Suchtprävention: Fachkräfte diskutieren über aktuelle Konsumtrends und die Herausforderungen für die Präventionsarbeit
Das Netzwerktreffen des Präventionsprojekts „Hart am Limit“ (HaLT) hat sich in diesem Jahr schwerpunktmäßig mit dem Konsumverhalten bei Vapes, Lachgas und Alkohol beschäftigt. Rund 130 Fachkräfte aus den Bereichen Schule, Jugendhilfe, Polizei, Gesundheit, Suchthilfe, Verwaltung und Prävention kamen dazu im Main-Kinzig-Forum in Gelnhausen zusammen. Unter dem Titel „Es lebe der Rausch!“ informierten renommierte Referentinnen und Referenten über aktuelle Entwicklungen, Risiken und Herausforderungen im Umgang mit psychoaktiven Substanzen wie Vapes, Lachgas und Alkohol bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
Zur Eröffnung begrüßte der Erste Kreisbeigeordnete Andreas Hofmann die zahlreichen Teilnehmenden und dankte allen Akteurinnen und Akteuren, die sich im Bereich der Suchtprävention engagieren. „Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, an dem Thema dranzubleiben und die Gefahren zu verdeutlichen“, betonte Hofmann.
Die Veranstaltung war bereichsübergreifend organisiert, was sich in der Vielfalt des Programms ausdrückte. Der Arbeitskreis Betriebliche Suchtberatung/Suchtprävention des Main-Kinzig-Kreises, das Jugendamt sowie die Fachstelle für Suchtprävention des Diakonischen Werks Hanau-Main-Kinzig boten wissenschaftliche, medizinische, suchtpräventive und ordnungsrechtliche Blickwinkel auf aktuelle Konsumtrends. Die Teilnehmenden erhielten fundierte Informationen zum rechtlichen Stand des Lachgaskonsums, zu gesundheitlichen Risiken und Folgen des Mischkonsums sowie zu den Erfahrungen aus der Beratungs- und Präventionspraxis im Main-Kinzig-Kreis.
Die Vorträge von Prof. Bernd Werse von der Frankfurt University of Applied Sciences, Dr. Deborah Scholz-Hehn von der Landesärztekammer Hessen, den Fachkräften der Jugend- und Drogenberatung des Diakonischen Werks sowie Vertreterinnen und Vertretern des Kreisordnungsamtes sorgten für einen informativen und kurzweiligen Vormittag. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass insbesondere neue Konsumformen wie Lachgas und Vapes Fachkräfte vor neue Herausforderungen stellen und eine enge Vernetzung aller beteiligten Institutionen weiterhin notwendig ist.
Neben der direkten Ansprache von Jugendlichen richtet sich das Projekt HaLT auch an Eltern, Lehrkräfte, Schulsozialarbeit, Jugendförderung in den Kommunen, Trainerinnen und Trainer sowie weitere Erwachsene, die in ihrem Alltag Kontakt zu jungen Menschen haben. Durch Informationsveranstaltungen, Schulungen und Präventionsangebote werden sie in ihrer wichtigen Vorbildfunktion gestärkt. Gleichzeitig sensibilisiert HaLT Kinder und Jugendliche beispielsweise im Rahmen von Projekttagen an Schulen für die Risiken des Alkoholkonsums.
„Die hohe Teilnehmerzahl und das große Interesse am diesjährigen Netzwerktreffen zeigen, wie wichtig die gemeinsame Auseinandersetzung mit aktuellen Entwicklungen im Bereich Suchtprävention ist“, sagte Andreas Hofmann. Die Veranstalter zogen daher ein durchweg positives Fazit und sehen die Veranstaltung als wichtigen Beitrag zur Stärkung des Netzwerks und zur Weiterentwicklung wirksamer Präventionsstrategien im Main-Kinzig-Kreis.
Hintergrund: Präventionsprojekt HaLT
Das Präventionsprojekt HaLT – „Hart am Limit“ – verfolgt das Ziel, Kinder und Jugendliche vor riskantem und gesundheitsgefährdendem Alkoholkonsum zu schützen. Dabei setzt das Projekt auf zwei sich ergänzende Bausteine. Zum einen werden Jugendliche, die bereits durch starken Alkoholkonsum auffällig geworden sind, frühzeitig erreicht und beraten – häufig unmittelbar nach einem alkoholbedingten Krankenhausaufenthalt. Zum anderen setzt HaLT auf eine kommunal verankerte Präventionsstrategie, die riskanten Alkoholkonsum bereits im Vorfeld verhindern soll. Obwohl HaLT ursprünglich als Alkoholpräventionsprojekt konzipiert wurde, rücken durch veränderte Konsumgewohnheiten junger Menschen zunehmend weitere Substanzen in den Fokus. Vapes, Lachgas und andere Konsumtrends werden häufig nicht isoliert, sondern in Kombination mit Alkohol genutzt. Um Kinder und Jugendliche wirksam zu schützen, müssen daher auch diese Entwicklungen sowie die Risiken des Mischkonsums in Prävention, Beratung und Aufklärung einbezogen werden. Das diesjährige Netzwerktreffen setzte genau an dieser Schnittstelle an und bot den Teilnehmenden aktuelle fachliche Erkenntnisse und Handlungsperspektiven.
Quelle: Main-Kinzig-Kreis

