Freitag, Februar 27, 2026
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Hanau trotzt den bundesweiten Trends

Handel zeigt sich zufrieden mit dem Geschäft / Mehr Frequenzen in den Fußgängerzonen

Ein Plus bei den Einstellzahlen in den Parkhäusern, mehr Fahrgäste bei der Hanauer Straßenbahn GmbH, rund eine halbe Million Besucher im Stadthof – die Hanauer Innenstadt erfreut sich trotz der strukturellen Probleme des Einzelhandels einer weiterhin wachsenden Frequenz.

Gegenüber dem Jahr 2024 wurde an den beiden Messstellen in der Hammerstraße und der Nürnberger Straße ein Besucherplus von zwei Prozent gemessen – und damit ein Ergebnis, das sich dem Bundestrend widersetzt. Das auf Passantenfrequenzmessungen spezialisierte Unternehmen Hystreet registrierte für das Jahr 2025 im Durchschnitt der mehr als 100 untersuchten Städte ein Minus von 0,6 Prozent.

„Hanau genießt beim Thema Innenstadtentwicklung bundesweit inzwischen nicht nur Vorbildcharakter, sondern ist auch bei den messbaren Indikatoren oftmals ein positiver Ausreißer“, stellt Daniel Freimuth, Geschäftsführer der Hanau Marketing GmbH (HMG), fest. Bestätigt wird er dabei von Oliver Lamm. Der Geschäftsführer der FDLW Lederschatulle OHG, der zusammen mit seiner Tochter in Hanau die Geschäfte „Lederschatulle“ und „Kofferraum“ betreibt, hatte unlängst in der Lenkungsgruppe Handel bemerkt: „Beim Handel geht deutschlandweit die Welt unter – außer in Hanau.“

Diese Momentaufnahme kommt durchaus überraschend, denn bundesweit bestimmen seit Monaten negative Entwicklungen das Bild. Bei der jüngsten Sitzung der Lenkungsgruppe Handel, in der sich auf Einladung der HMG einmal im Monat Handels- und Wirtschaftsakteure zur aktuellen Lage austauschen, herrschte hingegen gute Stimmung – alle Handelstreibenden berichteten von einem außergewöhnlich positiv verlaufenen Jahresstart. „Die positiven Rückmeldungen aus Hanau in Zeiten spürbarer Konsumzurückhaltung und wirtschaftlicher Anspannung zeigen vor allem eines: dass sich konsequentes Engagement für lebendige und attraktive Innenstädte auszahlt“, sagt Tatjana Steinbrenner, Vizepräsidentin des Handelsverbands Hessen.

Für HMG-Geschäftsführer Freimuth sind Rückmeldungen wie diese ein „klarer Beleg dafür, dass sich die Anstrengungen, die wir mit dem Programm ‚Hanau aufLADEN‘ in den letzten Jahren unternommen haben, auszahlen“. Im Gegensatz zu vielen anderen Städten habe Hanau nach wie vor kein strukturelles Leerstandsproblem – dort, wo Leerstand entstehe, finde sich fast immer innerhalb kürzester Zeit ein neuer Mieter, so Freimuth: „Manchmal vergeht bis zur Eröffnung aber etwas Zeit.“ Ein konkretes Beispiel sei hier die ehemalige Depot-Filiale am Marktplatz, die zwar schon seit geraumer Zeit verwaist ist, aber relativ schnell an Deichmann vermietet werden konnte. Die Eröffnung soll im Frühjahr erfolgen.

Als Erfolgsmodell hat sich auch das Anmieten von Pop-up-Flächen durch die HMG erwiesen. 13 von 18 Konzepten konnten dauerhaft in der Innenstadt angesiedelt werden. Die jüngsten Erfolge: Das Fachgeschäft Wollgedöns hat die HMG-Pop-up-Fläche in der Lindenstraße dauerhaft übernommen, und auch für die ehemalige Brettwerk-Filiale in der Rosenstraße konnte eine langfristige Lösung gefunden werden: Der Laden wird im Mai die neue Heimat von „Lederschatulle“ und „Kofferraum“. Deren Flächen am Freiheitsplatz und in der Fahrstraße möchten Sinan Duran und Cem Kapci übernehmen – und komplettieren damit ein „Bäumchen-wechsel-Dich“, denn im Moment nutzen sie noch den Laden in der Rosenstraße für ihr Konzept „Area 1“.

„Dass es uns immer wieder gelingt, gute Lösungen zu finden, ist auch den Kollegen der Bauprojekt Hanau GmbH zu verdanken, die im intensiven Austausch mit der Immobilienwirtschaft sind. Denn nur im Miteinander aller relevanten Akteure wird die Transformation der Innenstadt gelingen“, erklärt Freimuth. Das An-einem-Strang-Ziehen, wie es auch vom Hanau Marketing Verein, dem Zusammenschluss von Handel und Gastronomie gelebt werde, sei Hanaus große Stärke. Und die Herausforderungen würden in jedem Fall nicht weniger. „Es wird immer mehr darum gehen, neue Besuchsanlässe für die Innenstadt zu schaffen – von Märkten über Sport bis hin zu Kultur. Die Menschen kaufen zwar immer mehr online ein, aber es gibt auch ein wachsendes Bedürfnis nach Austausch und direktem Miteinander – genau da liegt die Chance“, so der HMG-Geschäftsführer. Hanau sei da aber grundsätzlich auf einem sehr guten Weg.

Als Belege dafür dienen zum Beispiel die Märkte in der Innenstadt. Die Frequenzmessung von Highstreet hat unter anderem ergeben, dass der Wochenmarkt-Tag Mittwoch in Hanau der stärkste Wochentag ist – in den meisten anderen Städten ist dies hingegen der Freitag. Am meisten Zugkraft hat aber in allen Städten der Samstag – auch in Hanau. Unter den zehn besucherstärksten Tagen des Jahres 2025 waren neun Samstage. Einziger Wochentag in den Top-10: Montag, 22. Dezember – der war dann aber auch direkt der zweitstärkste Tag in Hanau. Insgesamt wurden an den beiden Frequenzpunkten 2025 rund 8,5 Millionen Passanten gemessen – und damit etwa 200.000 mehr als 2024.

Einen wesentlichen Beitrag zum Frequenzanstieg hat die Eröffnung des Stadthofs gebracht. Vor allem in den Wochen nach der Eröffnung am 13. März war die Hanauer Innenstadt überdurchschnittlich gut besucht. „Der Stadthof hat 2025 rund eine halbe Million Besucher registriert. Die positiven Effekte werden von nahezu allen Innenstadtakteuren bestätigt. Das entschlossene Vorgehen der Stadt hat sich vollauf bezahlt gemacht“, resümiert Freimuth.

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Quelle: Redaktion MKK Echo

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