Gerade in Wahlkampfzeiten wird das Wort „interkommunale Zusammenarbeit” immer wieder gerne gebraucht. Meist geht es dabei darum, die Kosten der zusammenarbeitenden Kommunen zu senken. Dabei bleibt das Ganze zunächst einmal recht unkonkret. Aus diesem Grund haben sich die Vertreter der FDP-Ortsverbände aus Bruchköbel, Gelnhausen, Langenselbold, Neuberg, Rodenbach, Schöneck und Ronneburg zusammengesetzt, um das Thema näher zu beleuchten und auszuloten, wie auf diese Weise tatsächliche Einsparungen für alle Beteiligten zu erreichen wären.
Mit dabei waren auch die Bruchköbeler Bürgermeisterin Sylvia Braun und der ehemalige Gelnhäuser Bürgermeister Daniel Glöckner, die wertvolle Einblicke in die praktische Umsetzung und die genauen Abläufe geben konnten. In vielen Bereichen, wie der Abfallversorgung oder bei Feuerwehr- und Katastrophenschutz, funktioniert die interkommunale Zusammenarbeit bereits sehr gut. An anderen Stellen kann noch nachgebessert werden, während einige Felder, wie beispielsweise die Digitalisierung, gerade erst erschlossen werden.
Bürgermeisterin Sylvia Braun mahnte jedoch, dass man die Maßnahmen stets auf ihre Sinnhaftigkeit prüfen müsse, denn interkommunale Zusammenarbeit bedeute nicht automatisch eine Kostenersparnis. Zwar werde die Zusammenarbeit auch vom Land gefördert, doch verursache das leider meist viel zu viel Bürokratie und Organisationsaufwand. Wer dies nicht beachtet, bezahlt am Ende unter Umständen mehr als zuvor.
“Hier ist Weitsicht ist gefragt”, so Daniel Glöckner. Viele Maßnahmen zeigten erst nach mehreren Jahren eine entsprechende Wirkung.
“Es ist daher wichtig, bereits früh im Voraus zu schauen, wo in Zukunft Ressourcen gebraucht werden, und dann langfristig zu prüfen, wo Synergien geschaffen werden können”, so Kolja Saß, Stadtverordneter in Gelnhausen und Mitglied der FDP- Kreistagsfraktion.
Das Treffen endete mit einer kurzen Diskussion über mögliche Methoden zur kontinuierlichen Verbesserung in der Kommunalverwaltung. Dabei waren sich die Anwesenden einig darüber, dass es nach wie vor viel Potenzial bei der interkommunalen Zusammenarbeit gibt, so lange sie mit Sinn und Verstand angegangen wird. Sie sprachen sich dabei auch für eine noch engere innerparteiliche Zusammenarbeit über Stadt- und Gemeindegrenzen hinweg aus.
Quelle: Karoline Munk

