Montag, März 9, 2026
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FDP Main-Kinzig: Denkmalschutz ja, aber mit Augenmaß

Main-Kinzig-Kreis. Die FDP im Main-Kinzig-Kreis fordert eine grundlegende Neuausrichtung der Denkmalschutzpolitik in Hessen und will zugleich auch auf Kreisebene auf ein praxisnäheres Vorgehen drängen. Ziel ist ein verhältnismäßiger Denkmalschutz, der Entwicklung ermöglicht, statt sie zu blockieren. Wenn Denkmalschutz so ausgestaltet wird, dass Sanierungen wirtschaftlich kaum noch darstellbar sind, führt das am Ende oft zum Gegenteil des Gewollten: Gebäude verfallen, statt erhalten zu werden – und dringend benötigter Wohnraum oder neue Arbeitsplätze entstehen gar nicht erst.

„Denkmalschutz ist wichtig, um unsere Geschichte und unsere Ortsbilder zu bewahren. Aber er muss mit Augenmaß umgesetzt werden“, erklärt der Kreisvorsitzende der FDP Main-Kinzig, Daniel Protzmann. „Wenn Eigentümer durch überzogene Auflagen abgeschreckt werden, ihre Gebäude zu sanieren oder weiterzuentwickeln, ist am Ende niemandem geholfen – weder dem Denkmalschutz noch den Menschen, die Wohnraum oder Arbeitsplätze brauchen.“ Nach Ansicht der Freien Demokraten stehen auch im Main-Kinzig-Kreis zahlreiche Gebäude und Flächen unter Denkmalschutz, bei denen eine sinnvolle Nutzung oder Weiterentwicklung erheblich erschwert wird.

Mit klareren Regeln und einem pragmatischeren Verwaltungshandeln ließe sich vielerorts schneller Entwicklung ermöglichen – insbesondere in bestehenden Ortslagen.

„Gerade die Aktivierung innerörtlicher Potenziale ist entscheidend“, betont die Vorsitzende der FDP-Kreistagsfraktion, Katja Lauterbach. „Wenn wir bestehende Gebäude einfacher modernisieren und umbauen können, profitieren Kommunen doppelt: durch neue Nutzungsmöglichkeiten und durch wirtschaftliche Entwicklung. In der Bruchköbler Innenstadt haben wir das Negativbeispiel „Alte Mühle“. Es würde sich viel leichter ein Investor für das alte Bürgerhausgelände finden lassen, wenn die Denkmalschutzbehörde die daneben liegende „Alte Mühle“ nicht so hoch priorisiert hätte. Das geht an der Lebenswirklichkeit in Bruchköbel vorbei. Die Bürgerinnen und Bürger schütteln nur mit dem Kopf.“

Als weiteres konkretes Beispiel nennt die FDP das ehemalige MP-Gebäude auf dem Gelände des Fliegerhorst Erlensee, das vom Zweckverband Fliegerhorst Erlensee verwaltet wird.

„Dieses Gebäude hätte schon längst verkauft und einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden können“, sagt Protzmann. „Ein Investor hätte dort Arbeitsplätze schaffen und zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen für die Städte Bruchköbel und Erlensee generieren können.“ Nach Ansicht der FDP seien jedoch besonders hohe und aus ihrer Sicht unverhältnismäßige Auflagen des Denkmalschutzes der Grund dafür, dass sich bislang keine tragfähige Lösung umsetzen ließ. „Das Ergebnis ist frustrierend“, so Protzmann. „Das Gebäude steht leer und verfällt seit Jahren immer weiter. Genau das ist das Gegenteil dessen, was Denkmalschutz eigentlich erreichen soll.“

Die FDP im Main-Kinzig-Kreis fordert deshalb eine stärkere Fokussierung des Denkmalschutzes auf tatsächlich kultur- und geschichtlich bedeutsame Gebäude. Gleichzeitig müsse das „öffentliche Interesse“ klarer definiert werden. Für Umbauten, energetische Modernisierungen oder Nutzungsänderungen seien zudem vereinfachte und schnellere Verfahren notwendig. „Unser Ziel ist ein Denkmalschutz, der das wirklich Schutzwürdige bewahrt, gleichzeitig aber Entwicklung und Investitionen ermöglicht“, so Lauterbach.

„Mit mehr Pragmatismus können wir historische Bausubstanz erhalten und zugleich dringend benötigten Wohnraum und Arbeitsplätze schaffen.“ Auch auf Landesebene setzen sich die Freien Demokraten für entsprechende Änderungen im Hessischen Denkmalschutzgesetz ein. Dabei geht es unter anderem darum, Verfahren zu vereinfachen und den Kommunen mehr Spielraum bei Entscheidungen vor Ort einzuräumen. „Wir brauchen eine Denkmalschutzpolitik, die Geschichte bewahrt, aber Zukunft nicht verhindert“, fasst Protzmann zusammen. „Dafür setzen wir uns im Main-Kinzig-Kreis und in Hessen ein.“

Quelle: FDP Main-Kinzig

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