle Förderer des MITmachtags: die Breitband Main-Kinzig GmbH, die Kreiswerke Main-Kinzig, die Main-Kinzig- und Oberhessen-Stiftung, die EVO Offenbach, die MKEV, die Gasversorgung Main-Kinzig, die Firma Bottega Toscana sowie an MOTION PRINT und den Hofladen Hanka. „Ein gelungener Aktionstag“, freute sich Bildungsdezernent Marquart, „denn über 120 Kinder und fast ebenso viele Eltern, Großeltern und Begleitpersonen haben das Angebot am letzten Tag der Weihnachtsferien in Hessen wahrgenommen, trotz der winterlichen Bedingungen.“ Marquart wies zudem darauf hin, „dass die Volkshochschule der Bildungspartner Main-Kinzig mit solchen Angeboten zeigt, dass Bildung überall ist, und sie macht Spaß“: „Bildung ist kein staubiges Buch, Bildung ist ein Abenteuer, wie es an einem Tag wie diesem in Rodenbach stattfindet.“ Für Jannik Marquart sind Investitionen in die Bildung von Kindern „entscheidend“, weil sie die Chancengleichheit und die individuelle Entwicklung förderten. „Sie ermöglichen bessere Berufschancen, Integration und sie festigen auf diese Weise auch die Demokratie“, so der Kreisbeigeordnete.
Bürgermeister Klaus Schejna ergänzte: „In einer Welt, die sich schnell verändert, ist es umso wichtiger, unsere Lebensgrundlagen zu kennen. Das beginnt schon beim gemeinsamen Erforschen und Begreifen, woher unser Essen kommt und wie wertvoll unsere Landwirtschaft ist.“ Jannik Marquart und Klaus Schejna warben abschließend fürs Ausprobieren, Experimentieren und Fragenstellen – was die Besucherinnen und Besucher, Groß und Klein, dann auch gerne taten.
BiP-Geschäftsführer Dirk Niedoba freute sich über das große Interesse an diesem ersten MITmachtag. „Wir sind begeistert, dass unser Engagement der aufsuchenden Bildungsarbeit vor Ort auf so große Resonanz stößt. Denn als der Fortbildungsanbieter für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, also die MINT-Bereiche, wie auch für Nachhaltigkeit im Main-Kinzig-Kreis wird es in diesem Bereich 2026 noch die ein oder andere Überraschung für Klein und Groß geben“, verriet Niedoba am Ende der Veranstaltung. „So werden wir in diesem Jahr das Programm für Eltern und Kinder erweitern, um Kinder unzählige Momente zu ermöglichen, die sie dazu einladen, die Welt, auch der MINT-Bildung, zu entdecken.“
Bild 2: Die Kinder konnten in der Rodenbachhalle jeden einzelnen Schritt von der Zutat bis zur fertigen Pizza nachverfolgen und dabei reichlich experimentieren und kosten.
Quelle: Redaktion MKK Echo

