Rodenbach, 7. März 2026 – „Die Rodenbacher FDP macht scheinbar nur noch Politik, um etwas Aufmerksamkeit auf sie zu lenken. Nach der Schaumschlägerei um das Thema Bulauhalle kommt jetzt das Thema ‚Lernort Bauernhof‘. Von Sachpolitik für Rodenbach ist dies jedenfalls – wie auch in vielen anderen Fällen der letzten Jahre – weit entfernt.“, so Martina Eichhöfer, Mitglied der Rodenbacher SPD Fraktion
Der betreffende – und letztlich von allen anderen Fraktionen abgelehnte – Antrag der FDP-Fraktion zum „Lernort Bauernhof“ wurde im zuständigen Fachausschuss ausführlich und sachlich beraten. Die anwesenden Fraktionen hörten die Stellungnahmen der zuständigen Fachabteilungen und der Fachberatung aufmerksam an – und folgten deren nachvollziehbaren Argumenten. Unabhängig davon bestand fraktionsübergreifend bereits zuvor die klare Haltung, nicht in die gewachsenen pädagogischen Konzepte der Einrichtungen einzugreifen; diese Grundsatzdiskussion war an anderer Stelle bereits geführt worden.
Denn in Rodenbach ist Naturpädagogik längst gelebte Praxis, so Eichhöfer. Hochbeete, Wald- und Naturwochen sowie das eigenständige Profil des Waldkindergartens seien feste Bestandteile der pädagogischen Arbeit. Projektbezogene Hofbesuche seien möglich und würden auch durchgeführt. Eine zentral organisierte, verpflichtende Dauerkooperation hingegen wurde vom Ausschuss aus guten Gründen kritisch gesehen – organisatorisch, personell, versicherungsrechtlich und pädagogisch.
„Auffällig bleibt: Die FDP war bei der Beratung ihres eigenen Antrags im Ausschuss nicht anwesend. Wer die fachliche Debatte schwänzt, sollte sich im Nachgang mit öffentlicher Empörung zurückhalten.“
Besonders irritierend sei zudem der unterschwellige Anspruch, Politik müsse pädagogische Konzepte zentral steuern. „Unsere Kindertageseinrichtungen arbeiten bewusst mit individuellen Schwerpunkten – von Kinderrechte-Kitas über Fairtrade-Profile bis hin zu ‚Haus der kleinen Forscher‘. Diese Vielfalt ist Stärke und Qualitätsmerkmal zugleich. Es ist nicht Aufgabe der Kommunalpolitik, von außen in gewachsene pädagogische Konzepte einzugreifen oder sie zu vereinheitlichen.“
Der Ausschuss habe verantwortungsvoll entschieden – auf Basis fachlicher Expertise und mit Respekt vor der pädagogischen Autonomie der Einrichtungen. Wer stattdessen mit großen Schlagzeilen arbeite, obwohl er der Beratung eigener Anträge fernbleibt, verweigere sich bewusst einer sachorientierten, konstruktiven Politik.
Foto: Martina Eichhöfer
Quelle: Wolfgang Puetz

