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„Hanau zu leiten, ist eine Kunst”: Klinikum Hanau verabschiedet Geschäftsführer Volkmar Bölke nach zehn prägenden Jahren

Nach zehn Jahren an der Spitze des städtischen Klinikums Hanau ist Geschäftsführer Volkmar Bölke feierlich verabschiedet worden. „Von 2016 bis 2026 hat er unser Stadtkrankenhaus mit Weitblick, Verantwortungsbewusstsein und einer klaren menschlichen Haltung geführt. In einer Zeit, die von tiefgreifenden Veränderungen und außergewöhnlichen Herausforderungen geprägt war”, so Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Klinikum Hanau GmbH.

Oberbürgermeister Claus Kaminsky würdigte Bölkes Wirken als „prägend für den Gesundheitsstandort Hanau. Sie haben unter schwierigsten Bedingungen Herausragendes geleistet. Ihre brillante kaufmännische Expertise hat das Klinikum ein großes Stück vorangebracht“. Besonders beeindruckend sei gewesen, wie Bölke wirtschaftliches Denken mit medizinischem Sachverstand und menschlicher Souveränität verbunden habe.

Ein wesentlicher Teil seiner Amtszeit war von der Corona-Pandemie geprägt. Zwischen 2020 und 2023 stellte diese das Klinikum vor nie dagewesene Herausforderungen. Unter Bölkes Leitung wurden innerhalb kürzester Zeit umfassende Schutzmaßnahmen umgesetzt, von der Abriegelung des Geländes über zentrale Zugangssysteme bis hin zu flexiblen Anpassungen an das jeweilige Infektionsgeschehen. Entscheidungen seien stets pragmatisch, umsichtig und mit klarem Fokus auf die Sicherheit von Patienten und Mitarbeitenden getroffen worden.

Auch in anderen Krisensituationen bewies Bölke Führungsstärke. So etwa im März 2023, als bei der nahegelegenen Firma Heraeus eine Weltkriegsbombe gefunden wurde und das Klinikum kurzfristig fast vollständig evakuiert werden musste. In dieser Ausnahmesituation habe er mit Ruhe, Übersicht und klaren Prioritäten die komplexen Abläufe gesteuert und dabei insbesondere die Sicherheit der Patienten sowie die Belastung der Mitarbeitenden im Blick behalten.

Neben der Bewältigung aktueller Herausforderungen trieb Bölke die strategische Weiterentwicklung des Klinikums Hanau konsequent voran. Zahlreiche Zertifizierungen sowie der Ausbau medizinischer Spezialisierungen stärkten das Profil des Hauses nachhaltig. Auch im Hinblick auf die Krankenhausreform wurde das Klinikum nach den Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) als zertifiziertes Tumorzentrum in den hessischen Krankenhausplan eingetragen, was die Versorgung krebskranker Patienten auf höchstem Niveau langfristig sichert.

Das Klinikum Hanau wurde zudem in die höchste Notfallversorgungsstufe in Hessen eingestuft und unterstreicht damit seine zentrale Bedeutung für die medizinische Akutversorgung in der Region. Diese Einstufung entspricht der dritten und höchsten Stufe im gestuften System der Notfallstrukturen des G-BA.

Unter Bölkes Leitung wurden in den letzten Jahren zertifizierte Managementsysteme und Versorgungsbereiche nach den Fachgesellschaften konsequent ausgebaut und runden heute das breite Leistungsspektrum ab, darunter die überregionale Stroke Unit, das regionale Traumazentrum sowie spezialisierte Angebote zur Behandlung von Vorhofflimmern, wie beispielsweise die innovative Nitron-Kryokonsole, mit der die Klinik für Rhythmologie als erste Einrichtung im Rhein-Main-Gebiet neue Maßstäbe setzt.

Diese Entwicklung wurde zusätzlich vorangetrieben durch den Ausbau der onkologischen Ambulanz, die Einrichtung einer eigenständigen Klinik für Rhythmologie sowie den Aufbau der Pneumologie.

Parallel wurden Infrastruktur und Medizintechnik modernisiert. Dazu zählen sechs Stationssanierungen im Hochhaus sowie die Einführung modernster Technologien, darunter das roboterassistierte Da Vinci System für minimalinvasive Chirurgie.

Auch der Neubau einer modernen Kreißsaallandschaft, deren Eröffnung im Sommer geplant ist, geht maßgeblich auf seine Amtszeit zurück und setzt ein starkes Zeichen für eine familienfreundliche Gesundheitsversorgung in Hanau und der Region.

Ein besonderes Anliegen war Bölke stets die Situation der Mitarbeitenden. Neue Kommunikationsformate, ein modernes Intranet mit Mitarbeiter-App, Gesundheitsangebote sowie verbesserte Aufenthaltsbereiche unterstreichen diesen Fokus. „Gute Medizin braucht gute Rahmenbedingungen“, war dabei einer seiner Leitgedanken.

Unter den knapp einhundert Gästen waren neben Oberbürgermeister Kaminsky und Bürgermeister Dr. Bieri auch Stadträtin Isabelle Hemsley und damit der hauptamtliche Magistrat komplett, Bölkes Familie und viele Weggefährten aus drei Jahrzehnten Kliniktätigkeit sowie viele Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer der städtischen Gesellschaften, für die sich Markus Menzen, Geschäftsführer der BeteiligungsHolding Hanau GmbH, für das Wirken von Bölke bedankte. Für den Verband der Krankenhausdirektoren sprach der Landesvorsitzende für Hessen, Hubert Connemann: „Auf Volkmar Bölke trifft zu, dass man nicht laut sein muss, um gehört zu werden.“

Auf persönliche Abschiedsgeschenke hatte Volkmar Bölke bewusst verzichtet und seinen Gästen stattdessen die Möglichkeit gegeben, für das Albert-Schweitzer-Kinderdorf in Hanau zu spenden. Dabei kam eine Spendensumme von mehr als 3.000 Euro zusammen.

Auch aus den Reihen der Chefärzte gab es große Anerkennung. „Entscheidend ist, was man über jemanden sagt, wenn er geht“, lobte Prof. Dr. med. Peter Langer stellvertretend für die Chefärzte des Klinikums, die dem Fußball-Fan Bölke zwei Trikots seines Herzensvereins, Borussia Mönchengladbach, schenkten. Bölke sei ein hervorragend vernetzter Fachmann, wirtschaftlich versiert und zugleich ein empathischer, verlässlicher Mensch.

Sichtlich bewegt blickte der scheidende Geschäftsführer selbst auf seine Zeit zurück: „Ich schaue heute in einen großen Rückspiegel. Es war die schwerste Rede meines Lebens.“ Er habe seine Aufgabe stets mit großer Leidenschaft ausgeübt. „Ich habe meinen Job immer sehr gerne gemacht“, so Bölke. Sein Dank galt insbesondere den Mitarbeitenden sowie den Partnern im Gesundheitswesen.

Mit Blick in die Zukunft zeigte sich das Klinikum zuversichtlich. Bölkes Nachfolger, Stefan Gröger, kündigte an, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen: „Führung bedeutet, aus vielen einzelnen Stimmen eine Symphonie zu machen. Wir werden das Klinikum Hanau in Deinem Sinne positiv weiterentwickeln.“

Pressekontakt:
Stadt Hanau, Dominik Kuhn

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Quelle: Stadt Hanau

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