Freitag, Januar 23, 2026
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Engagement für die Umwelt kennt kein Alter

Erster Kreisbeigeordneter Andreas Hofmann überreicht Umweltpreis des 
Main-Kinzig-Kreises an vier Initiativen

Main-Kinzig-Kreis. – Im Main-Kinzig-Forum in Gelnhausen hat Erster Kreisbeigeordneter Andreas Hofmann den Umweltpreis des Main-Kinzig-Kreises verliehen. Geehrt wurden ein Kooperationsprojekt der NABU-Ortsgruppe Steinau-Schlüchtern-Sinntal mit 18 landwirtschaftlichen Betrieben, Andreas Höfler für seinen großen Einsatz im Naturschutzprojekt „Hässeler Weiher“ in Hasselroth sowie die Umweltprojekte der Natur-Kita am Limespark in Erlensee und der Geschwister-Scholl-Schule in Großkrotzenburg.
Der Einladung in den Barbarossasaal waren rund 60 Gäste gefolgt. Ihnen stellte Andreas Hofmann die Natur als ein großes, lebendiges Puzzle vor – „als einzigartigen Lebensraum, zu dem jeder Baum, jeder Fluss, jedes Tier und jede Pflanze seinen Teil beiträgt“. Die fünf Initiativen, die nun ausgezeichnet werden, trügen jeweils dazu bei, dieses Puzzle zu vervollständigen. Wie in den Vorjahren sei der mit 5.000 Euro dotierte Preis unter mehreren Vorschlägen aufgeteilt worden.
Der Umweltdezernent bedankte sich für die unermüdliche Arbeit und das Engagement: „Es sind Menschen, die sich nicht nur um den Erhalt ihrer Umgebung kümmern, sondern diese auch aktiv gestalten.“ Zusammenarbeit sei dabei der Schlüssel, so Andreas Hofmann. „So wie der Naturschutz von den kreativen Ideen und praktischen Lösungen der Landwirte profitiert, profitieren auch die Tiere und Pflanzen von tragfähigen Partnerschaften.“ Anschließend hob er hervor, wie wichtig Naturbeobachtung und Naturerleben für Kinder und Jugendliche seien. Aus beiden entstehe ein starkes Verständnis für die Umwelt und eine Wertschätzung für die Natur. Wieder andere Projekte hätten zum Ziel, heimische Pflanzenarten zu stärken und nicht heimische zurückzudrängen. Durch gezielte Pflegemaßnahmen sei dies möglich.
Ausgezeichnet wurde ein gemeinsames Projekt der NABU-Ortsgruppe Steinau-Schlüchtern-Sinntal und 18 landwirtschaftlichen Betrieben aus der Region. Auf mehr als 80 Hektar setzen sie eine nachhaltige Bewirtschaftung um, die Naturschutz und landwirtschaftliche Praxis zusammen vereint. Im Mittelpunkt steht der Erhalt der regionalen Kulturlandschaft. Gleichzeitig werden Kinder und Enkel der beteiligten Betriebe aktiv einbezogen. Sie lernen früh, wie sich Landwirtschaft und Naturschutz miteinander verbinden lassen. Das Projekt setzt damit auf langfristige Wirkung und zeigt, dass Zusammenarbeit tragfähige Lösungen schaffen kann. „Hier gelingt der Brückenschlag zwischen Landwirtschaft und Naturschutz. Hier wird lebendig, dass beides Hand in Hand gehen kann“, so der Erste Kreisbeigeordnete. Jürgen Heil, Magistratsmitglied der Stadt Schlüchtern, gratulierte im Namen der drei Kommunen Sinntal, Schlüchtern und Steinau. An der Preisverleihung nahmen auch Arnold Lifka, Stadtrat aus Steinau, und Sinntals Bürgermeister Thomas Henfling teil.
Der Hässeler Weiher in Hasselroth wird von Andreas Höfler gemeinsam mit der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz betreut. Durch eine behutsame Beweidung ist ein vielfältiger Lebensraum entstanden, der zahlreichen bedrohten Arten zugutekommt, darunter Trauerschnäpper, Wendehals und Kammmolch. Das Projekt steht für eine zurückhaltende Form der Landschaftspflege, die natürliche Prozesse zulässt und gezielt unterstützt. Der Weiher ist Rückzugsort für Tiere und zugleich ein Ort der Beobachtung. Er zeigt, wie wirkungsvoll lokaler Naturschutz sein kann, wenn er konsequent und fachlich begleitet wird. „Ein Paradebeispiel für durchdachte Landschaftspflege“, lobte Andreas Hofmann und ergänzte: „Ich kann jedem empfehlen, sich das Gelände anzuschauen oder an einer Führung teilzunehmen. Hier kann man Leidenschaft für Artenvielfalt erleben.“ Dem Lob des Ersten Kreisbeigeordneten schloss sich Waldemar Gogel, Bürgermeister von Freigericht, Heimatgemeinde von Herrn Höfler, auch im Namen der Gemeinde Hasselroth an.
In der Natur-Kita am Limespark ist Umweltbildung Teil des Alltags. Die Kinder bewirtschaften einen eigenen Gemüse- und Obstgarten, beschäftigen sich mit Upcycling und lernen in einem Kompostprojekt, wie natürliche Kreisläufe funktionieren. „Was hier geschaffen wird, ist mehr als ein naturnaher Kindergarten. Es ist eine Werkstatt der Zukunft, in der Kinder das Handwerkszeug für eine bessere Welt erlernen“, würdigte der Umweltdezernent. Der Ansatz ist praktisch und niedrigschwellig. Die Kinder erfahren, dass Umweltschutz nicht abstrakt ist, sondern mit dem eigenen Handeln beginnt. Die Kita versteht sich damit als Lernort, der Verantwortung fördert und früh ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit schafft. Erlensees Erste Stadträtin Birgit Behr gratulierte den Aktiven: „Wir freuen uns und sind stolz auf alle Beteiligten.“
Auch der Schulacker der Geschwister-Scholl-Schule wurde ausgezeichnet. Schülerinnen und Schüler bauen dort selbst Gemüse an und setzen sich mit Themen wie nachhaltigem Konsum und Lebensmittelverschwendung auseinander. Der Acker ist fest in den Unterricht integriert. Neben der praktischen Arbeit geht es um Diskussionen und Reflexion. Die Jugendlichen lernen, wo Lebensmittel herkommen und welchen Wert Ressourcen haben. Das Projekt verbindet Umweltbildung mit konkreter Erfahrung und wirkt über die Schulzeit hinaus. “Hier wird nicht nur geerntet, sondern auch diskutiert, experimentiert und gelernt“, so Andreas Hofmann in seiner Rede. Besonders beeindruckt zeigte er sich davon, dass ein Schulgarten zu einem Acker umgearbeitet wurde, der jedes Jahr aufs Neue Feldfrüchte trägt. Großkrotzenburgs Bürgermeisterin Theresa Neumann dankte nicht nur der Schulgemeinde der Geschwister-Scholl-Schule, sondern allen Ausgezeichneten für deren Einsatz für die Umwelt: „Sie zeigen mit Kreativität, dass Veränderung möglich ist.“

Quelle: Redaktion MKK Echo

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