Scharfe Kritik an der Gemeinde Niederdorfelden: In einem offenen Brief an den Bürgermeister Klaus Büttner und die lokalen Fraktionen macht der Bürger Matthias Heipel seinem Ärger über den Zustand des örtlichen Friedhofs Luft. Der Vorwurf: Ein Ort, der eigentlich der Würde und dem Gedenken dienen sollte, verkomme seit Monaten zu einer „Unkrautwüste“.
Dabei sah Ende 2024 noch alles vielversprechend aus. Damals wurde der neu gestaltete Friedhof inklusive eines Sternenkinderbereichs und neuer Bänke eingeweiht. „Es wurde eine verdammt hohe Summe an Steuergeldern dafür investiert. Und nun lässt die Gemeinde diesen Ort verkommen“, beklagt Heipel, der den Friedhof nach eigenen Angaben täglich besucht, um das Urnengrab seiner verstorbenen Frau zu pflegen.
Zwei Meter hohe „Unkrautoase“ statt würdiger Ruhe
Besonders die ausgewiesenen Blühflächen für die Initiative „Main-Kinzig blüht“ seien demnach völlig außer Kontrolle geraten. Statt einer gepflegten Wiese stehe man stellenweise vor einer über zwei Meter hohen Unkrautwand. Auch im Bereich der Urnenwände breite sich der Mohn ungehindert durch die Kiesabdeckung aus. Vor einer der letzten Beisetzungen sei ein Stück der betroffenen Fläche zudem „völlig lieblos“ beseitigt worden – zurückgeblieben sei ein Bild „wie auf einem Acker“.
Neben dem mangelnden Grünaufwuchs kritisiert der Niederdorfeldener weitere Versäumnisse der Verwaltung:
Kies-Versprechen nicht eingehalten: Laut Friedhofsordnung haben Bürger Anspruch auf kostenlosen Kies für die Grabpflege. Ein entsprechender Bereich wurde zwar im April eingerichtet, Kies fehle dort jedoch bis heute.
Mangelnde Pflege der Infrastruktur: Die Holzfassade des sauberen Toilettenhäuschens benötige dringend einen Schutzanstrich, um nicht kaputtzugehen. Zudem würden die neu gepflanzten Bäume trotz integrierter Wasserspeicher nicht ausreichend gegossen.
Zweckentfremdung als Hundewiese: Der Friedhof werde von Familien zunehmend als Abkürzung zur Kita genutzt – inklusive Hunden, die dort ihr Geschäft verrichten.
Ehrenamtliches Engagement abgelehnt?
Besonders bitter für den engagierten Bürger: Bereits im Jahr 2025 hatte er bei einer offiziellen Begehung angeboten, sich gemeinsam mit weiteren Freiwilligen und den Kirchen ehrenamtlich um die Instandhaltung zu kümmern. Ein Budget von gerade einmal 200 Euro im Jahr für Pflanzen hätte aus seiner Sicht gereicht. „Jedoch scheint dies nicht gewünscht zu sein“, so Heipel enttäuscht.
Mit seinem Schreiben fordert er die Gemeindeverwaltung nun eindringlich auf, die Mängel kurzfristig abzustellen und den Hinterbliebenen im Ort wieder einen würdigen Raum für ihre Trauerbewältigung zu garantieren.


Quelle: Matthias Heipel/ MKK Echo

