Bereits zum fünften Mal
machten sich Schülerinnen und Schüler der Kopernikusschule Freigericht
gemeinsam mit ihren Lehrerinnen Claudia Hauß und Nuria de la Fuente Balboa auf
den Weg nach Galicien im Nordwesten Spaniens. Ziel der einwöchigen Reise war
die Partnerschule IES Salvaterra de Miño. Neben einem abwechslungsreichen
kulturellen Programm standen vor allem die Begegnungen mit den spanischen
Jugendlichen und das Leben in den Gastfamilien im Mittelpunkt.
Der erste Tag begann mit
einem herzlichen Empfang an der Partnerschule. Die 15 deutschen Jugendlichen
erhielten Einblicke in den spanischen Schulalltag und präsentierten ihren
Austauschpartnern sowie dem Lehrerkollegium ihre Heimat Hessen, die Gemeinde
Freigericht und die Kopernikusschule. Anschließend wurde die Gruppe von der
Bürgermeisterin im Rathaus empfangen. Ein interaktiver Kennenlernworkshop am
Nachmittag bot Gelegenheit, sprachliche Hemmungen abzubauen und erste
Freundschaften zu vertiefen.
Ein Höhepunkt war der
Ausflug zum Monte Santa Tecla an der Atlantikküste. Dort erkundeten die
Jugendlichen die Überreste einer keltischen Siedlung und genossen den
beeindruckenden Ausblick auf die Mündung des Flusses Miño. Anschließend führte
die Reise in die historische Küstenstadt Baiona, die eng mit der Entdeckung
Amerikas verbunden ist. Hier war 1493 die Karavelle La Pinta nach ihrer
Rückkehr aus der Neuen Welt eingelaufen. Ein Nachbau des Schiffes sowie das
Monument „Encuentro entre Dos Mundos“ erinnerten an dieses bedeutende Kapitel
der spanischen Geschichte.
Ein weiterer
Ausflug führte nach Santiago de Compostela, einem der bekanntesten Pilgerziele
Europas. Neben der imposanten Kathedrale beeindruckte insbesondere der Besuch
der historischen Universität. Dort erhielten die Jugendlichen die besondere
Gelegenheit, die Biblioteca América mit ihrem prachtvollen Bibliothekssaal und
wertvollen Buchbeständen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert zu besichtigen. Auch
die Hafenstadt Vigo und die nahe gelegene Insel San Simón standen auf dem
Programm. Die idyllisch in der Ría de Vigo gelegene Insel blickt auf eine
wechselvolle Geschichte zurück. Einst als Quarantänestation und Lazarett
genutzt, diente sie während der Franco-Diktatur als Konzentrationslager für
politische Gefangene. Der Besuch bot den Jugendlichen die Möglichkeit, sich mit
einem dunklen Kapitel der spanischen Geschichte auseinanderzusetzen und über
die Bedeutung von Demokratie, Freiheit und Menschenrechten nachzudenken.
Neben den gemeinsamen
Ausflügen war vor allem das Leben in den spanischen Gastfamilien eine wertvolle
Erfahrung. Die Jugendlichen konnten ihre Sprachkenntnisse im Alltag anwenden,
spanische Traditionen kennenlernen und erleben, wie ihre Austauschpartner leben.
Den gelungenen Abschluss der Woche bildete eine gemeinsame Feier mit den
Gastfamilien. Ein besonderer Dank gilt den spanischen Gastfamilien sowie den
Lehrkräften Demetrio Prego und Paula Bargiela, die mit großem Engagement und
herzlicher Gastfreundschaft zum Gelingen des Austauschs beitrugen. Die
Jugendlichen kehrten nicht nur mit neuen sprachlichen und kulturellen
Erfahrungen zurück, sondern auch mit Freundschaften, die weit über die
gemeinsame Woche hinaus Bestand haben können.

Quelle: Thorsten Weitzel

