„Wir haben aus einem potenziellen Leerstand und einem Frequenzverlust am Marktplatz einen bundesweit beachteten Leuchtturm der Innenstandentwicklung gemacht”, so Oberbürgermeister Claus Kaminsky zum einjährigen Geburtstag des Stadthof Hanau am 13. März.
Der Blick zurück
Am 13. März 2023 verkündete der Galeria-Karstadt-Kaufhof-Konzern, dass er mehr als 50 Filialen in Deutschland schließen werde. Das Haus in Hanau ist dabei. Die endgültige Schließung erfolgt dann am 13. Januar 2024. Noch am selben Tag verkündete Oberbürgermeister Claus Kaminsky, dass die Stadt das Gebäude übernehmen und selbst entwickeln werde. Die Stadtverordnetenversammlung stimmte dem Vorschlag einstimmig zu. Nur ein Jahr später, am 18. März 2024, erfolgte die Schlüsselübergabe. Knapp ein Jahr später, am 13. März 2025, eröffnete das Erdgeschoss mit einem innovativen Mix aus Shopping, Gastronomie, Kultur und Bildung.
„Das Tempo und die Kreativität, mit der wir das Haus entwickelt haben, sucht bundesweit seinesgleichen“, so Kaminsky, der die parteiübergreifende Geschlossenheit als Schlüssel für den Erfolg ausmacht: „Der Stadthof ist ein Paradebeispiel dafür, dass es immer richtig ist, das Wohl der Stadt über das der Partei zu heben.“
Rasante Entwicklung
„Hätte uns zu Beginn jemand gesagt, wie der Stadthof jetzt, nach gerade einem Jahr, aussehen wird und welche Angebote er bereithalten wird, wir hätten sofort unterschrieben“, lacht Stadtentwickler Martin Bieberle und spielt dabei auf die zahlreichen Höhepunkte und Entwicklungen an, die der Stadthof bereits erlebt hat. Die Eröffnung des Erdgeschosses und die vorausgegangenen Umbaumaßnahmen, der Einzug der Brüder-Grimm-Berufsakademie Hanau (BGBA), die Körperwelten- und Banksy-Ausstellungen im ersten Obergeschoss, das HURA (Hanau Retro Arcade) im zweiten OG, die Entscheidung von Decathlon, dem internationalen Sportartikelanbieter, das gesamte Untergeschoss anzumieten sowie mehr als 150 Veranstaltungen auf der Agora und im Stadthof zeigen deutlich, wie bewegt das erste Jahr war.
„Wir spüren, dass die Wirkung des Stadthofs Effekte auf die weiteren Entwicklungen und Planungen hat. Durch die großen Namen wie Decathlon, Körperwelten und Banksy, erleben wir gerade, dass wir in den Fokus von ganz unterschiedlichen Akteuren gekommen sind“, so Bieberle weiter. „Von Gesundheit, Büronutzung, Bildung, Handel und Entertainment reden wir zurzeit mit ganz vielen Organisationen und Unternehmen, die Interesse haben, die oberen Etagen zu nutzen. Es ist immer gut, mehr Optionen zu haben als zu wenige. Eine große Stärke des Stadthofs ist, dass wir flexibel und kreativ reagieren und uns anpassen können.“
Als bestes Beispiel nennt Bieberle das Untergeschoss, dessen ursprünglich angedachte Zwischennutzung einen Mix aus Sport, Entertainment und Kinder-Angeboten parat hielt, auch die Nutzung als Erweiterung des Marktplatz-Parkhauses stand im Raum. „Als das Interesse und die Gespräche mit Decathlon konkreter wurden, konnten wir entsprechend reagieren und somit den Weg für den Einzug des Sportartikel-Herstellers schnell und unkompliziert freimachen“, so der routinierte Stadtentwickler.
Frequenz statt Leerstand, Umsätze statt Kosten
Mehr als eine halbe Million Besucherinnen und Besucher haben den Stadthof seit Eröffnung besucht. Die positiven Effekte des Hauses strahlen weit über seine Mauern hinaus. Die Einstellzahlen in den Hanauer Parkhäusern sind gestiegen, die Ein- und Ausstiege an den Bushaltestellen am Marktplatz ebenfalls und die umliegenden Einzelhändler berichten von gestiegenen Frequenzen.
„Wir können es uns nicht leisten, den Stadthof nicht zu kaufen“, lautete ein Credo der Stadt-Macher von Beginn an. „Es zeigt sich auf allen Ebenen, dass die Entscheidung, das Gebäude zu kaufen und das Schicksal unserer Innenstadt dadurch selbst in die Hand zu nehmen, die genau richtige war“, so Oberbürgermeister Kaminsky.
Noch lange nicht fertig
Für sein Design, sein Konzept und seinen Nutzen für die Innenstadt wurde der Stadthof bereits mehrfach mit bundesweit und international renommierten Preisen ausgezeichnet. Neben dem German Design- und dem BrandEx-Award steht die Aufnahme in den Best-Practice-Pool der Stadtimpulse im Register. Zuletzt wurde dem Stadthof die Ehre zuteil, in das „Store Book 2026“ des Deutschen Ladenbau Verbandes (dLv) aufgenommen zu werden. Seit 13 Jahren dokumentiert das Store Book herausragende Handelsprojekte und deren Gestaltungsqualität weltweit. 55 inspirierende und besondere Konzepte und Projekte werden in der aktuellen Ausgabe erfasst. Der Stadthof ist eines davon und bringt Hanau somit auf eine Plattform mit Metropolen wie Mailand, Barcelona, Peking, Wien und London.
„Wir freuen uns sehr, dass dem Stadthof so viel Beachtung, Lob und Preise zuteilwerden. Für uns ist das Motivation, den eingeschlagenen Weg genauso engagiert fortzuführen“, erklärt Joachim Stamm, Aufsichtsratsvorsitzender der Hanau Marketing GmbH (HMG) und berichtet von zahlreichen Besuchen anderer Kommunen und Fachdelegationen, die sich über den Stadthof und die damit einhergehende gesamte Innenstadtentwicklung vor Ort informieren.
Eine konkret anstehende Maßnahme ist die bereits gestartete Sanierung der bislang noch ungenutzten Fläche an der Seite der Nürnberger Straße. Dort wird aus einer Handelsfläche eine vollwertige Gastronomiefläche für die künftige Nutzung durch das Cafe Schien und ihren „Pausenhof“. Noch im ersten Halbjahr 2026 soll eröffnet werden und dem Stadthof somit ein weiterer Treffpunkt und ein weiteres kulinarisches Angebot hinzugefügt werden. Zudem wird in dem Bereich auch die Außenfassade grundsaniert. „Wir werden dort sehen können, wie sich das Gebäude in Zukunft präsentieren wird“, so Bieberle. Nach Ostern werden dort die Baumaßnahmen beginnen und die neue Gestaltung der Außenfassade sichtbare Schritte vorangehen. Durch die Baumaßnahmen wird es im Bereich der Ladengeschäfte zu Umzügen und Verschiebungen kommen.
„Als wir das Gebäude vor zwei Jahren erworben haben, haben wir die Chancen und Möglichkeiten gesehen. Doch wie sich der Stadthof seitdem entwickelt hat, konnten wir uns auch in den mutigsten Visionen nicht ausmalen. Dass die Agora sich so schnell zu einem Treffpunkt für alle Generationen entwickelt und dort jede Woche unterschiedliche Veranstaltungen angeboten werden, die unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken, ist viel schneller zur Entfaltung gekommen, als wir erhofft haben“, so Kaminsky. Auch dass weiterhin alle Ladenflächen besetzt seien und es immer neue Entwicklungen und Interessenten gibt, die sich im Stadthof ausprobieren wollen, sei nach Ansicht des Oberbürgermeisters ein Beleg für die hohe Qualität und Wirkung des Hauses. „Der Stadthof ist ein starkes Symbol dafür, was möglich ist, wenn eine Stadt mutig und entschlossen handelt. Hanau wird mittlerweile bundesweit für seine Innovations- und Tatkraft als starker Standort wahrgenommen. Davon profitiert die gesamte Stadt.“
Pressekontakt:
Stadt Hanau, Thomas Nawrath
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Quelle: Stadt Hanau

